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Deutschland. Ein Sommermärchen ist kein gewöhnlicher Film von Sönke Wortmann. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Dokumentarfilm über die Deutsche Nationalmannschaft zu Zeiten der FIFA Fußball-WM 2006.

Die Doku beginnt traurig. Der Film startet in der Umkleidekabine mit der schmerzhaften 0:2 Niederlage im Halbfinale gegen Italien. Darauf wird chronologisch der Weg der Deutschen Nationalmannschaft zur WM aufgezeigt. Alles beginnt im Trainingslager auf Sardinien und endet mit dem Erreichen des dritten Platzes durch den 3:1 Sieg über Portugal. Dem Zuschauer wird ein Einblick in die Deutsche Mannschaft gewährt. Dabei rücken sowohl die Rahmenbedingungen als auch die Spiele an sich in den Vordergrund.

Wer Klose, Schneider, Kahn und die anderen Stars der WM nochmals hautnah sehen will, ist in diesem Film richtig. Die Doku zeigt sämtliche Tore und die schönsten Spielszenen der Deutschen Kicker. Ausführlich werden die Trainingsmethoden von Jürgen Klinsmann dargestellt. Darunter sind Ansprachen in Hotelzimmern, Aufmunterungsworte vor dem Spiel und typische Parolen von Klinsmann zu sehen. Wichtige Szenen der WM lässt Wortmann Revue passieren. So wird Ballacks “Wade der Nation” ebenso angesprochen wie der Spickzettel von Lehmann bei dem fulminanten Elfmeterschießen gegen Argentinien. Auch Angela Merkels Besuch bei den Deutschen darf in der Doku nicht fehlen.

Highlights des Films sind u.a. die Spielszenen der Deutschen und die Ansprachen vor den Spielen. Interessant wird es auch, wenn Spieler von sich aus erzählen. Negativ erscheint die Wortkargheit der Spieler, nichts ist einstudiert, alles ist echt. Dies wirkt teilweise etwas ermüdend. Neue Aspekte kann der Film leider nicht vorweisen. Es sind Szenen, die der Fußballfan in der Berichterstattung bereits mehrfach gesehen hat. Nur die Perspektive, ausgehend von einer Digitalkamera, ist eine andere.

Der Film bringt eine durchweg positive Stimmung mit. Dies gelingt ihm nicht nur wegen der beachtlichen Leistung der Deutschen, sondern auch durch stimmungsvolle WM-Musik und eine Prise Humor. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Handkamera von Wortmann. So kann der Film keine durchgängige Handlung darstellen. Insgesamt ist der Film mit einigen langatmigen Szenen zu lang geraten. Dies liegt auch daran, dass sich ähnliche Szenen wiederholen.

 Fazit: Wortmann ist eine interessante Dokumentation über die Fußball-WM gelungen. Nach „Das Wunder von Bern“ rückt der Regisseur erneut den Fußball in den Mittelpunkt. Es ist eindeutig eine Doku von einem Fußballfan für Fußballfans. Noch einmal kann der Zuschauer die Euphorie während der WM miterleben. Den Film sollten sich allerdings nur Fußballfans ansehen, wer sich nicht für Fußball interessiert, kann dieser Doku nichts abgewinnen. Bewertung: 4 Punkte (für Fußballfans)

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)  

Die Fernbedienung für alles: Klick

Wolfram am 12. Oktober, 2006

Michael Newman (Adam Sandler) ist gestresster Familienvater und erfolgreicher Architekt. Ihm ist der Beruf wichtiger, als seine Familie. Um sein Leben zu vereinfachen, kauft er sich eine universelle Fernbedienung, mit der er sein Leben steuern kann.

Michael führt mit seiner Frau Donna (Kate Beckinsale) und seinen zwei Kindern ein bescheidenes Leben. Er ist hin- und hergerissen zwischen Berufsleben und Familie. In einem Architekturbüro gibt ihm sein Boss (David Hasselhoff) einen wichtigen Auftrag nach dem anderen. Zugleich soll er immer für seine Familie da sein. Er sucht nach der Lösung seiner Probleme und findet bei Morty (Christopher Walken) eine Universalfernbedienung, deren Umtausch ausgeschlossen ist. Sie kann nicht nur den Fernseher bedienen, sondern ändert jede Lebenssituation nach seinem Belieben. So kann Michael dem Hund den Ton abstellen, störende Streits mit seiner Frau überspringen und Staus aus dem Weg gehen. Außerdem kann er im Leben zurückspringen und interaktiv an seiner Vergangenheit teilnehmen. Um die Zeit anzuhalten, muss er nur die Stoptaste bedienen. Anfangs ist Michael von der Fernbedienung begeistert, da es mit ihrer Hilfe sowohl in der Familie als auch im Job aufwärts geht. Nach und nach werden auch Nachteile sichtbar. Die Fernbedienung entwickelt ein Eigenleben und überspringt Passagen im Leben von Michael im Zeitraffer. Im Schnelldurchlauf zeigt der Film immer neue Abschnitte seines Lebens. Michael wird immer klarer, dass er sein Leben nicht richtig gelebt hat und seine Familie wichtiger ist als der berufliche Erfolg.

