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Die Kultserie ist zurück: Miami Vice

Wolfram am 31. August, 2006

Nach fast 20 Jahren Pause kehrt die 80er Jahre Kultserie „Miami Vice“ in Spielfilmlänge zurück. Michael Mann sorgt für viel Action, jedoch werden aus der Serie nur die Namen der zwei Hauptpersonen und die Stadt übernommen. Ansonsten hat der Film nichts mit der Serie gemein und der Nostalgiefaktor bleibt gering. Von 1984 bis 1989 lösten Don Johnson als Donny Crockett und Philip Michael Thomas als Ricardo Tubbs 113 Fälle. Für die Neuauflage wurden die bekannten Mimen Colin Farrell („Minority Report“) als Crockett und Jamie Foxx („Bait – Fette Beute“) als Tubbs verpflichtet. Der aktuelle Fall führt die beiden Undercoverpolizisten in ein südamerikanisches Drogekartell. Nach einigen Treffen mit den Dealern weiß das Duo, wer die Drahtzieher der Drogenlieferungen sind. Bis sie diese hochnehmen können, müssen sie als Drogenkuriere arbeiten. Bereits beim ersten Treffen verliebt sich James in die Chinesin Isabella, die mit dem Drogenboss liiert ist. Trotz der Liaison bleiben Crockett und Tubbs Undercover im Geschäft. Erste Zweifel, ob es sich wirklich um Gangster handelt, kommen dem Drogenboss erst, als ihm alles zu professionell erscheint. Doch dann ist es bereits zu spät. 

Der Charme der Serie ist in dieser Neuauflage nicht zu spüren. Das Miami der 80er Jahre ist ein vollkommen anderes als das heutige. Insgesamt wirkt der Film düster und actiongeladen. Viele gelungene Actionszenen können nur schwer über die recht langsame Entwicklung des Films hinwegtäuschen. Die Story ist altbekannt, der bestimmt hunderste Film, der sich den Kampf gegen die Drogenmafia gesetzt hat. Spannung ist nur wenig vorhanden, alles ist vorhersehbar. Bei der Liebesgeschichte zwischen Ricardo und Isabella wird Regisseur Michael Mann zu ausführlich. Zudem wirkt diese nicht glaubhaft, da es schon beim ersten Treffen funkt. Für einen Krimi ist der Film mit einer Laufzeit von über zwei Stunden zu lang, die Story hätte auch in 90 Minuten abgearbeitet werden können. Imposant sind die Speed Boat Rennen. Maschinen mit 1700 PS rasen über das ruhige Meer. „Heat“ Regisseur Michael Mann ist für die Neuauflage wie prädestiniert, da er bereits die Originalserie produzierte. In der Darstellerriege kann keiner richtig überzeugen. Jamie Foxx macht seine Sache gut. Negativ in Erscheinung tritt Colin Farrell. Keiner nimmt ihm einen Polizisten oder einen Drogendealer ab. Er wirkt deplaziert und nicht bei der Sache. Zudem ist die Liebesgeschichte mit der Drogenbraut an den Haaren herbeigezogen. Die Liebe wirkt nicht so, als würde er es ernst meinen. Auch Gong Li in ihrem ersten amerikanischen Film als herrische Liebhaberin bleibt blass. Sie soll zugleich radikal, machtbesessen als auch zärtlich wirken. Doch sie wirkt einfach nur fehl am Platz. Die Drogenbosse spielen herrlich fies, ragen aber auch nicht heraus. 

Fazit: Eine gelungene Neuauflage der Serie sieht anders aus. Mann schuf einen neuen Film, der kaum etwas mit der Serie zu tun hat. Die Story ist nicht neu und wird über den Film arg strapaziert. Mit einigen Überraschungseffekten wartet der Film auf. Insgesamt handelt es sich vielmehr um ein Actiondrama, als um einen Polizeifilm. Es wird nicht klar, was der Film dem Zuschauer sagen will. Die Handlung des Films wird konsequent zuende geführt, der Showdown ist gelungen aber im Gegensatz zum übrigen Film übertrieben brutal.   

Bewertung: 3 Punkte    (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Er fliegt wieder: Superman Returns

Wolfram am 30. August, 2006

Nach fast 20 Jahren Kinoabstinenz rettet Superman im fünften Teil der Fantasyreihe wieder die Welt. Da Superman Christopher Reeve 2004 verstarb, wurde er durch den bislang unbekannten Darsteller Brandon Routh ersetzt. Der Fantasystreifen investiert ein Großteil des Budgets in Spezialeffekte. Die Story und die Darsteller sind nur nebensächlich.

