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G-Girl ist verliebt: Die Super-Ex

Wolfram am 29. November, 2006

Jenny ist mit Superkräften ausgestattet. Ein ums andere Mal muss sie New York vor der Katastrophe retten. Als sie sich in Matt verliebt, wird ihr wahrer Charakter sichtbar. 

Der schüchterne Matt Saunders (Luke Wilson) ist Single und arbeitet erfolgreich in einem New Yorker Architekturbüro. In der U-Bahn lernt er Jenny Johnson (Uma Thurman) kennen und lässt sich auf eine Beziehung ein. Er ahnt jedoch nicht, dass es sich bei Jenny um das Medienumworbene G-Girl handelt. Zunächst verläuft die Beziehung ohne Probleme. Erst spät vertraut Jenny ihm ihr wahres Ich an. Langsam beginnt Matt zu zweifeln, ob Jenny wirklich die richtige für ihn ist. Zum einen ist ihm seine erste Beziehung zu heftig, so wird beim Sex jedes Mal das Zimmer demoliert, zum anderen ist er eigentlich in Hannah Lewis (Anna Faris) verliebt, mit der er im Büro arbeitet. Doch wie sagt Matt einer Frau mit zwei Identitäten, dass er sie loswerden will? Schließlich erklärt er ihr die Situation, doch Jenny schwört als G-Girl erbarmungslose Rache. 

Nach der Trennung steht Matt ein hartes Leben bevor. G-Girl kommt mit der Trennung nicht klar. Sie will Matt für sich behalten oder ihn tot sehen. Anstatt fortan die Stadt vor Gefahren zu beschützen, setzt G-Girl die Superkräfte gegen Matt ein. Dabei steigert sie sich in eine Zerstörungsorgie. Die Rache fängt harmlos mit Matts Goldfisch an. Kurze Zeit später reißt G-Girl ein Loch in Matts Hausdach. Matts Wagen wird aus einem Parkhaus gestohlen, indem die Super-Ex einfach die Wand herausnimmt. Peinlich für Matt wird es, als G-Girl ihn bei einer Präsentation in seiner Architekturfirma blamiert. Höhepunkt ist schließlich, als G-Girl einen Weißen Hai in die Wohnung von Hannah und Matt schleudert, der die beiden töten soll. 

Wie in einem Superheldenfilm üblich, gibt es noch einen Widersacher von G-Girl. Professor Bedlam (Eddie Izzard), der ein Mittel entdeckt hat, das G-Girl die Superkräfte rauben soll. Nur mit Matts Hilfe kann er die Kräfte gegen G-Girl einsetzen. Doch nicht nur G-Girl hat Komplexe, sondern auch Bedlam, der in Wahrheit in G-Girl verliebt ist. 

Die Darsteller haben alle Macken und sind grotesk überzeichnet. Jenny oder G-Girl ist außer einer Superheldin auch eine höllisch eifersüchtige Frau. Sie ist es leid, ständig New York zu retten und weiß die Kräfte auch gegen prinzipiell gute Menschen einzusetzen. Uma Thurman spielt die Superheldin herrlich fies. Luke Wilson spielt mit Matt einen Mann in mittleren Jahren, der sein Singledasein hasst, aber nicht bemerkt, wer die Richtige für ihn ist. Er passt in die Rolle des schüchternen, sympathischen und in die Enge getrieben Single. Die beste Nebenrolle liefert zweifelsohne Eddie Izzard ab. In der Schurkenrolle zeigt er eine Glanzleistung, einen Schurken, der die Superheldin zu Fall bringen will, aber im tiefsten Innern eigentlich in sie verliebt ist. Wenig gut spielt Anna Faris als Matts eigentliche Liebe, sie bleibt leider neben den anderen Darstellern blass. 

Fazit: Ivan Reitman hat eine herrliche Satire auf den Superhelden-Kult entworfen. Im Mittelpunkt stehen nicht die Rettungsaktionen, sondern die menschlichen Fehler von G-Girl. Viele haarsträubende, vollkommen absurde Szenen wechseln sich ab. Die Story ist originell, amüsant und pointiert. Die witzigsten Szenen bauen auf Situationskomik auf. Höhepunkt des Films ist die Attacke des Weißen Hais mitten in einem Appartement in New York. Nur gegen Ende gehen dem Film die Ideen etwas aus. Die Synchronisation ist leider nur mäßig. Für einen kurzweiligen, anspruchslosen Filmabend ist diese Komödie genau das Richtige. 

  

Bewertung: 4 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert) 

Bauarbeiter spielt Behinderten: Wo ist Fred?

Wolfram am 27. November, 2006

Fred Krüppers (Til Schweiger) ist in die naive Mara (Anja Kling) verliebt. Um ihr seine Liebe zu beweisen, muss er ihrem verzogenen Sohn zum Geburtstag einen signierten Basketball des Alba-Berlin Spielers Mercurio Müller schenken. Doch an den Ball zu kommen, ist schwerer als gedacht. 

Fred arbeitet als Bauarbeiter und steht kurz vor der Hochzeit mit Mara. Allerdings will sie ihn nur heiraten, wenn er etwas für ihren dicken, verzogenen und vollkommen unsympathischen Sohn tut. Was bietet sich mehr an, als ein signierter Basketball des Rekordspielers. Dummerweise haben nur behinderte Personen die Chance, den Ball zu bekommen. Doch wie wird man behindert? Kumpel Alex (Jürgen Vogel) setzt Fred einfach in einen Rollstuhl. Schon beim ersten Stadionbesuch fängt Fred den Ball. Die größten Probleme stehen jedoch noch bevor. Den Ball gibt es erst nachdem Fred mit Denise (Alexandra Maria-Lara) einen Imagefilm über Alba-Berlin gedreht hat. Vor Denise spielt Fred den stummen Rollstuhlfahrer Fred Krüppelmann. 