Der Film fängt amüsant an, verflacht aber immer mehr. Die Idee der universellen Fernbedienung trägt den Film nicht über 100 Minuten. Die Gags sind spärlich, richtig amüsant wird die Komödie nur selten. Lachen kann der Zuschauer immer, wenn kleine Einfälle auf die Spitze getrieben werden. So tritt die Stimme von Arnold Schwarzenegger als Off-Kommentator auf. Verständigungsprobleme mit ausländischen Geschäftspartnern löst Michael einfach mithilfe der Sprachauswahl und sichert sich somit den beruflichen Aufstieg. Der Klon von Michael Jackson zeigt sich selbst wegen sexueller Belästigung an. Zudem erfährt der Zuschauer auf amüsante Weise, welche sexuellen Vorlieben Michaels Vorgesetzter hat. Leider verzichtet der Film nicht auf Gags unterhalb der Gürtellinie. Gegen Ende wird er richtig schlecht. Er wandelt sich von einer Komödie in ein moralisches Drama.

Die Darstellerleistungen der Nebendarsteller sind teilweise sehr gut, jedoch krankt der Film an den schlechten Hauptdarstellern. Adam Sandler passt nicht in die Rolle des gestressten Familienvaters. Er spielt seine Rolle lustlos und unmotiviert herunter. Klick ist zwar in der ersten Hälfte ein typischer Adam Sandler Film, die zweite Hälfte ist jedoch komplett überflüssig. Auch Adam Sandlers Frau Donna, dargestellt von „Underworld“-Star Kate Beckinsale, vermag den Zuschauer nicht zu überzeugen. Sie bleibt blass und unauffällig. Großer Pluspunkt in der Darstellerriege ist der Verkäufer Morty, der Michael Newman die universelle Fernbedienung andreht. Er erscheint Michael immer in den unpassendsten Momenten. Er spielt die Rolle richtig fies und dennoch sympathisch, der Zuschauer sehnt sich immer nach dem nächsten Auftritt von Morty. David Hasselhoff in der Rolle von Michaels Chef spielt gut mit, kann aber nicht richtig überzeugen. 

Fazit: Zunächst ein recht amüsanter Film wird er mit der Zeit immer langweiliger und vorhersehbarer. Das moralische und überraschungsfreie Ende ist misslungen. Die Moral, dass das familiäre Leben über dem Beruf steht ist altbekannt und typisch amerikanisch. Nehmen Sie am besten Ihre universelle Fernbedienung mit und überspringen Sie den Film. Bewertung: 2 Punkte

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)   

 

 

 

Geschmacklose Babykomödie: Little Man

Wolfram am 9. Oktober, 2006

In der neuen Klamotte des „Scary Movie“ Regisseurs Keenen Ivory Wayans taucht ein Gangster nach einem Überfall als Baby unter.

Die Titelfigur der geschmacklosen Klamotte ist der frisch aus dem Gefängnis entlassene Gangster Calvin (Marlon Wayans). Er spielt einen nur 80 cm großen Liliputaner. Als erstes raubt er nach seiner Entlassung mit seinem debilen Kumpel Percy (Tracy Morgan) einen Diamanten aus einem Juweliergeschäft. Da der Coup aufgrund von Startschwierigkeiten des Fluchtautos misslingt, versteckt Calvin den Diamanten kurzerhand in der Handtasche von Vanessa (Kerry Washington). Darryl (Shawn Wayans), der Mann von Vanessa, will zufällig gerade Nachwuchs bekommen. Um den Diamanten zurückzubekommen adoptiert sich Calvin einfach in die Familie von Vanessa und Darryl. Das frisch verheiratete Paar ist froh über den unerwarteten Nachwuchs. Keiner in der Familie kommt auf die Idee, dass es sich bei Calvin um einen 40-jährigen Mann handelt. Calvin versucht alles, um dem Paar das Leben zur Hölle zu machen und schnellstmöglich aus der Familie zu entfliehen. Jedoch erweist sich für Calvin das Ziel, den Diamanten zu bekommen, schwieriger als gedacht. So muss er mehrere Tage das Kind spielen. 