Der Film knüpft an die beiden ersten Supermanfilme an und variiert die Grundstory nur geringfügig. Im Grunde ist der Film eine liebevolle Fortsetzung mit wenig neuen Ideen. Nach fünf Jahren kehrt Superman von seinem zerstörten Heimatplaneten Krypton nach Metropolis zurück. Er schlüpft wie gehabt in die Rolle des Zeitungsreporters Clark Kent und rettet nebenbei die Welt. Auch Lois Lane, gespielt von Kate Bosworth, ist noch immer bei der Daily Planet beschäftigt. In wenigen Tagen erwartet Lois den Pulitzer Preis für die Story „Warum die Welt Superman nicht braucht“. Sie ist zwischenzeitlich verlobt und hat einen asthmageplagten kleinen Jungen. Als Gegenspieler bekommt es Superman wieder mit Lex Luthor zu tun, der gerade wegen fehlender Zeugenaussage von Superman, aus dem Gefängnis entlassen wurde. Luthor will einen neuen Kontinenten erschaffen. Ohne Frage kann dies nicht ohne Nebenbedingungen geschehen. Seiner Vorstellung nach soll, um Platz zu schaffen, für den neuen Kontinent fast ganz Amerika weichen. Dies soll Milliarden Menschen das Leben kosten. Superman will Luthor natürlich einen Strich durch den Plan machen.

Für Luthor wurde mit Kevin Spacey („Die üblichen Verdächtigen“) der einzige bekannte Schauspieler verpflichtet. Spacey verkörpert Luthor mit einer hervorragenden darstellerischen Leistung. Er ist neben den Effekten das große Plus des Films. Kevin Spacey hat viel Spaß an der Rolle und ist deutlich besser als Supermandarsteller Brandon Routh. Einziger Nachteil ist, dass die Sympathien der Kinozuschauer eher auf Seiten des Bösewichts liegen, als auf der Seite von Superman. Die übrigen Schauspieler sind eher unbekannt. Für Brandon Routh ist die Rolle des Superman seine erste große Kinorolle. Er spielt solide, zeigt aber keine schauspielerischen Höhepunkte. Die Rolle des Superman und des Clark Kent nimmt man ihm gerne ab. Eine Ähnlichkeit mit Christopher Reeve ist vorhanden und in keiner Szene vermisst der Zuschauer den Original Superhelden. Kate Bosworth in der Rolle der Lois Lane ist schwach. Sie wirkt als Geliebte von Superman, die in Clark Kent nicht die gleiche Person erkennt, fehl am Platz. Die Liebesgeschichte zwischen Superman und Lois wird zu häufig ins Spiel gebracht. Die übrigen Darsteller spielen passabel, keiner ragt aus dem Film heraus oder fällt negativ auf. Fazit: Der Film reiht sich mit seiner Ansammlung aus Spezialeffekten nahtlos an die Superhelden der jüngeren Kinogeschichte an. Er ist an ein junges Publikum gerichtet und verzichtet auf zuviel Gewalt. Story oder Darsteller wurden bei der Effektorgie leider vernachlässigt. Mit 150 Minuten ist der Film zu lang und hat einige deutliche Durststrecken. Die Höhepunkte des Films bündeln sich leider in wenigen Szenen. Sehr sehenswert sind z.B. die Flugzeug Rettungsaktion oder die Entstehung des neuen Kontinents. Viele Klischees, wie der Junge mit Asthma, trüben den Filmspaß. Insgesamt ist Superman Returns ein solider Film, mehr aber auch nicht; besser als Teil 3 und Teil 4 der alten Supermanfilme, reicht aber nicht an die ersten zwei Originalfilme heran.   Bewertung: 3 Punkte 

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Mit „Nicht auflegen!“ realisierte „Batman Forever“ Regisseur Joel Schumacher 2002 einen Film, der fast komplett in einer Telefonzelle spielt. Als alleiniger Hauptdarsteller wurde mit Colin Farrell ein damals noch relativ unbekannter Darsteller verpflichtet. 

Die Idee, einen Film zu drehen, dessen Handlung nur auf eine Telefonzelle beschränkt ist, stammt bereits von Alfred Hitchcock. Da er dieses Projekt nie verwirklichen konnte, nahm Schumacher die Idee für diesen Film auf. Der Film beginnt aber nicht in der Telefonzelle, sondern zeigt Colin Farrell als Stu Shepard, der mit seinem trotteligen Assistenten durch das mit Menschen verstopfte New York zieht. Alle rufen per Handy an, auch Stu. Da der verheiratete Stu in Ruhe mit seiner geheimen Freundin telefonieren will, geht er trotz Handy in eine verlassene Telefonzelle. Die Telefonzelle soll am folgenden Tag abgerissen werden und einem Kiosk weichen. Stu ist der letzte Kunde und ein ganz besonderer.

