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Mit knapp sieben Millionen Zuschauer war der erste Zwergenfilm ein voller Erfolg an der Kinokasse. Nach nur zwei Jahren kehren die 7 Zwerge zurück, leider wie schon in Teil 1 mit wenig tiefgründigem Humor. 

Das schöne Schneewittchen ist verzweifelt. Ihr Diener Spliss hat als Austausch für besseren Haarwuchs dem bösen Rumpelstilzchen ihr Baby versprochen. Es gibt nur eine Möglichkeit, wie Schneewittchen es behalten kann. Sie muss binnen zweier Tage Rumpelstilzchens Namen nennen. Diesen kennt aber außer der bösen Hexe, die an Amnesie leidet, nur Zwerg Bubi. In ihrer Verzweiflung wendet sich Schneewittchen an die 7 Zwerge, die jedoch alle außer Bubi nicht zu Hause sind. Da Schneewittchen ihn nicht zu Wort kommen lässt, macht sich Bubi auf die Suche nach den übrigen 6 Zwergen. Von Pinocchio erfährt Bubi den Weg zu seinen ehemaligen Kameraden. Diese verdienen ihr Geld wenig erfolgreich bei der freiwilligen Feuerwehr, in einer Gaststätte oder auch als Rattenfänger und können sich deshalb schnell wieder vereinen. 

Ihr Weg führt die 7 Zwerge durch einen Spiegel in eine andere Welt und Zeit, ins heutige Hamburg. Dort sind sie auf der Suche nach dem Palast der Fische, in dem der Weiße Helge arbeitet. Auf dem Weg zum Palast, der ziemlich klein geraten ist, haben sie Aufgaben zu bestehen und müssen die Hindernisse einer Großstadt überwinden. Rumpelstilzchen setzt derweil in immer neuen Verkleidungen alles daran, dass die 7 Zwerge nicht mehr in den Wald zurückkehren. 

Der neue Otto Film zeigt, wie primitiv die Welt sein kann. Die böse Hexe leidet an Amnesie und ihre Glaskugel funktioniert nur mit Antenne. Sie kann sich den Namen von Rumpelstilzchen nicht merken und auch die Zauberformel will nicht funktionieren. Die 7 Zwerge sind strohdoof und einfach nur peinlich. Rumpelstilzchen will seinen Namen verschweigen, verrät ihn aber trotzdem der bösen Hexe und notiert ihn zur Sicherheit auch noch. 

Humor sucht man in dem Film vergebens. Alles wirkt primitiv und übertrieben unlustig. Die Darstellerleistungen bewegen sich auf dem untersten Niveau. Bis auf Otto Waalkes als Bubi sind die 7 Zwerge komplett witzlos geraten. Das Blödelmärchen weist fast den gleichen Brachialhumor und die gleiche Besetzung wie sein Vorgänger auf. Allein Zwerg Cookie wurde wenig erfolgreich durch Gustav-Peter Wöhler ersetzt. Wie zuvor spielt Otto den Bubi, er hat vor allem zu Beginn des Films einige amüsante Szenen, diese jedoch sind nur seinem Mienenspiel zu verdanken. Ralfie (Norbert Heisterkamp), der im Vorgänger noch als 8. Zwerg auftrat, ist groß und stark, von Schauspielerei scheint er aber noch nichts gehört zu haben. Speedy (Martin Schneider) blödelt sich durch den Film mit einem Akzent, der nicht witzig ist. Cloudy (Boris Aljinovic) gibt sich betont humorlos. Sunny (Ralf Schmitz) legt mit seiner Körpersprache im Angelgeschäft ein Solo hin, das für Leute, die das Original von den Marx Brothers nicht kennen, amüsant ist. Cosma Shiva Hagen als Scheewittchen bleibt blass, allein ihr Diener Spliss (Hans Werner Olm) sorgt für einige amüsante Szenen. Das böse Rumpelstilzchen (Mario Barth, Axel Stein, Oliver Pocher oder Udo Lindenberg) schlüpft in immer neue Verkleidungen, schöpft das Potential der Rolle aber nicht aus. Die böse Hexe im Lebkuchenhaus (Nina Hagen) scheint von Schauspielkunst nichts zu halten. 

Fazit: Der Film verschenkt seine durchaus vorhandenen Ideen. Die enorme Anzahl deutscher Comedians können der Story keine amüsanten Momente abgewinnen. Auf dezentes Schauspiel wird verzichtet, der Film will den Humor mit dem Holzhammer durchsetzen. Die Gesangseinlagen der 7 Zwerge sind unterirdisch schlecht. Aus der Passage in Hamburg hätte Regisseur Sven Unterwaldt deutlich mehr machen können. Die Gags sind abgestanden und teilweise aus anderen Filmen 1:1 übernommen worden. Die Idee mit dem Megaphon z.B. stammt aus dem Film „Loaded Weapon“. Der an sich schon schwache erste Zwergenfilm wird von der Fortsetzung an Ideenlosigkeit und Humorlosigkeit übertroffen. Was ist mit dem deutschen Humor passiert? Ein weiterer Film, der zeigt, wie flach und einfallslos der Humor in Deutschland zurzeit ist. Allenfalls Kleinkinder können sich bei diesem Film amüsieren. 

  

Bewertung: 1 Punkt 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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