Anfängliche Schwierigkeiten werden schnell gelöst. Wie lebt ein Behinderter im dritten Stock eines Hauses ohne Fahrstuhl? Ist Kumpel Alex wirklich als Pfleger geeignet? Bemerkt Denise irgendwann, dass Fred die Behinderung vortäuscht? Für Alex birgt das Leben als Behinderter viele Gefahren. Ständig wird er im Rollstuhl gegen die Wand gefahren. Schließlich quartiert man ihn im Behindertenheim „Hildegard“ ein. Wie auch alle übrigen Insassen wird er als Irrer behandelt und jede Nacht gefesselt. Nur der querschnittsgelähmte Ronnie, für den der Ball bestimmt war, durchschaut Freds falsches Spiel und will für sich die Hauptrolle im Imagefilm ergattern. 

Fred verliebt sich immer mehr in die Denise. Sie ist übertrieben naiv und einfühlsam. Schon bald fragt sich Fred, ob Mara mit ihrem nervtötenden Sohn die richtige für sein Leben ist. Bis Fred sich entscheidet, muss er aber noch viele peinliche Situationen meistern. 

Der Film wird zu keiner Zeit richtig amüsant. Das Leben der Behinderten wird vollkommen unrealistisch dargestellt. Nur an wenigen Stellen kommt etwas Situationskomik durch. Die wenigen amüsanten Szenen sind allein Jürgen Vogel zu verdanken, der durchaus gut spielt. Wie in vielen anderen Filmen zeigt Til Schweiger absolut kein Schauspieltalent. Auch die Nebendarsteller sind teilweise peinlich überzeichnet, seien es naive Frauen, dumme Kinder oder unfähige Bauarbeiter, die Wasserrohre im Fahrstuhlschacht verlegen und vor dem Balkon eine Mauer bauen. 

Viele Szenen sind aus anderen Serien und Filmen bekannt. Die Autoszene zu Beginn des Films kennt der Zuschauer aus „Mr. Bean“. Die Restaurantszene, in der sich Fred gleichzeitig mit Mara und Denise trifft und ständig zwischen Fred Krüppers und Fred Krüppelmann wechseln muss, ist aus „Mrs. Doubtfire“ geklaut. Wirkten die Szenen in den Originalen noch amüsant, so sind sie in „Wo ist Fred?“ einfach nur peinlich. 

Fazit: „Wo ist Fred?“ amüsiert sich auf Kosten der Behinderten. Mit platter Situationskomik wird versucht, die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Regisseur Anno Saul bedient sich leider zu vieler Klischees. In seinem Film müssen die Behinderten außer der Gehbehinderung auch noch andere Macken haben. Das Frauenbild, das der Film propagiert, ist äußerst naiv. Wie naiv muss eine Frau sein, die einem Behinderten gerne den Bowlingstar und den Bauarbeiter, der ständig von zwei Personen getragen wird, abkauft? 

  

Bewertung: 1 Punkt 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Beklemmende Endzeitvision: Children of Men

Wolfram am 21. November, 2006

2027: Die Welt ist unfruchtbar geworden. Seit 18 Jahren hat kein Baby mehr das Licht der Welt erblickt. Kinder gibt es nicht mehr, die Menschen werden immer älter und langsam stirbt die Welt aus. 

Fast sämtliche Länder der Welt sind in Anarchie und Chaos gestürzt. Nur Großbritannien versucht das gesellschaftliche Leben aufrecht zu halten. Illegale Einwanderer werden brutal in Käfigen gefangen gehalten und in Lager abgeschoben. Die Regierung hat ein Leben in einer Diktatur erschaffen. Der wirtschaftliche Fortschritt ist auf ein Minimum reduziert worden. Anschläge gehören immer mehr zum täglichen Alltag. Diese werden sowohl von Untergrundorganisationen als auch von der Regierung in Auftrag gegeben. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis auch Großbritannien vollends in der Anarchie versinkt. 

Mitten im Chaos befindet sich der vom Leben enttäuschte Theo (Clive Owen). Er erledigt nur mit Widerwillen und Alkohol seine Arbeit in einer Computerfirma. Eines Tages lässt ihn seine ehemalige Freundin Julian (Julianne Moore) entführen. Sie hat einen scheinbar harmlosen Auftrag für ihn, für den er 7.000 Pfund erhält. Er hat die Aufgabe, mithilfe einer Untergrundorganisation die Einwanderin Kee (Claire-Hope Ashitey) ins „Human-Project“ einzuschmuggeln. Doch Kee birgt ein großes Geheimnis, sie ist als erste Frau seit über 18 Jahren schwanger. Schon bald will die Untergrundorganisation das Baby für sich haben und auch die Polizei ist Theo und Kee auf den Fersen. Daher sind sie auf sich allein gestellt und eine hoffnungslose Flucht beginnt. Hilfe finden sie nur in Theos Vater Jaspar (Michael Caine), der als alternder Hippie die Freude am Leben bewahrt hat. 