Nichtsahnend nimmt er den klingelnden Hörer ab, was er kurz danach bereuen wird. Die Synchronstimme von Forest Whitaker (Tobias Meister) meldet sich und zwingt ihn, am Hörer zu bleiben, da er als Scharfschütze auf ihn zielt. Der Anrufer will Stu seine Fehler aufzeigen und zu einem einsichtigeren Menschen erziehen. Da Stu den Anrufer nicht ernst nimmt, verdeutlicht der Anrufer seine tödlichen Absichten, indem er einen Freier erschießt. Der Anrufer stellt keine Forderungen, will lediglich mit Stu spielen und ihn mit zweifelhaften Methoden zu einem bewussteren Handeln bringen. Als Beweggrund stellt der Film immer neue Varianten vor, im Grunde geht es um das Gut und Böse im Menschen. Für einen 75-minütigen Film ist das Motiv des Anrufers mehr als schlecht aufgebaut. Er will das Gute im Menschen mit einem Gewehr erzwingen, indem er einen hilflos hinstellt. Stu ist es gewohnt jeden zu betrügen und jeden zu beherrschen, nun ist er der Untergebene . In vielen Anrufszenen arbeitet der Film, um das Bild zu unterteilen, mit Split-Screen Technik. Diese Technik ermöglicht Konferenzschaltungen, z.B. hört der Anrufer das Gespräch von Stu mit seiner Freundin mit an.

Da Stu des Mordes an den Freier verdächtigt wird, ist schnell die Polizei in Form von Forest Whitaker zur Stelle. Da die Stimme von Forest Whitaker bereits dem Anrufer gehört, spricht er in einer ungewohnten Synchronstimme mit der Stimme von Roland Hemmo. Der Anrufer befielt Stu in der Zelle zu bleiben und daher vermutet die Polizei zunächst psychische Probleme in dem Verhalten von Stu. Erst spät erkennt die Polizei die wahren Hintergründe und beginnt sich auf die Suche nach dem Erpresser zu machen.

Colin Farrell spielt seine Rolle solide, hat aber keine Höhepunkte. Es gelingt ihm als Macho nicht zu überzeugen. Schweiß läuft ihm von der Stirn, irgendwie wirkt Colin Farrell aber, als lasse ihn die Handlung kalt. Als Polizeipräsident bleibt Forest Whitaker sehr blass. Obwohl er für die Rolle als Polizist durchaus Qualitäten hat, nimmt man ihm die Rolle eines Polizisten mit psychischen Problemen nicht ab. Zudem stellt mehrmals im Film heraus, dass der Polizist dem Geschehen nicht gewachsen ist. Der Anrufer wirkt bedrohlich, eine andere Stimme als die von Forest Whitaker wäre aber besser gewesen.

Fazit: Eine interessante Filmidee wird schwach umgesetzt. Das große Problem des Films ist, wie kann man eine Handlung in einer Telefonzelle auf 75 Filmminuten strecken. Dieser Film kann es nicht, was vor allem an dem nicht überzeugenden Motiv des Anrufers liegt. Der Film ist nicht abwechslungsreich genug, hat daher auch auf 75 Minuten gesehen seine Längen. Die Eröffnungssequenz ist zu lang geraten und will nicht in den Film passen. Der Hauptdarsteller ist passabel, andere Schauspieler sind nur Randerscheinungen und für die Handlung des Films nebensächlich.

Trotz eines Budgets von nur 10 Millionen Dollar wurde der Film weltweit zum Erfolg und 2005 mit „Final Call“ quasi fortgesetzt. Der ein halbes Jahr vor „Nicht auflegen!“ gedrehte Film „Liberty Stands Still“, der sich auch dem Telefonduell widmet, fiel leider beim Publikum trotz besserer schauspielerischer Leistungen durch.

  

Bewertung: 3 Punkte

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Der bereits dritte Teil der Autoactionreihe „The Fast and the Furious“ versucht mit rasanten Rennszenen Kasse zu machen. Nachdem der zweite Teil sich dem ersten geschlagen geben musste, kann auch der dritte Teil nicht überzeugen. 