Die darstellerischen Leistungen des Films sind katastrophal schlecht. Kein einziger der Darsteller kann überzeugen. Dies liegt vor allem daran, dass ein Großteil der Hauptdarsteller mit den Wayans Brüdern besetzt wurde. Der talentlose, 1,84 Meter große Marlon Wayans, der mit Scary Movie seinen bislang größten Erfolg hatte, enttäuscht in der Rolle des Babys. Nur ein digitaler Trick ermöglichte ihm diese kleinwüchsige Rolle. Der Kopf von Marlon Wayans wurde einfach auf den Körper der Kinder Linden Porco und Gabriel Pimentel montiert. Heraus kam das wohl hässlichste, kräftigste und lüsternste Baby der Filmgeschichte. Die Rolle ist lächerlich, menschenverachtend und vollkommen unglaubwürdig. Wer nimmt einem ein lüsternes Baby mit Tatoos, Raucherhusten und kaputten Zähnen ab? Der ebenfalls talentlose Shawn Wayans spielt die Rolle des Vaters Darryl. Er verkörpert einen Vollidioten, der nicht merkt, dass er ständig vom Baby absichtlich geschlagen wird – so ist diese Rolle absolut unglaubwürdig. Kerry Washington als geschäftstüchtige Mutter kann ebenfalls nicht überzeugen. Sie spielt unauffällig und wirkt im Film deplaziert. Auch die Nebendarsteller sind schlecht, sei es der dumme Partner von Calvin oder die tumben Gangster, angeführt durch den halbwegs überzeugenden Chazz Palminteri. Fazit: Auf 90 Minuten bringt der Film keinen einigermaßen gelungenen Gag zustande. Der geschmacklose Humor zielt weit unter die Gürtellinie. Die hirnverbrannte Story ist purer Schwachsinn und birgt kein bisschen Klamaukpotential. Mit unterirdischer Regie und talentfreien Darstellern ist dem Wayans Clan einer der humorfreisten Filme gelungen. Schon jetzt rangiert „Little Man“ in der IMDB auf Platz 30 der schlechtesten Filme aller Zeiten. Über diesen Film wird sich bestimmt keiner amüsieren können. Es sind zwar jede Menge unfreiwillig komische Szenen vorhanden, diese sind jedoch so schlecht, dass es nicht mehr witzig ist. 

  Bewertung: 1 Punkt 

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Oliver Stones neues Heldenepos “World Trade Center” landet in der ersten Woche auf Platz 3 der deutschen Kinocharts. Damit ist dem Film wider Erwarten ein großer Erfolg gelungen. In der Hauptrolle des pathetischen Films ist Nicolas Cage als Polizist John McLoughlin zu sehen. Der Film ist darstellerisch wie auch inhaltlich misslungen und hinterlässt mit der Übermenge an Pathos einen sehr unangenehmen Beigeschmack.

“World Trade Center” musste sich nur der Bestsellerverfilmung “Das Parfum” und der Adam Sandler Komödie “Klick” geschlagen geben.

Bewertung: 1 Punkt

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Chev Chelios ist: Crank

Wolfram am 2. Oktober, 2006

Mit Crank schufen die Werbefilmer Mark Neveldine und Brian Taylor ein rasantes und wirklich krankes Regiedebüt. Chev Chelios (Jason Statham) wird vergiftet und versucht seine zukünftigen Mörder zu finden.

Der Profikiller Chev erwacht, nachdem er den Drogenboss Don Kim (Keone Young) ermordet hat, in seinem Zimmer. Per Videobotschaft erfährt er, dass er durch eine Giftspritze mit einem chinesischen Synthetikmittel vergiftet wurde. Seine Lebenserwartung beträgt im besten Fall noch knapp 60 Minuten. Chev kann nur überleben, wenn er seinen Adrenalinspiegel hochhält. Statt in Ruhe zu sterben, versucht er seinen Adrenalinspiegel zu puschen, seine Mörder zu finden und zu töten.

Ein rasanter Amoklauf beginnt. Mit wilden Verfolgungsjagden, schnellem Sex, Drogen, Elektroschockern und der telefonischen Mithilfe seines Arztes Doc Miles (Dwight Yoakam) verhindert Chev seinen Tod. Mit seinen Mitmenschen geht Chev nicht zimperlich um. Er liefert sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei durch ein Einkaufscenter und hetzt sowohl brutale Killer als auch die Presse auf sich. Dabei ärgert er nicht nur die Polizei, sondern auch seine zukünftigen Mörder. Diese bereuen schon bald, ihn nicht sofort umgebracht zu haben. Immer mehr Personen werden durch seinen Amoklauf in Mitleidenschaft gezogen. Das Ziel, seine Mörder zu finden, erreicht er sehr schnell. Schon bald muss der Bruder des Gangsterbosses das Zeitliche segnen. Immer mehr Personen im Umfeld seiner Mörder bezahlen mit ihrem Leben. Am Ende des Actionfeuerwerks gibt es einen fulminanten Showdown im Hubschrauber.