Die Flucht führt die beiden in immer trostlosere Gegenden. Jeder Helfer entpuppt sich früher oder später als Feind. Schließlich gibt es nur eine Möglichkeit ins „Human-Project“ zu gelangen, die Flucht ins Einwandererlager. Doch ob das Projekt für eine bessere Zukunft überhaupt existiert, weiß niemand. 

Allgegenwärtig ist Hauptdarsteller Theo. In Clive Owen hat Alfonso Cuarõn einen perfekten Darsteller gefunden. Er spielt die Rolle des deprimierten Helden genial. Den Film über ist er ohne Hoffnung. Clive Owen zeigt, wie realistisch man eine Rolle spielen kann. Kaum eine Szene im Film ist er nicht im Bild. Weniger gut spielt die Partnerin Claire-Hope Ashitey als schwangere Frau. Sie wirkt teilweise übertrieben nervös, die Rolle ist überzogen. Ein großer Pluspunkt bietet der Film mit Michael Caine als Jaspar. Einfach genial wirkt die Idee, einen alternden Hippie in die Story einzubauen, der die Hoffnung am Leben bis zum bitteren Ende nicht verliert. Es ist eine Freude ihm beim Spielen zuzusehen. Michael Caines Auftritt allein macht den Film sehenswert. 

Fazit: Sicherlich schuf Alfonso Cuarõn aus der Romanvorlage von P.D. James eine interessante Zukunftsstudie. Sie ist realistisch und spannend. Eine Begründung, wieso die Welt unfruchtbar wurde, liefert der Film jedoch nicht. Dem Zuschauer werden nur wage Andeutungen gegeben, wie z.B. eine Grippeepidemie im Jahr 2008. Eine triste und hoffnungslose Stimmung zeichnet den Film aus. Alles ist düster und beängstigend. Die Hoffnungslosigkeit wird durch die billige Kameraführung und die bleichen Farben intensiviert. Zudem bekommt der Zuschauer einen exzellenten Soundtrack geboten. Gegen Ende baut der Film deutlich ab. In der letzten halben Stunde wird dem Zuschauer eine übertrieben wirkende Actioneinlage vorgesetzt. Die letzten Szenen sind pathetisch und nicht richtig durchdacht, somit ist der Film nicht in sich geschlossen. „Children of Men“ wird sicher nicht jedem Zuschauer gefallen; als düstere Zukunftsstudie ist die Vision aber gelungen. 

  

Bewertung: 4 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Mit knapp sieben Millionen Zuschauer war der erste Zwergenfilm ein voller Erfolg an der Kinokasse. Nach nur zwei Jahren kehren die 7 Zwerge zurück, leider wie schon in Teil 1 mit wenig tiefgründigem Humor. 

Das schöne Schneewittchen ist verzweifelt. Ihr Diener Spliss hat als Austausch für besseren Haarwuchs dem bösen Rumpelstilzchen ihr Baby versprochen. Es gibt nur eine Möglichkeit, wie Schneewittchen es behalten kann. Sie muss binnen zweier Tage Rumpelstilzchens Namen nennen. Diesen kennt aber außer der bösen Hexe, die an Amnesie leidet, nur Zwerg Bubi. In ihrer Verzweiflung wendet sich Schneewittchen an die 7 Zwerge, die jedoch alle außer Bubi nicht zu Hause sind. Da Schneewittchen ihn nicht zu Wort kommen lässt, macht sich Bubi auf die Suche nach den übrigen 6 Zwergen. Von Pinocchio erfährt Bubi den Weg zu seinen ehemaligen Kameraden. Diese verdienen ihr Geld wenig erfolgreich bei der freiwilligen Feuerwehr, in einer Gaststätte oder auch als Rattenfänger und können sich deshalb schnell wieder vereinen. 

Ihr Weg führt die 7 Zwerge durch einen Spiegel in eine andere Welt und Zeit, ins heutige Hamburg. Dort sind sie auf der Suche nach dem Palast der Fische, in dem der Weiße Helge arbeitet. Auf dem Weg zum Palast, der ziemlich klein geraten ist, haben sie Aufgaben zu bestehen und müssen die Hindernisse einer Großstadt überwinden. Rumpelstilzchen setzt derweil in immer neuen Verkleidungen alles daran, dass die 7 Zwerge nicht mehr in den Wald zurückkehren. 

Der neue Otto Film zeigt, wie primitiv die Welt sein kann. Die böse Hexe leidet an Amnesie und ihre Glaskugel funktioniert nur mit Antenne. Sie kann sich den Namen von Rumpelstilzchen nicht merken und auch die Zauberformel will nicht funktionieren. Die 7 Zwerge sind strohdoof und einfach nur peinlich. Rumpelstilzchen will seinen Namen verschweigen, verrät ihn aber trotzdem der bösen Hexe und notiert ihn zur Sicherheit auch noch. 