Für den dritten Teil wurde fast die komplette Darstellerriege ausgetauscht und mit Justin Lin ein Regieneuling gefunden. Allein für die Autos wurden 7 Millionen Dollar des Budgets investiert. Für die Story blieb leider kein Geld mehr übrig, daher fällt sie noch bescheidener aus als in den Vorgängerfilmen. Teenie Sean Boswell verlässt die USA und zieht nach Tokio, da er in den USA wegen Raserei gesucht wird. Kaum in Tokio angekommen lernt er in engen Parkhäusern das Driften kennen. Nach Anfänglichen Schwierigkeiten versucht er seine Drifttechnik zu perfektionieren und tritt gegen Ende zum finalen Driftduell an einem Gebirgshang an. Unter Driften ist die seitliche Bewegung eines Fahrzeugs in einer Kurve gemeint. Für Anfänger bietet sich das Driften mit einer Handbremse an. Driften ist besonders in Japan beliebt.

Als Hauptdarsteller ist Lucas Black in der Rolle des Sean nicht geeignet. Er spielt einen 17-jährigen, obwohl er bereits 23 Jahre alt ist und wie 35 aussieht. Dieser Film legt es nicht auf ausdifferenzierte Charaktere an. Es spielen keine bekannten Gesichter, abgesehen von Hip Hop Star Bow Wow als Schwazmarkthändler, im Film mit. Die Darsteller sind austauschbar und besitzen keinen Wiedererkennungswert. Die eigentlichen Darsteller sind die PS-Boilden und die Rennszenen. Ging es in den ersten beiden Teilen um rasante Straßenszenen, so findet das Driften in Teil 3 in engen Räumen oder nicht befahrenen Straßen statt. Die Rennszenen sind imposant und rasant geschnitten. Langweilig wird der Film nie.

Großes Manko des Films ist der grauenhafte Soundtrack. Zu oft steht die aufdringliche Musik im Vordergrund und diese nervt mit der Zeit immer mehr. Der Sound ist auf die Jugend abgestimmt und nur laut. Der Film lässt kein Klischee aus, von japanischen Mädchen in Schuluniform bis zur bösen Yakuza.

Fazit: Rennsportfans werden ihre helle Freude haben. Mit dem Driften bietet der Film eine Rennart an, die bislang in Filmen nicht vorkam. Zum Schluss gibt es im Film eine wirklich gelungene Überraschung. Mainstream Kino wie es vollendeter nicht sein kann. Ein inhaltlich missratener Film, aufgrund der soliden Autoaction aber für Autofans unbedingt empfehlenswert. Personen die mit Autos nicht viel anfangen können sollten sich den Film nicht ansehen.

  

Bewertung: 2 Punkte

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Für die Neuverfilmung der bekannten Buch- und Hörspielreihe Hui Buh konnte Sebastian Niemann eine prominente deutsche Besetzung gewinnen, kann aber dem Gespenst kein Leben einhauchen. Die Vorgeschichte des Kinderfilms spielt im Jahr 1399. Ritter Balduin spielt mit Ritter Adolar Poker und gewinnt mit einer Straight gegen ein Full House, was jeden Pokerspieler stutzig machen würde. Zunächst erkennt Adolar die Niederlage an, kann ihn aber beim Händeschütteln als Betrüger überführen. Vom Blitz getroffen muss Ritter Balduin nun auf Schloss Burgeck als einzig zugelassenes Gespenst in Gestalt von Hui Buh mit Spuklizenz spuken. Hui Buh hat die Gesichtszüge von Michael „Bully“ Herbig und spricht mit seiner Stimme, ist jedoch computeranimiert. Bully bleibt in der Rolle von Hui Buh sehr blass. Es gibt im kompletten Film keine gelungene Szene mit Hui Buh. Das Gespenst wirkt, auch auf kleine Kinder, höchstens belustigend als erschreckend. Witzig ist Hui Buh auch nicht, die paar mäßigen Gags die Hui Buh hat werden oft wiederholt, sind aber auch bei der zehnten Wiederholung nicht zum Lachen. Bereits über 500 Jahre lebt Hui Buh mit Kastellan auf Schloss Burgeck. Der Kastellan wird vom Pumuckl-Sprecher Hans Clarin in seiner letzten Rolle verkörpert. Ihm ist das Alter deutlich anzumerken. Er bewegt sich langsam und unsicher durch den Film. Eines Tages kommt König Julis CXI. mit seiner Verlobten und Gefolgschaft auf das Schloss und bringt die Welt von Hui Buh durcheinander. Dummerweise erschrickt keiner bei Hui Buhs ungeschickten Streichen. Nach anfänglichen Streiterein kann sich Hui Buh mit König Julius anfreunden. Fortan hilft Julius Hui Buh, damit er seine Geisterlizenz behalten kann. Gräfin Leonara zu Etepetete, gespielt von Heike Makatsch, will König Julius heiraten und schmiedet mit bösen Geistern Pläne, das Schloss zu übernehmen. Derweil entdeckt König Julius jedoch seine Liebe zu Konstanzia, die als Zofe mit ihrem Sohn Tommy auf Burgeck arbeitet. Konstanzia wird sehr schwach gespielt von Ellenie Salvo González in ihrer ersten großen Kinorolle. Es scheint, als würde sie die Dialoge lediglich ablesen. Sie spielt wie versteinert. Die Darstellerleistungen sind in diesem Film bemerkenswert schlecht. Lediglich Wolfgang Völz spielt gut, hat jedoch als Geist Servatius Sebaldus nur eine Nebenrolle. Christoph Maria Herbst („Stromberg“) als König Julius CXI. spielt solide, alle übrigen Schauspielerleistungen sind schwach. Auch Nebenrollen sind mit lustlosen oder schlechten Darstellern besetzt. Zum Beispiel treten zwei trottelige Geisterjäger auf. Die Rolle soll witzig sein, ist jedoch nur banal. Fazit: Die größte Enttäuschung des Kinosommers 2006. Auch Kinder können sich in diesem Film nicht amüsieren. Ein Budget von über 11 Millionen Euro stand zur Verfügung, davon wurde der größte Teil für Spezialeffekte ausgegeben. Diese sind zwar gut, aber auch nicht überzeugend. Der Nostalgiefaktor ist auf ein Minimum reduziert worden. Michael Herbigs Humor ist nicht jedermanns Sache, aber einen Kinderfilm sollte er in Zukunft besser nicht mehr drehen. Bewertung: 1 Punkt (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Casino Royale mit Daniel Craig ab November