Der Film ist der beste Actionfilm der vergangenen Jahre. Dem Zuschauer wird keine Ruhepause gegönnt. Alle Szenen sind rasant geschnitten. Die Musik ist laut und passt zu der dunklen Stimmung. Die Methoden Adrenalin zu beschaffen, werden im Laufe des Films immer ausgefallener und kranker. Mit Brutalität wird nicht sparsam umgegangen. Skurrile Sprüche runden das Filmvergnügen ab. Zur Story kann nicht viel gesagt werden, sie ist einfach gestrickt, aber dennoch sehr wendungsreich. 80 Minuten lang wird ein enormes Tempo eingehalten. Zum Luftholen ist keine Zeit. Die Einfälle der Regisseure überraschen immer wieder. Einziger Kritikpunkt ist das offensichtliche Product-Placement. Mehrmals wird für Red Bull und Google geworben. Wer keine Action mag ist in diesem Film falsch.

Der Film ist komplett auf seinen Hauptdarsteller zugeschnitten. Jason Statham, der schon in „Transporter 2“ eine überzeugende Darstellung zeigte, ist als Killer Chev Chelios eine Wucht. Er liefert eine brillante und trotz der abgedrehten Story sehr glaubhafte Darstellung des Todkranken ab. Jason Statham treibt die Story immer weiter voran. Kein Darsteller hätte diese Rolle verkörpern können, Darsteller wie Bruce Willis in „Stirb langsam“ gehen mit wesentlich weniger Action zur Sache. Auch die Nebendarsteller fallen positiv auf. Amy Smart spielt Chevs naive Freundin Eve, die trotz seines Amoklaufs zu ihm hält, glaubwürdig. Auch die Killer sind gut und gemein besetzt, obwohl ihre Lage immer verzweifelter wird. Dwight Yoakam als Chevs Arzt hat eine herausragende Nebenrolle. Seine Tipps sind aus ärztlicher Sicht zwar zweifelhaft, aber die Darstellung des Arztes ist einfach herrlich.

Fazit: Crank – Aber genial.

   

 

Bewertung: 5 Punkte

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Ich, du und der Andere – Dupree zieht ein

Wolfram am 27. September, 2006

Die neue Dreieckskomödie von Anthony und Joe Russo dreht sich um ein glücklich verheiratetes Paar, das unerwartet einen Untermieter aufnimmt.

Molly Peterson (Kate Hudson), Lehrerin in einer Grundschule und Carl (Matt Dillon), ein erfolgreicher Stadtplaner, der gerade von Mollys Vater (Michael Douglas) befördert wurde,  sind frisch verheiratet. Sie wollen in ihrem neuen Haus entspannte Flitterwochen genießen. Die Flitterwochen laufen anders als geplant. Schon am ersten Abend kommt Carls Bruder Randy Dupree (Owen Wilson) vorbei. Randy, ihr Trauzeuge, hat seinen Job und seine Bleibe verloren. Bis er einen neuen Job gefunden hat, will er als Untermieter bei ihnen bleiben. Aus Mitleid nimmt das Paar Randy auf, was sich jedoch als schwerer Fehler erweist.

Randys Bemühungen, schnell einen Job zu finden, bleiben erfolglos. Seine Einstellungen zur Arbeitswelt sind nicht arbeitsplatzfördernd. Der Gast ist zwar liebenswert, aber ein Trottel. Alles was er anpackt, läuft schief. So abonniert Randy für sich und das Paar Pay-TV. Kurzerhand wird der Anrufbeantworter neu besprochen. Auch die Toilette lässt Randy mehrmals überlaufen. Der Männerabend samt Baseballspiel und Dominas erweist sich vorerst als Tiefpunkt. Randys Problem ist, dass er Spaß am Leben haben will. Die Jobsuche bleibt trotz mehr oder weniger intensiver Bemühungen für ihn nur zweitrangig. Da Carl und Molly eher an die Arbeit denken und Randy ihnen lästig wird, ist die Ehe schon bald auf eine harte Zerreißprobe gestellt. Mit Gutmütigkeit tolerieren Carl und Molly sein Verhalten und hoffen auf Besserung. Randy bedauert zwar seine Missgeschicke, kann sie aber nicht verhindern. Als das Haus Feuer fängt, reicht es dem Paar und es wirft Dupree aus dem Haus raus. Doch nach kurzer Zeit nehmen sie ihn wieder auf.