Humor sucht man in dem Film vergebens. Alles wirkt primitiv und übertrieben unlustig. Die Darstellerleistungen bewegen sich auf dem untersten Niveau. Bis auf Otto Waalkes als Bubi sind die 7 Zwerge komplett witzlos geraten. Das Blödelmärchen weist fast den gleichen Brachialhumor und die gleiche Besetzung wie sein Vorgänger auf. Allein Zwerg Cookie wurde wenig erfolgreich durch Gustav-Peter Wöhler ersetzt. Wie zuvor spielt Otto den Bubi, er hat vor allem zu Beginn des Films einige amüsante Szenen, diese jedoch sind nur seinem Mienenspiel zu verdanken. Ralfie (Norbert Heisterkamp), der im Vorgänger noch als 8. Zwerg auftrat, ist groß und stark, von Schauspielerei scheint er aber noch nichts gehört zu haben. Speedy (Martin Schneider) blödelt sich durch den Film mit einem Akzent, der nicht witzig ist. Cloudy (Boris Aljinovic) gibt sich betont humorlos. Sunny (Ralf Schmitz) legt mit seiner Körpersprache im Angelgeschäft ein Solo hin, das für Leute, die das Original von den Marx Brothers nicht kennen, amüsant ist. Cosma Shiva Hagen als Scheewittchen bleibt blass, allein ihr Diener Spliss (Hans Werner Olm) sorgt für einige amüsante Szenen. Das böse Rumpelstilzchen (Mario Barth, Axel Stein, Oliver Pocher oder Udo Lindenberg) schlüpft in immer neue Verkleidungen, schöpft das Potential der Rolle aber nicht aus. Die böse Hexe im Lebkuchenhaus (Nina Hagen) scheint von Schauspielkunst nichts zu halten. 

Fazit: Der Film verschenkt seine durchaus vorhandenen Ideen. Die enorme Anzahl deutscher Comedians können der Story keine amüsanten Momente abgewinnen. Auf dezentes Schauspiel wird verzichtet, der Film will den Humor mit dem Holzhammer durchsetzen. Die Gesangseinlagen der 7 Zwerge sind unterirdisch schlecht. Aus der Passage in Hamburg hätte Regisseur Sven Unterwaldt deutlich mehr machen können. Die Gags sind abgestanden und teilweise aus anderen Filmen 1:1 übernommen worden. Die Idee mit dem Megaphon z.B. stammt aus dem Film „Loaded Weapon“. Der an sich schon schwache erste Zwergenfilm wird von der Fortsetzung an Ideenlosigkeit und Humorlosigkeit übertroffen. Was ist mit dem deutschen Humor passiert? Ein weiterer Film, der zeigt, wie flach und einfallslos der Humor in Deutschland zurzeit ist. Allenfalls Kleinkinder können sich bei diesem Film amüsieren. 

  

Bewertung: 1 Punkt 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Gruselhorror: Wicker Man – Ritual des Bösen

Wolfram am 11. November, 2006

Wicker Man ist ein Remake des gleichnamigen britischen Mysterythrillers aus dem Jahr 1973 mit Christopher Lee in der Hauptrolle. Das Original war nie in Deutschland zu sehen und auch auf das Remake hätten wir gerne verzichtet. 

Der kalifornische Polizist Edward Malus (Nicolas Cage) wird Zeuge eines Verkehrsunfalls, bei dem er den Tod beider Autoinsassen nicht verhindern kann. Da der Wagen in Feuer aufgeht, werden die Leichen, ein junges Mädchen und eine ältere Frau, nie gefunden. Malus ist verzweifelt und nimmt sich eine Auszeit bei der Polizei. Eines Tages bekommt er ein Brief von seiner Ex-Frau, die ihre Tochter vermisst und Malus um Hilfe bittet. Das Mädchen auf dem Bild sieht dem Mädchen im verunglückten Auto zum Verwechseln ähnlich. 

Malus macht sich auf den Weg zu seiner geschiedenen Frau, die auf der abgelegenen Insel Summers Isle lebt. Von den Einheimischen wird er mit Argwohn empfangen. Die Gemeinde lebt zurückgezogen ohne Elektrizität und wirtschaftlichen Fortschritt. Fremde werden von den Bewohnern nicht geduldet. Zunächst ist Malus von den fremden Sitten beeindruckt. Erst langsam merkt er, dass es eine feminine Gesellschaft ist, die Männer nur zum Arbeiten verwendet. Beim ersten Kontakt mit seiner Frau, die auf der Insel Schwester Willow genannt wird, bemerkt er ihre Angst, ihm von dem verschwundenen Mädchen zu erzählen. Bei der Suche nach dem Mädchen kommt Malus nicht richtig weiter, da ihm von den Einheimischen nur Lügen aufgetischt werden und selbst seine Ex-Frau ihm nicht alles erzählt. Erst spät kommt er dem wahren Treiben auf die Schliche und erfährt am eigenen Leib ihre Sitten und Bräuche. 

Als Herrscherin der Insel präsentiert sich Schwester Summersisle (Ellen Burstyn). Sie unterdrückt die männliche Bevölkerung und feiert mysteriöse Rituale, bei denen Menschenleben geopfert werden. Alles sieht danach aus, als ob das verschwundene Mädchen das nächste Opfer sein soll. 

Nicolas Cage ist auch mit diesem Film weiter in seinem Karrieretief. Er schafft es nicht, seine Rolle mit Leben zu füllen. Er agiert lustlos und gelangweilt. Der Zuschauer ist dem Hauptdarsteller in der Handlung immer einen Schritt voraus. Auch die Herrscherin des mysteriösen Volkes, Ellen Burstyn, ist eine Enttäuschung. Sie passt einfach nicht in die Rolle einer menschenverachtenden Herrscherin. Sie erinnert eher an Miss Marple als an eine Königin eines Volkes. Harmloser wie Ellen Burstyn hätte niemand die Rolle spielen können. Auch die übrigen Bewohner der Insel können nicht überzeugen, allen voran das kleine Mädchen, gespielt von Erika-Shaye Gair, welches leider kein schauspielerisches Können vorweisen kann. 