Wolfram am 6. August, 2006

Am 23. November ist es soweit. Der neue James Bond Film Casino Royale startet nach vielen Verzögerungen endlich in unseren Kinos. Daniel Craig verkörpert darin zum ersten mal die Titelfigur. Die Story zu Casino Royale beruht auf Ian Flemings gleichnamigen 1953 veröffentlichten Roman. Mit diesem Roman schuf der bereits 1964 verstorbene Ian Fleming einen der langlebigsten Spionagefiguren der Filmgeschichte.
Casino Royale wurde zuvor zweimal verfilmt. Bereits 1954 schlüpfte Barry Nelson für eine TV-Produktion in die 007-Rolle. 1966 durfte David Niven in einer Filmparodie James Bond verkörpern. Beide Filme sind außerhalb der offiziellen James Bond Reihe entstanden und waren wenig erfolgreich.

Darsteller:
Daniel Craig („München“)
Eva Green (Bond Girl)
Mads Mikkelsen („Dänische Delikatessen“)
Judi Dench („Riddick – Chroniken eines Kriegers“)

Nach einem Einspielergebnis von über 1 Mrd. für „Fluch der Karibik“ und dem Wiederbeleben des Genres des Piratenfilms war es nur eine Frage der Zeit, bis es zur Fortsetzung kommen musste. Drei Jahre später können wir uns auf Teil 2 freuen und Teil 3 ist auch schon gedreht und kommt im Mai 2007 in die Kinos. Für die Fortsetzung konnte Gore Verbinski wieder die komplette Crew aus Teil 1 anheuern.

Johnny Depp spielt zum zweiten Mal den amüsanten Piraten Jack Sparrow. Er überzeugt in jeder Szene und ist die alleinige Hauptperson des Films. Alle übrigen Darsteller stehen in seinem Schatten, spielen aber auch sehr gut mit. Da wären „Der Herr der Ringe“ Star Orlando Bloom, der erneut Will Turner spielt. Keira Knightley als Elizabeth Swann, Verlobte von Will, bestreitet den weiblichen Part recht souverän. Außerdem spielt Jack Davenport Norrington, kann jedoch nicht recht in seiner Rolle überzeugen.

Jack Sparrow ist auf der Flucht vor dem Gouverneur Weatherby Swann. Da er sich trottelig anstellt, wird er in immer neue Abenteuer verwickelt. Er versucht sich zu retten und nebenbei einen Schlüssel zu einer Schatztruhe zu finden, die ein schlagendes Herz enthält. Bis er den Schlüssel hat, muss er sich mit jeder Menge zwielichtigen Gestalten rumschlagen. Zunächst ist er kurzzeitig König eines Staats von Kannibalen. Da er diese mit seinem speziellen Humor schnell verärgert, muss er fliehen. Derweil sind seine Begleiter auch auf der Insel der Kannibalen in einer Kugel gefangen. Mit Mühe können sie sich befreien und entkommen mit einem Schiff.