Sympathieträger des Films ist die Nervensäge Randy Dupree, gespielt von Owen Wilson. Er bleibt den Film über sympathisch. Kate Hudson als Lehrerin, die sich nicht richtig zwischen ihrem Mann und Randy entscheiden kann, spielt passabel. Sie ragt in der Darstellerriege aber nicht heraus. Matt Dillon enttäuscht in der Rolle des Ehemanns. Der Zuschauer weiß nicht so recht, wie sein Verhalten zu beurteilen ist. Liebt er nun Molly, lebt er für seine Arbeit oder ist ihm sein Bruder Randy wichtiger? Großer Pluspunkt ist Michael Douglas. In der Rolle des Vaters von Molly und zugleich als schmieriger Chef von Carl, kann er glänzen. Er kann Carl offensichtlich nicht leiden und setzt alles daran, ihm das Leben zur Hölle zu machen. In einer lächerlichen Nebenrolle tritt der Fahrradprofi Lance Armstrong auf, der Carl die Butter reicht.

Fazit: Der Film ist spürbar in zwei Hälften aufgeteilt. In der ersten Hälfte weist die Dreieckskomödie dank Situationskomik viele amüsante Einfälle und nette Gags auf. Diese sind zwar nicht durchweg gelungen, doch man kann sich gut amüsieren. Nach dem Hausbrand verflacht der Film immer mehr. Es sind kaum noch Gags zu finden. Er wird moralisierend und flach. An Klischees wird nicht gespart. Die Geschichte ist aus anderen Filmen bekannt, neue Ideen werden nicht entwickelt. Die Regisseure wissen nicht genau, was sie mit ihrem Film sagen wollen. Soll er eine Komödie oder ein Liebesfilm sein? Insgesamt ein typisch amerikanischer Film, der in Deutschland keinen großen Erfolg haben wird.

   

 

Bewertung: 2 Punkte

  (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Beziehungskrieg: Trennung mit Hindernissen

Wolfram am 18. September, 2006

Im Film „Trennung mit Hindernissen“ von Peyton Reed geht es um ein verheiratetes Paar, das in Streit gerät. Doch die Trennung ist schwieriger als gedacht.

Gary Grobowski (Vince Vaughn) arbeitet als Touristenführer bei einem Chicagoer Busunternehmen. Seine Frau Brooke Meyers (Jennifer Aniston) jobbt erfolgreich bei der Marilyn Dean Kunstagentur. Beide sind glücklich verheiratet, bis eines Tages Gäste kommen. Als Gary zu wenig Zitronen für die Tischdekoration kauft, erkennt seine Frau Brooke dadurch, dass er nie für sie da ist. Er ist zwar nett, aber er spielt lieber Play Station oder schaut fern, anstatt ihr beim Abwasch zu helfen. Brooke will sich nicht von Gary trennen, sondern einen besseren Menschen aus ihm machen. Um ihn zurückzugewinnen gibt sie vor, sich von ihm scheiden lassen zu wollen. Ihr Mann Gary nutzt die Situation aus, beansprucht das Haus für sich und kauft sich endlich seinen heißersehnten Billardtisch. Nun kann er machen was er will und wird dabei von seinem Freund Johnny O (Jon Favreau) in den Scheidungsgedanken bestärkt. Seine Frau ist von dieser Entwicklung allerdings nicht erfreut, das Paar entfernt sich immer mehr voneinander. Eine Provokation jagt die nächste. Fangen die Kabbeleien noch recht harmlos mit der strikten Aufteilung der Wohnung an, so eskalieren sie im Laufe des Films. Gary veranstaltet in der Wohnung ein Strip-Poker Turnier, Brooke lädt frühmorgens ihren singenden Bruder ein, der die Wohnung zum Üben mit seiner Musikgruppe nutzt, sehr zum Widerwillen von Gary. Jeder Annährungsversuch von Brookes Seite missversteht Gary. Bis die beiden sich wieder vertragen, sind noch viele Hürden zu überwinden, die doch oft sehr langatmig wirken.

Die Darsteller des Films sind mäßig. Die beiden Hauptdarsteller können nicht überzeugen. „Friends“-Star Jennifer Aniston spielt recht lustlos ihre Rolle runter. Alles wirkt einstudiert, der Elan fehlt. Vince Vaughn ist zu sympathisch, als dass man ihm die Rolle des Streithahns abnehmen würde. Er spielt gelassen, als würde ihn der ganze Beziehungsstress nicht interessieren. Negativ fällt der Bruder von Brooke auf. John Michael Higgins spielt den Sänger und Musiker Richard Meyers. Bislang blieb dem Darsteller John Michael Higgins der darstellerische Durchbruch verwehrt und dies zurecht. Er spielt den motivierten und dennoch untalentierten Musiker völlig unglaubwürdig.