Fazit: Das große Problem des Films ist die Ziellosigkeit. Zentrale Fragen beantwortet der Film nicht. Was hat es mit dem Wicker Man auf sich? Was passierte wirklich bei dem Autounfall? Wieso feiert die Bevölkerung von Summers Isle die Rituale? Weshalb wurde das Bild vom Erntefest des letzten Jahres entfernt? Wieso kommt dem Polizisten kein Kollege zur Hilfe, obwohl es sich um eine polizeiliche Ermittlung handelt? Wieso erscheint dem Polizisten ständig das kleine Mädchen? Was soll die ganze Angstmache? Richtig gruselig wird der Film leider nie. Zu keiner Zeit kann der Film für Spannung sorgen. Der Film ist äußerst zäh. Die Ermittlungen von Malus gestalten sich als langwierig und belanglos. Über weite Strecken des Films passiert absolut nichts. Zudem ist die Story von „Wicker Man“ veraltet und die Gruselmomente sind einfach nicht gruselig. War das Original noch sehenswert, so ist das Remake ein weiterer Film, den die Welt nicht gebraucht hätte. 

  

Bewertung: 1 Punkt 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Der Reporter Borat (Sacha Baron Cohen) soll für das Fernsehen von Kasachstan eine Dokumentation über Amerika drehen. Dabei lernt er lokale Sitten und Bräuche kennen. Seine Reise bringt ihn und seinen Landsmann mitsamt Bären, der ihn vor Juden schützen soll, im Eiswagen von der amerikanischen Ostküste bis nach Kalifornien. Hier will Borat Pamela Anderson heiraten. Auf dem Weg führt er Interviews mit den Einwohnern der U, S und A. 

Hauptfigur Borat ist ein antisemitischer und frauenfeindlicher Reporter aus Kasachstan. Für ihn ist kein Fettnäpfchen groß genug. Mit echten Interviews entlockt der scheinbar naive Borat den Amerikanern gewagte Aussagen zur Lebensweise. Der Film Borat ist eine Aneinanderreihung von Interviewszenen, in denen gnadenlos die Dummheit der Amerikaner offengelegt wird. Eine witzige Szene wird an die nächste gereiht. Das tolle am Film ist, dass jeder Gag ins Schwarze trifft. Nur in wenigen Szenen rutscht der Film ins Geschmacklose ab, dies ist aber nicht weiter tragisch, da man sich sogar über die Geschmacklosigkeit amüsieren kann. 

Highlights hat der Film viele. Dem Humortrainer zeigt Borat, was wirklich Humor ist und bringt ihn somit zur Verzweiflung. In der Feministinnengruppe gibt er sich betont frauenfeindlich, bis die Feministinnen das Interview beenden. Bei einem TV-Interview bringt Borat die Moderatoren zur Verzweiflung. Tischsitten scheinen Borat ebenso fremd wie das Lenken eines Autos. Sehr amüsant ist auch die Hotelzimmerszene geraten, die gleichzeitig auch sehr geschmacklos ist. Die Szene im Antiquitätengeschäft erinnert an gute alte Slapstickzeiten von Charlie Chaplin und Buster Keaton. Absolutes Highlight des Films ist, wie Borat im Rodeostadion die angebliche Nationalhymne von Kasachstan mit der Melodie der amerikanischen Nationalhymne singt. Die Amerikaner erweisen sich während des Films gegenüber Borat als ängstlich aber auch als hilfsbereit. Sie können ihre eigene Naivität nicht verbergen. Kein Amerikaner zweifelt Borats übertriebene Weltanschauung an, da die Amerikaner von Kasachstan noch nie etwas gehört haben. 

Mit Borat ist dem britischen Kultkomiker Sacha Baron Cohen der amüsanteste Film der letzten Jahre gelungen. Der Film wagt ganz offen die Amerikaner scharf zu kritisieren. Die Lebensweise und die veraltete Weltanschauung der Amerikaner wird eindringlich offengelegt. Nicht nur Borat sondern auch die Amerikaner sind für kein Fettnäpfchen zu groß. Die Amerikaner nehmen Borat gern die Rolle des Reporters aus Kasachstan ab, obwohl seine Aussagen und seine Naivität deutlich überzogen sind. Hauptfigur Borat geht rassistisch gegen Zigeuner und Menschen mit Behinderung vor, er ist extrem judenfeindlich und das obwohl Sacha Baron Cohen selbst Jude ist. Der Film stellt Kasachstan als ein Land voller Vergewaltiger dar. Borats Weltanschauung und die damit verbundenen Interviews sind nur dafür da, den Amerikanern zu zeigen, wie dumm sie sind. 

Fazit: Schon jetzt rangiert „Borat“ in der IMDb unter den 150 besten Filme aller Zeiten. Das hat sich dieser Film auch redlich verdient. So mutig und amüsant ging bislang noch niemand die Amerikaner an. Jeder Gag passt perfekt. „Borat“ ist äußerst kurzweilig. Humoristisch ist dem Film ein großer Wurf gelungen. Den Amerikanern wird gnadenlos gezeigt wo sie in ihrer Entwicklung und Denkweise stehen, nämlich weit unter Kasachstan. Und nun erheben Sie sich bitte für die Nationalhymne von Kasachstan. 

  

Bewertung: 5 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Zwanzig Jahre mussten die Fans auf die Verfilmung des Patrick Süskind Bestsellers „Das Parfum“ warten. Tom Tykwer wagte sich an die Buchverfilmung und gewann damit beim Kinopublikum. 

Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) wird im Jahr 1738 auf dem Pariser Fischmarkt geboren. Von Geburt an entwickelt der Junge einen scharfen Geruchssinn. Er kann sämtliche Düfte unterscheiden und alles erriechen, sei es kalter Stein oder auch verschiedene Holzarten. Von seiner Mutter verstoßen landet er in einem erbärmlichen Waisenhaus. Er wächst in katastrophalen Verhältnissen auf, doch wegen seines Lebenswillens stirbt er nicht, wie so manche andere Kinder im Waisenhaus. Als junger Mann arbeitet er kurzzeitig in einer Gerberei, in der er körperlich ausgebeutet wird. 

Bei einem Auftrag entdeckt er den Parfümeur Baldini (Dustin Hoffman) und geht bei ihm in Lehre. Hier wird ihm das Mischen von Düften und die Zusammensetzung von verschiedenen Parfümen gelehrt. Dabei werden ihm ausführlich die Grundtöne der Düfte vorgestellt, von denen er fasziniert ist. Nach kurzem Aufenthalt in Paris zieht es den jungen Jean-Baptiste über die Berge nach Grasse. Von dem Wunsch besessen, den optimalen Duft zu kreieren, fängt er damit an, junge Mädchen mit roten Haaren zu töten. Die Polizei ist erfolglos bei der Tätersuche und so kommt auch die Kaufmannstochter Laura (Rachel Hurd-Wood) in die Fänge des jungen Mörders. 

Das Tötungsritual von Jean-Baptiste ist kongenial umgesetzt worden. Wie er seine Opfer einsalbt und schließlich umbringt sollte jeder Zuschauer gesehen haben. Er bringt die Frauen nur um, um einige Tropfen für sein Parfum zu gewinnen. Die Erschaffung eines neuen, optimalen Duftes stellt sich als einziger Lebensinhalt für Jean-Baptiste dar. Erst sehr spät kommt die Polizei auf seine Spur, doch da ist sein neuer Duft bereits fertig. 

Der Film nimmt sich sehr viel Zeit für die Entwicklung der Geschichte. Mithilfe eines Off-Kommentators werden dem Zuschauer immer weitere Einzelheiten im Leben von Jean-Baptiste vermittelt. Der Film bleibt nah an der Buchvorlage, was ihn leider sehr langatmig erscheinen lässt. Zudem ist das Ende absolut unglaubwürdig. Dies liegt aber nicht an Tom Tykwer, sondern an dem absurden Ende der Romanvorlage. 

Die Schauspielerleistungen sind im Prinzip gut. Der Film ist auf den famosen Hauptdarsteller Ben Whishaw zugeschnitten. Für ihn ist „Das Parfum“ die erste große Kinorolle. Er spielt bemerkenswert realistisch und fühlt sich in der Rolle sichtlich wohl. Die Charaktere der Nebendarsteller bleiben leider etwas blass. Dustin Hoffman enttäuschst in der Rolle des Parfümeurs. Er spielt zwar intensiv, ragt aber neben Ben Whishaw nicht heraus. Zudem ist seine Rolle auf eine knappe halbe Stunde begrenzt. Jean-Baptistes Opfer wirken wahllos ausgesucht. Bei seinem wichtigsten Opfer Laura (Rachel Hurd-Wood) ist leider kein großes schauspielerisches Können zu bemerken. 

Fazit: Größtes Problem des Films ist die Umsetzung von Gerüchen auf die Leinwand. Tom Tykwer versucht dies mit Kamerafahrten durch die Nase, was aber nicht realistisch erscheint. Dem Off-Kommentator kann man zwar schön zuhören, er bringt den Film aber nicht richtig voran. Häufige Wiederholungen kennzeichnen den Kommentator. Dabei wird der Erzählstrang nur minimal variiert, auf unbedeutende Einzelheiten geht der Off-Kommentator zu häufig ein. „Das Parfum“ will es allen recht machen, kann sich aber nicht recht entscheiden, was die eigentliche Aussage sein soll. Die Film bietet einige nette Einfälle, bevor es sich zum Schluss ins Absurde steigert. 

  

Bewertung: 3 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Bislang waren Rettungsschwimmer vor allem aus der Serie „Baywatch“ bekannt. Im neuen Film von Andrew Davis, der mit dem Film „Ein perfekter Mord“ seinen Durchbruch schaffte, soll mit dem Klischee des dummen Retters aufgeräumt werden, dabei bedient sich „The Guardian“ selbst leider bei zu vielen Klischees. 

In der Titelrolle ist der sichtlich gealterte Kevin Costner als Ben Randall zu sehen. Nach einer gescheiterten Rettungsaktion darf die Lebensretter-Legende nicht mehr als aktiver Rettungsschwimmer arbeiten. Fortan ist er für die Ausbildung bei der Küstenwache zuständig. Mit militärischem Drill will er aus einer Gruppe Anfänger gute Retter machen. Schon zu Beginn der Ausbildung werden die schlechten Schüler aussortiert. Nur die besten und anpassungsfähigsten bestehen alle Prüfungen. Unter ihnen ist der Schwimmchampion Jake Fischer (Ashton Kutcher).

„The Guardian“ stellt die Ausbildung zum Rettungsschwimmer in den Mittelpunkt. Dabei werden abwechslungsreiche und harte Trainingsmethoden gezeigt. Dem Ausbilder Ben macht das Training zunächst keinen Spaß, findet dann aber immer mehr Gefallen daran, die Schüler zu quälen. Dies geschieht z.B. mit Trainingsstunden im eiskalten Wasser oder mit dem Schleppen von Steinen auf dem Beckengrund. Schon bald erweist sich Jake als Trainingsbester. Wie in Filmen üblich können sich Ben und Jake zunächst nicht leiden. Erst mit der Zeit erkennt Ben immer mehr Gemeinsamkeiten mit Jake. Schließlich wird Jake, der zwar sportlich topfit ist aber menschliche Schwächen besitzt, von Ben vor dem Rauswurf aus der Kompanie gerettet.

