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11. September 2001: Für die Polizisten John McLoughlin (Nicolas Cage) und Will Jimeno (Michael Peña) scheint es ein normaler Arbeitstag. Keine besonderen Vorkommnisse stören den Tagesablauf, bis kurz vor 9.00 Uhr ein Flugzeug in das World Trade Center (WTC) fliegt. Der vermeintliche Unfall stellt sich schon bald als geplanter Angriff dar und für die beiden Polizisten beginnt ein neues Kapitel in ihrem Leben. Gut fünf Jahre nach der Flugzeugkatastrophe beschäftigt sich Oliver Stone, der als Regisseur von „Platoon“ und „Natural Born Killers“ brillierte, mit diesem Thema. Schon seit Jahren ist dem Regisseur kein passabler Film gelungen, mit diesem Film ist er definitiv an seinem Tiefpunkt angelangt. Hätte aus der Story wenigstens ein mäßiger Film werden können, so liefert Stone eine Katastrophe ab. Der Film ist vollkommen anspruchslos. Auf Action oder gar auf Humor wurde vorsichtigerweise komplett verzichtet. Nur in den ersten zehn Minuten baut der Film Spannung auf, die aber dann den Trümmern erliegt. Übrig bleibt eine lächerliche, religionsüberladene Story, die vor Pathos überquillt. 

Die Polizisten John und Will werden nach der ersten Flugzeugkatastrophe in ein Polizeigebäude in unmittelbarer Nähe des WTC beordert. Sie sollen das WTC evakuieren. Doch dazu kommt es nicht. Bevor sie das Gebäude evakuieren können, stürzt alles zusammen. Die Polizisten finden sich unter Trümmern begraben wieder und können sich nicht von der Stelle bewegen. Anfängliche Hoffnungen, gerettet zu werden, erweisen sich als Illusion. Darum machen sich beide Gedanken um Gott und um die ach so gute Familie. Negativer Höhepunkt in den Gedanken der Polizisten ist dabei das Erscheinen von Jesus mit einer Trinkflasche vor Wills Augen. Zudem zitiert Will das bereits unterirdisch schlechte Militärdrama „Die Akte Jane“, welches bereits durch Pathos und Militärdrill unerträglich war. John denkt fortwährend an seine Familie und an Dinge, die er noch erledigen muss. Da die Handlung unter den Trümmern nicht ergiebig ist, werden die Familien der Polisten in die Story eingeführt. Johns Familie erweist sich als typische amerikanische Durchschnittsfamilie. Seine Frau Donna (Maria Bello) ist hysterisch und verzweifelt, ebenso Wills (Maggie Gyllenhaal) Frau. Auch die übrigen Familienmitglieder entsprechen jedem Klischee. So fehlen z.B. altkluge Kinder in der Story nicht. Stone verbringt zuviel Zeit mit den beiden Familien und senkt die nicht vorhandene Glaubwürdigkeit der Story immer weiter. Die komplette Familiengeschichte wirkt in dem Film fehl am Platz. Sie bringt die Story nicht voran und lässt den Zuschauer vor Langeweile einschlafen. 

Klar werden die beiden Polizisten dann irgendwann unter den Trümmern entdeckt, aber auch hier drückt Stone auf die Tränendrüse. Der Retter, Dave Karnes, der später im Irak viele unschuldige Zivilpersonen grausam ermordete, erweist sich als patriotischer Marinesoldat. Die Rettungsaktion scheint zu einfach und zu koordiniert. Die Darstellerleistungen des Films sind eine einzige Katastrophe. Alle Darsteller erweisen sich als gottesgläubig und patriotisch. Nicolas Cage, der in Filmen wie „Bringing Out the Dead“ tolle Leistungen ablieferte, ist als Verschütteter nicht geeignet. Keinen Moment nimmt man ihm die Verzweiflung ab. Sein Schauspielerpartner Michael Peña bleibt trotz Hauptrolle unauffällig. Auch er lässt, obwohl er emotional bewegen soll, den Zuschauer kalt. Die Frauen der Polizisten sind hysterisch überzeichnet und vollkommen unglaubwürdig. Oliver Stone drehte mit einigen guten Darstellern, die jedoch in diesem Film alle talentlos rüberkommen. 

Fazit: Pathos soweit das Auge reicht. Da die Bewertungsskala 0 Punkte nicht zulässt, bin ich leider gezwungen dem Film einen Punkt zu geben. Der Film ist nur Zuschauern zu empfehlen, die eine Einschlafhilfe haben wollen. Mit einer unglaublich simplen und pathetischen Story hinterlässt der Film einen bitteren Beigeschmack. Das Drama spricht nicht die wahren Hintergründe an. Die Geschehnisse werden nicht hinterfragt, zudem werden die eigentlichen Verbrecher nicht zur Rede gestellt. Den knapp 3.000 Opfern und 20 Geretteten wird der Film in keiner Weise gerecht. Sicherlich wird es noch mehr Filme zum World Trade Center geben, so schlecht wie dieser Film kann keiner werden.   

Bewertung: 1 Punkt    (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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