Einige Darsteller sind aber auch positiv hervorzuheben. Judy Davis stellt die Inhaberin der Kunstagentur Marilyn Dean überzeugend dar. Auch Garys Freund Johnny O (Jon Favreau) kann als Barbesitzer überzeugen. Er gibt Gary gute Ratschläge, die ihm passen, die aber alle auf eine Trennung hinauslaufen und vollkommen überzogen sind.

Fazit: Insgesamt eine eher mäßige Romanze. Anfangs ist der Rosenkrieg noch amüsant. Da der Film ohne wirklich neue Inhalte hinzuzufügen immer neue Variationen des Krieges anbietet, wirkt der Film sehr langatmig und wenig abwechslungsreich. Die Story ist sehr einfach gestrickt, das Ende kann jeder vorhersehen. Zunächst startet der Film wie eine Komödie, rutscht aber immer mehr ins Dramatische ab. Die Darsteller spielen lustlos, besonders die Hauptdarsteller wirken nicht glaubwürdig. Höhepunkte kann der Film nicht vorweisen. Trotz des in Deutschland großen Kinoerfolgs ist der Beziehungsstreit nicht zu empfehlen.   

Bewertung: 2 Punkte    (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Schlangenalarm an Bord: Snakes on a Plane

Wolfram am 14. September, 2006

Bereits vor dem US-Kinostart sorgte der Film „Snakes on a Plane” unter Fans im Internet für viel Aufsehen. Ihre Erwartungen waren hoch und werden mit diesem amüsanten Actionfilm nicht enttäuscht.

Sean Jones beobachtet zufällig auf Honolulu einen von Gangsterboss Eddie Kim in Auftrag gegebenen Mord. Die Gangster setzen alles daran, dass Sean nicht gegen sie aussagen kann, sondern als Leiche enden soll. Für Seans Sicherheit wird FBI-Agent Neville Flynn beauftragt, der Sean sicher nach Los Angeles eskortieren soll, damit er gegen Eddie Kim und seine Bande aussagt. Neville wählt den Luftweg. Um dem Kronzeugen Sean optimale Sicherheit zu garantieren, beansprucht Neville die komplette First Class für sich. Aber der Flug soll nicht gemütlich werden.

An Bord der Maschine sind jede Menge Klischeefiguren, z.B. eine nervende Göre mit kleiner Hündin, ein Passagier, der unter Flugangst leidet, ein Liebespaar, ein Hip Hop Sänger samt dicken Bodyguards, ein genervter Geschäftsmann, ein Baby und ein Kickboxer. Auch bei der Besatzung wurde nicht an Klischees gespart. Der Pilot flirtet ständig mit den Crewmitgliedern, der Steward ist schwul und eine Stewardess steht kurz vor der Pensionierung. Alle Figuren an Bord des Fluges sind so stark klischeehaft überzeichnet, dass es wiederum Spaß macht, sie in peinlichen Situationen zu sehen.

An Bord des Nachtflugs 121 sind zudem noch Hunderte exotischer Giftschlagen, die von Eddie Kim eingeschmuggelt wurden. Zunächst scheint alles ein normaler Flug zu werden. Keine besonderen Vorkommnisse trüben den Flug. Das Essen ist nicht vergiftet, es sind auch keine Terroristen an Bord. Durch eine Explosion werden die Schlangen aus dem Lagerraum mittels Luftschächten in die sogenannte Holzklasse direkt zu den Passagieren geschleust. Zu spät merken die Passagiere und die Besatzung, dass etwas gründlich daneben geht und der Flug in großer Gefahr ist.

Die Schlangen sind perfekt animiert und sorgen nach und nach für eine Reduzierung der Passagierzahl. Der Zuschauer weiß dabei immer genau, wer als nächstes dran glauben muss. Wie die Schlangen die Fluggäste töten, ist sehr humorvoll und abwechslungsreich umgesetzt. Es kommt im Film zu keiner Zeit Langeweile auf.

In der Rolle des FBI-Agenten Neville Flynn glänzt Hollywood Superstar Samuel L. Jackson. Er spielt den Agenten, der jederzeit die Kontrolle über die Schlangen hat, perfekt. Er hat riesigen Spaß an seiner Rolle. Sean Jones wird von Nathan Phillips verkörpert. Auch er meistert seine erste große Kinorolle gut. Er bleibt unauffällig und dennoch sympathisch.  Die übrigen Darsteller ragen nicht heraus, sie dienen größtenteils als Schlangenfutter. Sie sind so klischeehaft dargestellt, dass es die reine Freude ist, ihnen beim Sterben zuzusehen. Sämtlichen Darstellern ist die Spielfreude anzumerken. Blass bleibt lediglich Flex Alexander in der Rolle des durchgedrehten Hip Hopers Three G´s und seine beiden Bodyguards.