Der Film ist auf die beiden Hauptdarsteller zugeschnitten. Kevin Costner wirkt lustlos, ihm ist das Alter deutlich anzumerken. Ashton Kutcher spielt seine Rolle gut, hat jedoch keine Höhepunkte. Die Nebendarsteller haben in dem Film nur eine untergeordnete Rolle, Darsteller wie Melissa Sagemiller als Jakes Freundin und Sela Ward als Bens ehemalige Frau erfüllen leider jedes Klischee. 

Fazit: Der Film kann dem Ausbildungslehrgang keine neuen Aspekte hinzufügen. Dabei wirkt die Ausbildungszeit stellenweise ermüdend. Der Mittelteil des Films ist zu lang und ideenlos geraten. Besonders bei der Ausbildung werden bekannte Klischees verwendet. Das Motiv, dass Jake die Ausbildung zum Rettungsschwimmer absolviert und nicht an Schwimmmeisterschaften teilnimmt, ist an den Haaren herbeigezogen. Ben wurde zudem eine gescheiterte Ehe angedichtet, die für den Fortgang des Films unwesentlich ist. Nur zum Beginn und zum Ende des Films, wenn die Küstenwache in Aktion ist, kommt Spannung auf. Allerdings mündet die Spannung zum Schluss leider in Pathos. Im Grunde ist der Film eine Werbemaßnahme für die US Küstenwache. „The Guardian“ zelebriert einen Hurra-Patriotismus und lässt keinen Zweifel an den ach so guten Absichten der Rettungsschwimmer aufkommen.

Bewertung: 2 Punkte

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)     

  

Meryl Streep: Der Teufel trägt Prada

Wolfram am 30. Oktober, 2006

Miranda Priestley (Meryl Streep) ist Chefin des renommierten Modemagazins Runaway. Wegen ihrer herrischen Art kann es keine Assistentin lange bei ihr aushalten. Bei der Ernennung einer neuen Assistentin fällt ihre Wahl auf die modisch nicht interessierte Durchschnittsfrau Andy Sachs (Anne Heathaway).

Die Modesatire „Der Teufel trägt Prada“ ist auf Meryl Streep zugeschnitten. Als Modechefin Miranda Priestley befehligt sie ihre beiden schlanken Assistentinnen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie haben die Aufgabe, für alles dazusein, sei es der Kaffee zum Frühstück, das tägliche Mantelbegrüßungsritual oder die Organisation eines Fluges in der Nacht bei unmöglichem Wetter. Miranda ist von sich überzeugt, leitet die Firma konsequent und unterdrückt dabei sämtliche Mitarbeiter.

Die ahnungslose, nicht sonderlich schlanke Andy Sachs bewirbt sich erfolgreich auf einen Assistentinnenjob. Dabei ahnt sie nicht, worauf sie sich dabei einlässt. Zunächst nimmt Andy ihre Aufgaben nicht ernst und ist ständig im Stress. Erst nach einigen modischen Beratungen kann sie sich immer mehr mit ihrer Situation in der Firma anfreunden. Fortan hat Andy nicht nur mit Miranda zu kämpfen, sondern auch mit ihrem Freund Nate (Adrian Greenier), für den sie immer weniger Zeit übrig hat. Auch mit ihrer Kollegin Emily läuft es nicht gut. Emily kann Andy sichtlich nicht leiden und versucht jederzeit sie schlecht zu reden.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten will Andy fast kündigen. Im letzten Moment hängt sie sich aber doch noch in den Job rein. Sie wird von Miranda mit immer wichtigeren und schwierigeren Aufgaben betraut und somit immer weiter unter Druck gesetzt. Dabei vernachlässigt Andy ihr Privatleben. Sie nimmt spürbar ab, wechselt die Kleidergröße aber langsam macht ihr die Rolle als Assistentin Spaß. Erst als Miranda die unsympathische Emily abfertigt, beginnt Andy an ihrer Rolle zu zweifeln.

Der Film lebt von der überragenden Meryl Streep als Modechefin. Sie spielt ihre fiese Rolle mit einer unglaublichen Gelassenheit. Gerne nimmt man ihr die modische bewusste, unterdrückende Furie ab. Sie ist ständig motiviert und liebt die Unterdrückung ihrer Mitarbeiter. Auch Anne Hathaway spielt ihre Rolle gut. Sie ragt zwar nicht aus der Darstellerriege heraus, spielt aber glaubwürdig. Die Nebenfiguren sind teilweise brillant besetzt, sei es Stanley Tuccy als Ressortleiter Nigel, der ständig Modetipps gibt oder Simon Baker in der Rolle des Konkurrenten Christian Thompson. Negativ unter den Darstellern fällt lediglich Emily Blunt als Assistentin Emily auf. Ihre Rolle ist nicht glaubwürdig und völlig überzogen. Die Beziehung Andys mit ihrem Durchschnittsmann Nate (Adrian Grenier) bleibt im Hintergrund und wirkt wie ein Fremdkörper. Sie ist für den Fortgang der Geschichte unbedeutend.

