Zwanzig Jahre mussten die Fans auf die Verfilmung des Patrick Süskind Bestsellers „Das Parfum“ warten. Tom Tykwer wagte sich an die Buchverfilmung und gewann damit beim Kinopublikum.
Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) wird im Jahr 1738 auf dem Pariser Fischmarkt geboren. Von Geburt an entwickelt der Junge einen scharfen Geruchssinn. Er kann sämtliche Düfte unterscheiden und alles erriechen, sei es kalter Stein oder auch verschiedene Holzarten. Von seiner Mutter verstoßen landet er in einem erbärmlichen Waisenhaus. Er wächst in katastrophalen Verhältnissen auf, doch wegen seines Lebenswillens stirbt er nicht, wie so manche andere Kinder im Waisenhaus. Als junger Mann arbeitet er kurzzeitig in einer Gerberei, in der er körperlich ausgebeutet wird.
Bei einem Auftrag entdeckt er den Parfümeur Baldini (Dustin Hoffman) und geht bei ihm in Lehre. Hier wird ihm das Mischen von Düften und die Zusammensetzung von verschiedenen Parfümen gelehrt. Dabei werden ihm ausführlich die Grundtöne der Düfte vorgestellt, von denen er fasziniert ist. Nach kurzem Aufenthalt in Paris zieht es den jungen Jean-Baptiste über die Berge nach Grasse. Von dem Wunsch besessen, den optimalen Duft zu kreieren, fängt er damit an, junge Mädchen mit roten Haaren zu töten. Die Polizei ist erfolglos bei der Tätersuche und so kommt auch die Kaufmannstochter Laura (Rachel Hurd-Wood) in die Fänge des jungen Mörders.
Das Tötungsritual von Jean-Baptiste ist kongenial umgesetzt worden. Wie er seine Opfer einsalbt und schließlich umbringt sollte jeder Zuschauer gesehen haben. Er bringt die Frauen nur um, um einige Tropfen für sein Parfum zu gewinnen. Die Erschaffung eines neuen, optimalen Duftes stellt sich als einziger Lebensinhalt für Jean-Baptiste dar. Erst sehr spät kommt die Polizei auf seine Spur, doch da ist sein neuer Duft bereits fertig.
Der Film nimmt sich sehr viel Zeit für die Entwicklung der Geschichte. Mithilfe eines Off-Kommentators werden dem Zuschauer immer weitere Einzelheiten im Leben von Jean-Baptiste vermittelt. Der Film bleibt nah an der Buchvorlage, was ihn leider sehr langatmig erscheinen lässt. Zudem ist das Ende absolut unglaubwürdig. Dies liegt aber nicht an Tom Tykwer, sondern an dem absurden Ende der Romanvorlage.
Die Schauspielerleistungen sind im Prinzip gut. Der Film ist auf den famosen Hauptdarsteller Ben Whishaw zugeschnitten. Für ihn ist „Das Parfum“ die erste große Kinorolle. Er spielt bemerkenswert realistisch und fühlt sich in der Rolle sichtlich wohl. Die Charaktere der Nebendarsteller bleiben leider etwas blass. Dustin Hoffman enttäuschst in der Rolle des Parfümeurs. Er spielt zwar intensiv, ragt aber neben Ben Whishaw nicht heraus. Zudem ist seine Rolle auf eine knappe halbe Stunde begrenzt. Jean-Baptistes Opfer wirken wahllos ausgesucht. Bei seinem wichtigsten Opfer Laura (Rachel Hurd-Wood) ist leider kein großes schauspielerisches Können zu bemerken.
Fazit: Größtes Problem des Films ist die Umsetzung von Gerüchen auf die Leinwand. Tom Tykwer versucht dies mit Kamerafahrten durch die Nase, was aber nicht realistisch erscheint. Dem Off-Kommentator kann man zwar schön zuhören, er bringt den Film aber nicht richtig voran. Häufige Wiederholungen kennzeichnen den Kommentator. Dabei wird der Erzählstrang nur minimal variiert, auf unbedeutende Einzelheiten geht der Off-Kommentator zu häufig ein. „Das Parfum“ will es allen recht machen, kann sich aber nicht recht entscheiden, was die eigentliche Aussage sein soll. Die Film bietet einige nette Einfälle, bevor es sich zum Schluss ins Absurde steigert.
Bewertung: 3 Punkte
(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)
ein wirklich sehenswerter film mit einem herausragenden ben whishaw in der hauptrolle. empfehlenswert!
Ben Whishaw am 27. Januar, 2007