Fazit: Der Film ist als purer Spaß anzusehen. Logik sucht man dagegen im Film vergebens. Regisseur David R. Ellis ist ein amüsanter, äußerst kurzweiliger und spannender Actionspaß gelungen. Die Schlangen sind gut und in dieser Anzahl noch nie auf einem so engen Raum aufgetreten. Nette Einfälle zeichnen den Schlangenfilm aus. Einige bewusste Klischees stören etwas. Der Schluss des Films kommt zu plötzlich und entbehrt jeglicher Logik.   

Bewertung: 4 Punkte    (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Westernkomödie mit Frauenpower: Bandidas

Wolfram am 6. September, 2006

Frauen an die Macht ist das Motto der amüsanten Westernkomödie „Bandidas“.   

Im Jahr 1880 wollen die Amerikaner Eisenbahnlinien nach Mexiko erschließen. Angeführt werden die Amerikaner durch Jackson, perfekt böse dargestellt durch Dwight Yoakam. Er tötet, um an das Land von armen Bauern zu kommen, den Vater der erfolgsverwöhnten Sara, gespielt von Salma Hayek. Nacheinander kauft Jackson, als Inhaber von Banken, das Land von den Bauern für einen Peso ab. Wer sein Land nicht hergeben will, wird erschossen, so auch der Vater der Bauernmagd Maria (Penélope Cruz). Nach einigen Streitereien finden sich Maria und Sara, vom Leben enttäuscht, zusammen. Sie wollen die Mörder ihrer Väter bestrafen und den Armen ihr rechtmäßiges Geld zurückgeben, indem sie Jacksons Banken ausrauben.

Da ein erster Versuch nur mit viel Glück gelingt und in Streit endet, gehen sie bei Bankräuber Bill Buck in die Lehre. Nach kurzem Training finden die zwei ungleichen Bandidas zueinander. Maria erweist sich als gute Schützin, wohingegen sich Sara eher im Messerwerfen eignet. Nach absolvierter Lehre rauben die Bandidas fast sämtliche Banken von Jackson aus und werden schon bald per Steckbrief gesucht. Jackson lässt Detektiv Quentin Cooke kommen, der den Mord an Saras Vater als Selbstmord darstellen und die beiden aufspüren soll. Der Detektiv wird schon bald von den Bandidas gefangen. Sie erklären ihm ihre Lage und nach kurzer Zeit verliebt er sich in die beiden. Fortan raubt er gemeinsam mit dem Duo die Banken aus.

Die Story des Films ist niveaulos und weist deutliche Parallelen zu „Viva Maria“ auf, so heißt hier wie dort die Hauptdarstellerin Maria. Wurde in „Viva Maria“ der Striptease erfunden, so ist es in diesem Film das Küssen. Zwei resolute Hauptdarstellerin und perfekt agierende Nebendarsteller machen den Film zum Vergnügen. Für „Vanilla Sky“ Star Penélope Cruz und für Salma Hayek, bekannt u.a. aus „Desperado“, ist dieser Film die erste Zusammenarbeit. Sie spielen perfekt die Bandidas. Die Darstellung ist glaubwürdig, wenn auch etwas übertrieben und selbstverliebt. Steve Zahn spielt den naiven und tollpatschigen Detektiv Quentin Cooke amüsant und sympathisch. Der Detektiv ist quasi Sherlock Holmes mit deutlichen Verbindungen zu CSI-Ermittlungsmethoden. Auch Dwight Yoakam ist als fieser Gangster glaubwürdig besetzt. Sam Shepard spielt den mürrischen aber netten Bankräuber-Ausbilder Bill Buck. Er erinnert deutlich an Jack Palance als Cowboy in „City Slickers – Die Großstadthelden“.  Fazit: Ein perfekter und erfrischender Sommerfilm. Die Story ist zwar bereits aus vielen Western bekannt, die Regieneulinge Espen Sandberg und Joachim Roenning variieren sie amüsant und kurzweilig. Die Landschaftsaufnahmen von Mexiko sind faszinierend. Den Darstellern ist der Spaß an ihren Rollen anzumerken. Negativ zu bemängeln ist, dass sich der Film einiger Klischees bedient, die aber dem Zuschauer aufgrund des rasanten Tempos kaum auffallen.   