Fazit: Wer einen Blick in die Modewelt bekommen will, liegt bei dieser leichten Komödie genau richtig. Allein Meryl Streep in einer brillanten Rolle sehen zu können ist der Eintritt wert. Auch die Wandlung von Andy ist sehenswert. Der Film spart leider nicht an Klischees und ist teilweise sehr leicht vorhersehbar. Auch konnte auf ein Hollywood typisches Ende nicht verzichtet werden.

Bewertung: 3 Punkte

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)   

  

 

 

11. September 2001: Für die Polizisten John McLoughlin (Nicolas Cage) und Will Jimeno (Michael Peña) scheint es ein normaler Arbeitstag. Keine besonderen Vorkommnisse stören den Tagesablauf, bis kurz vor 9.00 Uhr ein Flugzeug in das World Trade Center (WTC) fliegt. Der vermeintliche Unfall stellt sich schon bald als geplanter Angriff dar und für die beiden Polizisten beginnt ein neues Kapitel in ihrem Leben. Gut fünf Jahre nach der Flugzeugkatastrophe beschäftigt sich Oliver Stone, der als Regisseur von „Platoon“ und „Natural Born Killers“ brillierte, mit diesem Thema. Schon seit Jahren ist dem Regisseur kein passabler Film gelungen, mit diesem Film ist er definitiv an seinem Tiefpunkt angelangt. Hätte aus der Story wenigstens ein mäßiger Film werden können, so liefert Stone eine Katastrophe ab. Der Film ist vollkommen anspruchslos. Auf Action oder gar auf Humor wurde vorsichtigerweise komplett verzichtet. Nur in den ersten zehn Minuten baut der Film Spannung auf, die aber dann den Trümmern erliegt. Übrig bleibt eine lächerliche, religionsüberladene Story, die vor Pathos überquillt. 

Die Polizisten John und Will werden nach der ersten Flugzeugkatastrophe in ein Polizeigebäude in unmittelbarer Nähe des WTC beordert. Sie sollen das WTC evakuieren. Doch dazu kommt es nicht. Bevor sie das Gebäude evakuieren können, stürzt alles zusammen. Die Polizisten finden sich unter Trümmern begraben wieder und können sich nicht von der Stelle bewegen. Anfängliche Hoffnungen, gerettet zu werden, erweisen sich als Illusion. Darum machen sich beide Gedanken um Gott und um die ach so gute Familie. Negativer Höhepunkt in den Gedanken der Polizisten ist dabei das Erscheinen von Jesus mit einer Trinkflasche vor Wills Augen. Zudem zitiert Will das bereits unterirdisch schlechte Militärdrama „Die Akte Jane“, welches bereits durch Pathos und Militärdrill unerträglich war. John denkt fortwährend an seine Familie und an Dinge, die er noch erledigen muss. Da die Handlung unter den Trümmern nicht ergiebig ist, werden die Familien der Polisten in die Story eingeführt. Johns Familie erweist sich als typische amerikanische Durchschnittsfamilie. Seine Frau Donna (Maria Bello) ist hysterisch und verzweifelt, ebenso Wills (Maggie Gyllenhaal) Frau. Auch die übrigen Familienmitglieder entsprechen jedem Klischee. So fehlen z.B. altkluge Kinder in der Story nicht. Stone verbringt zuviel Zeit mit den beiden Familien und senkt die nicht vorhandene Glaubwürdigkeit der Story immer weiter. Die komplette Familiengeschichte wirkt in dem Film fehl am Platz. Sie bringt die Story nicht voran und lässt den Zuschauer vor Langeweile einschlafen. 

Klar werden die beiden Polizisten dann irgendwann unter den Trümmern entdeckt, aber auch hier drückt Stone auf die Tränendrüse. Der Retter, Dave Karnes, der später im Irak viele unschuldige Zivilpersonen grausam ermordete, erweist sich als patriotischer Marinesoldat. Die Rettungsaktion scheint zu einfach und zu koordiniert. Die Darstellerleistungen des Films sind eine einzige Katastrophe. Alle Darsteller erweisen sich als gottesgläubig und patriotisch. Nicolas Cage, der in Filmen wie „Bringing Out the Dead“ tolle Leistungen ablieferte, ist als Verschütteter nicht geeignet. Keinen Moment nimmt man ihm die Verzweiflung ab. Sein Schauspielerpartner Michael Peña bleibt trotz Hauptrolle unauffällig. Auch er lässt, obwohl er emotional bewegen soll, den Zuschauer kalt. Die Frauen der Polizisten sind hysterisch überzeichnet und vollkommen unglaubwürdig. Oliver Stone drehte mit einigen guten Darstellern, die jedoch in diesem Film alle talentlos rüberkommen. 

Fazit: Pathos soweit das Auge reicht. Da die Bewertungsskala 0 Punkte nicht zulässt, bin ich leider gezwungen dem Film einen Punkt zu geben. Der Film ist nur Zuschauern zu empfehlen, die eine Einschlafhilfe haben wollen. Mit einer unglaublich simplen und pathetischen Story hinterlässt der Film einen bitteren Beigeschmack. Das Drama spricht nicht die wahren Hintergründe an. Die Geschehnisse werden nicht hinterfragt, zudem werden die eigentlichen Verbrecher nicht zur Rede gestellt. Den knapp 3.000 Opfern und 20 Geretteten wird der Film in keiner Weise gerecht. Sicherlich wird es noch mehr Filme zum World Trade Center geben, so schlecht wie dieser Film kann keiner werden.   

Bewertung: 1 Punkt    (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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