Neues Unheil droht mit dem Geisterschiff Flying Dutchman. Es wird befehligt von Kapitän Davy Jones, dargestellt durch Bill Nighy, der den Schlüssel zu der Truhe hat. Die Gestalten auf den Schiff sind Untote, halb Mensch halb Tintenfisch. Sie sind grotesk überzeichnet und tauchen etwas zu häufig im Film auf. In der Nähe der Untoten befindet sich eine riesige Krake, die komplette Schiffe versinken lässt. Nachdem sie bereits zwei Schiffe zerstört hat, leistet Jack Sparrow Gegenwehr. Jedoch ist die Krake zu groß, um endgültig besiegt werden zu können und wird bestimmt in Teil 3 erneut mitspielen.

Die beste Szene des Films findet auf einem rollenden Mühlenrad statt, mit Sicherheit eine der amüsantesten Szenen der jüngsten Filmgeschichte. Jack, Will und Norrington leisten sich eine fantasievolle und höchst komische Fechtszene, während das Rad immer weiter abwärts rollt.

Fazit: Köstlicher Film mit sehr viel Humor und Action, um Längen besser als der schon gute erste Teil. Kleiner Kritikpunkt ist die Überlänge, da der Film an ein jugendliches Publikum gerichtet ist, wäre sie nicht nötig gewesen. Eine gelungene Szene folgt der nächsten gelungenen Szene, ein Schlamassel reiht sich nahtlos dem nächsten an. Dem sinnfreien Treiben zuzusehen macht viel Spaß. Die Story ist gut erdacht und abwechslungsreich.  In den USA bereits einer der erfolgreichsten Filme wird „Fluch der Karibik 2“ auch in Deutschland viele Rekorde brechen.


Bewertung: 5 Punkte


(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Nach „Das Boot“ und „Der Sturm“ lässt Regisseur Wolfgang Petersen zum dritten Mal einen Film auf dem Meer spielen. Wie schon 1972 in „Die Höllenfahrt der Poseidon“ geht es um den gigantischen Luxusliner Poseidon, der am Neujahrstag von einer Riesenwelle getroffen wird. Der Film startet mit einer Kamerafahrt rund um die Poseidon. Die Poseidon ist eines der größten Luxusliner der Filmgeschichte, jedoch ist sie für den Film nur im Computer entstanden. In den folgenden zehn Minuten werden die Personen vorgestellt, die nach dem Unglück versuchen, aus dem Schiff zu entkommen. Hauptprotagonist des Films ist „Die Klapperschlange“ Kurt Russell. Er spielt den pokerspielenden Familienvater und Feuerwehrmann Robert Ramsey. Während seines Dienstes als Feuerwehrmann ist Robert anscheinend ohne Erste Hilfe ausgekommen, da bei seinen Versuchen Hilfe zu leisten alle sterben würden. 

Mit seiner Tochter Jennifer, sehr schwach gespielt von Emmy Rossum, will er an Bord der Poseidon Silvester feiern. Jennifer ist verliebt in Christian, der von Mike Vogel gespielt wird, der in dieser Rolle jedoch fehlbesetzt ist. Josh Lucas, der eine schwache Vorstellung liefert, wird als Pokerspieler Dylan Jones vorgestellt. An Bord ist zudem noch Richard Dreyfuss als lebensmüder und schwuler Richard Nelson. Dreyfuss kann in dieser Rolle nicht glänzen. Er zeigt keinerlei Spielfreude und ist als enttäuschter Mann fehlbesetzt. Nach überzeugenden Rollen wie in „Was ist mit Bob?“ oder „Mr. Holland´s Opus“ scheint Richard Dreyfuss in einem Karrieretief zu sein und wird in jüngster Vergangenheit vor allem in TV-Produktionen eingesetzt. Die größte schauspielerische Enttäuschung des Films ist Mía Maestro als blinde Passagierin Elena. Ebenfalls schlecht spielt Jimmy Bennett als neunjähriger Junge Connor James.  Wolfgang Petersen hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte auf. Bereits nach gut einer Viertelstunde nähert sich eine Riesenwelle der Poseidon. Während die Gäste noch den Neujahrsbeginn feiern, sieht der Kapitän bereits die Welle kommen und versucht das Schiff zu wenden. Die Welle, die über das Schiff hereinstürzt, ist noch gigantischer und ausgefeilter als in „Der Sturm“ und absolut sehenswert. Binnen kurzer Zeit treibt die Poseidon kieloben auf dem Wasser. Die oberen Decks sind alle überflutet, während der Festsaal vorerst noch wasserfrei bleibt. 