Bewertung: 5 Punkte    (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)  

 

Der neue Shyamalan: Das Mädchen aus dem Wasser

Wolfram am 6. September, 2006

Nach „The Village“ kehrt der indische Regisseur Shyamalan mit einer Gutenachtgeschichte auf die Leinwand zurück. In dem Hotel von Hausmeister Heep steigt ein nacktes Mädchen das Nachts aus dem Swimmingpool empor.

Cleveland Heep ist ein typisch amerikanischer Hausmeister. Der verzweifelte Arzt, der sich nach einem Autounfall in ein Hotel zurückzieht, arbeitet dort als stotternder Hausmeister arbeitet. Jede Menge unterschiedlicher Charaktere wohnen hier, die chinesische Studentin Young Soon, der Kreuzworträtselfan Dury, der Autor Nick, der Filmkritiker Farber, der Dauergast Leeds, fünf ständig feiernde, junge Männer, eine alte Lady und viele weitere Personen. Eines Nachts untersucht Hausmeister Heep den Swimmingpool, da einige Gäste nachts Geräusche einer badenden Person hören. Wenig später erwacht Heep neben einem nackten Mädchen, genannt Story, die sich als „Narf“ entpuppt. Bei ihr handelt es sich um ein Wasserwesen. Jahrtausende sind die Wasserwesen nicht in Kontakt mit den Menschen gekommen, lediglich aus einer Gutenachtgeschichte sind sie bekannt. Story will Kontakt mit einem Mittler, einer Kontaktperson unter den Menschen, knüpfen. Wieso, erfährt der Zuschauer aber leider nicht. Als einziger Anhaltspunkt, wer der Mittler ist, weiß Story, dass es sich um einen Schriftsteller handelt. Die Suche nach ihm gestaltet sich als kompliziert, immer mehr Personen des Wohnkomplexes sind in die Geschichte involviert, bis auch wirklich jede Nebenperson mit (der) Story zu tun hat.  Der Film reizt immer neue Aspekte der Geschichte an. Zu oft verliert der Regisseur den Faden, bis auch der letzte Zuschauer sich fragt, was er mit der Geschichte bezwecken will. Soviel wird im Film klar: Story wird von Scrunts, grüne Tiere, die sich im Gras verstecken, gejagt. Die Scrunts können von einem Wächter oder von den Tartutics bezwungen werden. Die Mission des Wesens aus dem Wasser bleibt schleierhaft. Keiner der Beteiligten zweifelt die vage Geschichte der Wasserwelt von Story an. Jeder im Haus will helfen. Die Schauspielerleistungen im Film sind bis auf wenige Ausnahmen schlecht. In der Rolle des Mädchens tritt Bryce Dallas Howard auf. Nach „The Village“ gönnte ihr Shyamalan wieder die Hauptrolle. Als Wasserwesen hat sie nichts Mystisches. Sie ist wie jede andere Frau, eher würde man ihr eine Geistesgestörte abnehmen als ein Fabelwesen. Auch der Hausmeister, dargestellt von Paul Gianatti, ist fehlbesetzt. Er wirkt total unbeteiligt. Sein ständiges Stottern wirkt gestellt. Cindy Cheung in der Rolle als nervende und ständig mit ihrer Mutter streitende Chinesin Young Soon ist vollkommen überzogen und für die Handlung unbedeutend. Die schlechteste Darstellerleistung liefert ohne Zweifel Regisseur Shyamalan ab. Schauspielerisches Talent sucht man bei ihm vergebens. Er spielt den Schriftsteller, der für das Mädchen von entscheidender Bedeutung ist. Die einzig halbwegs erträgliche schauspielerische Leistung bietet Nebendarsteller Bob Balaban als Buch- und Filmkritiker. Er will auf Klischees im Film hinweisen und merkt dabei nicht, dass er alle Klischees in sich vereint. Regisseur M. Night Shyamalan ist nach dem Durchbruch mit „The Sixth Sense“ kein guter Film mehr gelungen. Die Qualität seiner Filme sinkt immer weiter. „Unbreakable“ war noch relativ gut, aber schon „Signs“ oder „The Village“ waren enttäuschend. Mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ ist er auf dem Tiefpunkt angelangt. Fazit: Das größte Problem des Films ist die Belanglosigkeit. Keine vernünftige Story wird im Film entwickelt, die Aussage des Films ist unklar. Shyamalan verfilmte eine persönliche Gutenachtgeschichte. Bei der Geschichte hätte es auch bleiben müssen, da der Film nicht massentauglich ist. Die Story scheint unfertig, das Ende ist abrupt und der Finale Countdown ist lächerlich kurz. Der bislang wohl schwächste Film des Kinojahres 2006.

Bewertung: 1 Punkt

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)