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Nach „Das Boot“ und „Der Sturm“ lässt Regisseur Wolfgang Petersen zum dritten Mal einen Film auf dem Meer spielen. Wie schon 1972 in „Die Höllenfahrt der Poseidon“ geht es um den gigantischen Luxusliner Poseidon, der am Neujahrstag von einer Riesenwelle getroffen wird. Der Film startet mit einer Kamerafahrt rund um die Poseidon. Die Poseidon ist eines der größten Luxusliner der Filmgeschichte, jedoch ist sie für den Film nur im Computer entstanden. In den folgenden zehn Minuten werden die Personen vorgestellt, die nach dem Unglück versuchen, aus dem Schiff zu entkommen. Hauptprotagonist des Films ist „Die Klapperschlange“ Kurt Russell. Er spielt den pokerspielenden Familienvater und Feuerwehrmann Robert Ramsey. Während seines Dienstes als Feuerwehrmann ist Robert anscheinend ohne Erste Hilfe ausgekommen, da bei seinen Versuchen Hilfe zu leisten alle sterben würden. 

Mit seiner Tochter Jennifer, sehr schwach gespielt von Emmy Rossum, will er an Bord der Poseidon Silvester feiern. Jennifer ist verliebt in Christian, der von Mike Vogel gespielt wird, der in dieser Rolle jedoch fehlbesetzt ist. Josh Lucas, der eine schwache Vorstellung liefert, wird als Pokerspieler Dylan Jones vorgestellt. An Bord ist zudem noch Richard Dreyfuss als lebensmüder und schwuler Richard Nelson. Dreyfuss kann in dieser Rolle nicht glänzen. Er zeigt keinerlei Spielfreude und ist als enttäuschter Mann fehlbesetzt. Nach überzeugenden Rollen wie in „Was ist mit Bob?“ oder „Mr. Holland´s Opus“ scheint Richard Dreyfuss in einem Karrieretief zu sein und wird in jüngster Vergangenheit vor allem in TV-Produktionen eingesetzt. Die größte schauspielerische Enttäuschung des Films ist Mía Maestro als blinde Passagierin Elena. Ebenfalls schlecht spielt Jimmy Bennett als neunjähriger Junge Connor James.  Wolfgang Petersen hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte auf. Bereits nach gut einer Viertelstunde nähert sich eine Riesenwelle der Poseidon. Während die Gäste noch den Neujahrsbeginn feiern, sieht der Kapitän bereits die Welle kommen und versucht das Schiff zu wenden. Die Welle, die über das Schiff hereinstürzt, ist noch gigantischer und ausgefeilter als in „Der Sturm“ und absolut sehenswert. Binnen kurzer Zeit treibt die Poseidon kieloben auf dem Wasser. Die oberen Decks sind alle überflutet, während der Festsaal vorerst noch wasserfrei bleibt. 

Nachdem das Chaos sich gelegt hat, ruft der Chef des Schiffes Bradford, sehr gut gespielt von Frequency-Star Andre Braugher, die Passagiere auf, den Festsaal nicht zu verlassen und auf Hilfe zu warten. Da Robert zurecht bezweifelt im Festsaal überleben zu können, versuchen er und ein Dutzend anderer Überlebender es nach oben zu wagen und dem Schiff zu entkommen. Dem sind allerlei Hindernisse in den Weg gestellt, wie z.B. viel Wasser, geschlossene Türen, herumliegende Gegenstände und Leichen oder Fahrstuhlschächte. Auch der immer beliebte Lüftungsschacht wird zur Flucht vor dem Wasser genutzt. Der Film hangelt sich von einer Actionszene zur nächsten, wird jedoch nie richtig spannend. Die Charaktere bleiben flach und die Dialoge sind einfach banal.

Fazit: Da der Film im Zeichen des Originals steht, werden fast sämtliche Szenen 1:1 kopiert. Neue Ideen finden sich in dem Film nicht. Nur die Special-Effects sind bemerkenswert. Wer das Original kennt sollte sich diesen Film nicht ansehen, da er keine neuen Ideen entwickelt und somit spannungslos bleibt. Für alle, die das Original nicht kennen, ist „Poseidon“ unterhaltsames Mainstream Kino ohne Tiefgang. An der US-Kinokasse fiel der Film komplett durch. Den 160 Mio. Produktionskosten stehen 60 Mio. Einspielergebnis gegenüber. Nur Tricks allein reichen nicht. Einige neue Ideen rund um den Untergang hätten nicht geschadet.

  

Bewertung: 2 Punkte

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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