Nachdem das Chaos sich gelegt hat, ruft der Chef des Schiffes Bradford, sehr gut gespielt von Frequency-Star Andre Braugher, die Passagiere auf, den Festsaal nicht zu verlassen und auf Hilfe zu warten. Da Robert zurecht bezweifelt im Festsaal überleben zu können, versuchen er und ein Dutzend anderer Überlebender es nach oben zu wagen und dem Schiff zu entkommen. Dem sind allerlei Hindernisse in den Weg gestellt, wie z.B. viel Wasser, geschlossene Türen, herumliegende Gegenstände und Leichen oder Fahrstuhlschächte. Auch der immer beliebte Lüftungsschacht wird zur Flucht vor dem Wasser genutzt. Der Film hangelt sich von einer Actionszene zur nächsten, wird jedoch nie richtig spannend. Die Charaktere bleiben flach und die Dialoge sind einfach banal.

Fazit: Da der Film im Zeichen des Originals steht, werden fast sämtliche Szenen 1:1 kopiert. Neue Ideen finden sich in dem Film nicht. Nur die Special-Effects sind bemerkenswert. Wer das Original kennt sollte sich diesen Film nicht ansehen, da er keine neuen Ideen entwickelt und somit spannungslos bleibt. Für alle, die das Original nicht kennen, ist „Poseidon“ unterhaltsames Mainstream Kino ohne Tiefgang. An der US-Kinokasse fiel der Film komplett durch. Den 160 Mio. Produktionskosten stehen 60 Mio. Einspielergebnis gegenüber. Nur Tricks allein reichen nicht. Einige neue Ideen rund um den Untergang hätten nicht geschadet.

  

Bewertung: 2 Punkte

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

The Salton Sea – Die Zeit der Rache

Wolfram am 26. Juli, 2006

In dem vom eher unbekannten Regisseur D.J. Caruso inszenierten Drogenthriller „The Salton Sea – Die Zeit der Rache“ will Val Kilmer Rache an den Mördern seiner Frau nehmen, die in Salton Sea von Drogendealern ermordet wurde.

Die Geschichte des Films wird in Rückblenden aus der Sicht der Hauptperson erzählt. Mit Val Kilmer, der nach fulminanten Auftritten in „Heat“ und „True Romance“ lange Zeit im Karrieretief war, ist diese Rolle perfekt besetzt. Er spielt Tom Van Allen, der als Danny Parker im Drogenmilieu undercover ermittelt, um den Mörder seiner Frau zu finden. Tom, der als Jazzmusiker und Polizist sein Geld verdient hat, ist Mittlerweile seit einem Jahr auf der Suche nach den Mördern.

Die erste Hälfte des Films befasst sich ausführlich mit dem Thema Drogen. Als Danny getarnt, ist der Hauptdarsteller in die Drogenszene abgerutscht und hat mit schrägen Typen zu tun. Er behält dabei jedoch den Überblick und strebt nach Rache. Scheint die Suche nach den Mördern seiner Frau zunächst nebensächlich, so verlässt der Film nach einiger Zeit die Drogenproblematik und führt mit dem Drogenhändler Winne Pooh, verkörpert durch Vincent D´Onofrio, einen der merkwürdigsten Gangster der Filmgeschichte ein. Winnie Pooh besitzt seit einem Unfall keine Nase, er hat eine Kunstnase, die er besonders gegen Ende des Films öfters abnimmt. Winnie will auf Mitmenschen freundlich wirken, ist aber im Grunde äußerst brutal. Für elf Dollar, die bei einer Drogenlieferung fehlen, werden schon mal Personen brutal hingerichtet. Er stellt einen egoistischen und verbissenen aber erfolgreichen Dealer dar. Schließlich kommt es zum erbitterten Duell zwischen Danny und Winnie Pooh.

Das große Manko des Films ist die inkonsequente Umsetzung seiner Ideen. Immer werden neue Ideen ins Spiel gebracht, die aber ins Leere laufen. So wird z.B. Kujos Plan erläutert. Heruntergekommene Personen sollen einen Überfall auf ein Krankenhaus verüben. Beim Plan werden Szenen gezeigt, wie dieser Überfall ablaufen soll, jedoch läuft die Planung schief. Da Kujo Danny von seinem Plan nicht überzeugen kann, wird auf die Umsetzung des Plans nicht eingegangen. Wieso aber wird dieser Handlungsstrang dann in den Film eingefügt? Die gerade Linie wird im Film vermisst, Szenen knüpfen nahtlos an, jedoch entsteht kein Gesamtbild von der Lage, der Zuschauer weiß nicht so recht, welche Handlungen ins Leere führen und welche den Film weiterbringen.

Fazit: Der Film ist auf den Hauptdarsteller Val Kilmer zugeschnitten. Vincent D´Onofrio und Mpho Koaho, der einen Waffenhändler spielt, können überzeugen, ansonsten bleiben die Nebendarsteller schwach. Auch die Drogenszenen können nicht vollends überzeugen. Der Film hält zu viele überraschende Wendungen parat. Stark sind die Eröffnungsszene und die guten Hauptdarsteller. Das Finale kann nicht überzeugen, da es überzogen und unrealistisch wirkt. Der Film ist anspruchsvoll gemacht und einige realistische Szenen trösten über Längen hinweg. Trotz Schwächen ist der Film durchaus sehenswert.

Bewertung: 3 Punkte

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Slapstickspaß: Jede Menge Ärger

Wolfram am 26. Juli, 2006

In der 45 Millionen Dollar teure Slapstickkomödie „Jede Menge Ärger“ von MIB Regisseur Barry Sonnenfeld geht es um einen gestohlenen Koffer mit explosivem Inhalt und um jede Menge Personen, die darin verwickelt sind.
Ganz unterschiedliche Charaktere treten auf, zum einen der „Hör mal wer da hämmert“-Star Tim Allen als geschiedener und heruntergekommener Pulitzerpreisträger Eliot, der seinen Sohn Matt, gespielt von Ben Foster, allein erzieht. Tim Allen ist sichtlich mit seiner Rolle überfordert und bleibt blass. Die Familie Herk steht im Mittelpunkt des Geschehens. Der Vater Arthur Herk wird als Ekelpaket brillant verkörpert durch Stanley Tuccy. Mutter Anna Herk wird von Rene Russo schwach gespielt, die Tochter Jenny wird von der 22-jährigen Zooey Deschanel die für ihre Rolle deutlich zu alt ist, dargestellt.

Eliots Sohn Matt soll Schulfreundin Jenny mit einer Wasserpistole bespritzen. Gleichzeitig sind auf den in illegale Waffengeschäfte verwickelte Vater Arthur zwei Killer, brillant gespielt von „Schnappt Shorty“-Star Dennis Farina und Jack Kehler, angesetzt. Da die Killer von einem Hund, der sein Hinterteil für ein saftiges Steak hält, abgelenkt sind, läuft der Mordanschlag schief. Der ausgelöste Schuss geht in den neuen Fernseher. Die zum Tatort gerufenen, äußerst ungeschickten Polizisten Monica Romero und Walter Kramitz, gut verkörpert durch Janeane Garofalo und Patrick Warburton, halten Matt für den Täter.

Gleichzeitig rauben zwei tumbe Räuber, unter anderem der „Jackass“-Star Johnny Knoxville, eine heruntergekommene Bar aus, welches von Gangstern just in dem Moment für Waffengeschäfte genutzt wird. Da die Räuber außer ein paar Dollar nichts finden, nehmen sie gleich eine Atombombe, die sie für einen Tresor halten, und ein paar Geiseln mit,. Im Verlauf des Films wollen die Räuber den beteiligten Personen klar machen, dass es sich bei der Bombe um eine Abwasserpumpe handelt.

Auf der Flucht landen die Räuber mitsamt Geiseln im Haus der Familie Herk. Nach einem Zwischenstop im Haus geht es weiter zum Flughafen von Miami. Mit etwas Bestechungsgeld gehen die beiden Räuber plus Eliot und Jenny jeweils als John Smith durch. Bei der Abfertigung ist die Kontrolleurin so gestresst vom ständigen Ausruf „Gepäckkontrolle“, dass sie die als Abwasserpumpe deklarierte Atombombe als Handgepäck durchlässt, jedoch nicht ohne zuvor den Timer zu aktivieren. Doch weit sollen die Räuber nicht kommen…

Fazit: Insgesamt ist der Film sehr amüsant und kurzweilig. Eine klare Linie lässt er dennoch vermissen. Der Film erinnert bisweilen an ZAZ, vor allem bei der Flughafenszene, ohne jedoch dessen Qualität zu erreichen. Einige Gags sind bereits aus anderen Filmen bekannt. Handlungsstränge werden konsequent weiterentwickelt und auf die Spitze getrieben. Alle Darsteller sind Vollidioten und geraten von einem Schlamassel ins nächste. Auch Nebendarsteller tauchen immer wieder auf. Einige Gags treffen leider nicht ins Schwarze, der überwiegende Teil ist jedoch gelungen. Den Schauspieler ist die Freude am Film anzusehen.

Bewertung: 4 Punkte

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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