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Dezember 1944: Deutschland steht kurz vor der Kapitulation. Die großen Städte sind zerstört. In der Reichskanzlei in Berlin haben sich die Funktionäre des Nazi-Reichs um Propagandaminister Goebbels (Sylvester Groth) versammelt. Sie schmieden Pläne, wie Deutschland doch noch den Krieg gewinnen kann. Doch einer spielt bei diesem Plan nicht mit: Hitler (Helge Schneider). Er ist frustriert und hat jede Hoffnung auf einen Sieg begraben. Doch schon in wenigen Tagen soll er in einer feierlichen Neujahrsansprache vor einem Millionenpublikum den Endsieg der Deutschen propagieren. Da Berlin größtenteils zerstört ist, soll eine Filmkulisse als Fassade dienen. Doch Hitler hat überhaupt keine Lust Reden zu halten.

Daher schmiedet Goebbels einen perfiden Plan. Der im KZ Sachsenhausen gefangene Jude Adolf Israel Grünbaum (Ulrich Mühe), ein ehemaliger Schauspieler, soll Lehrer von Hitler werden und ihm den Mut am Leben zurückgeben. Zunächst ist Hitler wenig begeistert, dass gerade ein Jude ihn aufmuntern soll. Schon bald wächst zwischen den beiden trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten eine innige Freundschaft. Hitler bekommt Schauspielunterricht und findet seinen verlorenen Lebensmut zurück. Doch immer wieder kommt sein Vaterkomplex zum Vorschein. Hinter den Kulissen schmieden derweil Joseph Goebbels, Albert Speer (Stefan Kurt), Heinrich Himmler (Ulrich Noethen) und die übrigen Nazis andere Pläne, wie sie das Volk hinter sich bringen können, nötigenfalls auch ohne Hitler. 

Die größte Erkenntnis aus dem Film ist, Helge Schneider ist kein Schauspieler. Seine Rolle als Hitler wirkt sehr schwach. Ohne Emotionen spricht er seinen oft nicht besonders amüsanten Text runter. Einige nette Einfälle können ihn nicht retten. Hitler ist zwar im Trainingsanzug, in der Badewanne, beim Ausführen seines Hundes Blondie, beim Singen und beim Bellen zu bewundern, richtig lustig wird es aber nie. Viel amüsanter sind die Gags am Rande. Als Running Gag wird selbst Hitler in seinen Gemächern überwacht, wobei das riesige Mikrophon ständig versagt und neu eingestellt werden muss. Die Konzentrationslager werden auf Spielkarten abgebildet. „Heil Hitler“ ist zur Nebensache geworden und der Ausspruch wird oft scherzhaft behandelt. Die Filmhistorie wird immer wieder erwähnt. Der letzte große Propagandafilm „Kolberg“ mit Heinrich George entsteht gerade. Leni Riefenstahl, Hitlers Lieblingsregisseurin, soll die Neujahrsansprache drehen und auch Heinz Rühmann wird bei der Filmproduktion aufgerufen. 

Ulrich Mühe als fiktiver Adolf Grünbaum kann die Zuschauer begeistern. Er stellt eine sehr interessante Figur dar. Zwischen Attentatsplänen und tiefer Verachtung kann er sich immer mehr mit Hitlers Taten anfreunden. Sylvester Groth spielt Goebbels mit äußerster Ruhe und sehr emotionsvoll. Ein Gag am Rande ist Ulrich Noethen als Heinrich Himmler. Sein künstlicher Arm ist so ausgerichtet, dass er ständig zum Hitlergruß bereit ist. 

Fazit: Eigentlich ist Levys Film viel zu harmlos, um sich darüber aufzuregen. Einige schöne Einfälle täuschen leider nicht über die dünne Handlung hinweg. Der Film pendelt unentschlossen zwischen Humor und Anspruch, findet jedoch keine klare Linie. Der Krieg findet im Hintergrund statt, im Vordergrund steht der deprimierte Hitler, der in Therapiesitzungen von Grünbaum geheilt wird.   Bewertung: 3 Punkte   

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)  

 

Der 17-jährige John Tucker (Jesse Metcalfe) ist Star der Highschool. Mit überragenden Leistungen im Basketball-Team kriegt er jede Frau ins Bett. Eine Beziehung ist ihm zu wenig. Doch drei betrogene Frauen schmieden Rachepläne. 

Die unauffällige Kate Spencer (Brittany Snow) ist mit ihrer Mutter Lori, die mal wieder ihren Mann verlassen hat, umgezogen. An der Forest Hill Highschool will Kate von anderen Schülern nichts wissen und versucht zurückgezogen und ohne Freunde zu leben. Eines Tages lernt sie Cheerleaderin Heather, Veganerin Beth und Schulreporterin Carrie kennen. Drei bei den Schülern beliebte Zicken ohne besondere Merkmale. Alle drei haben eins gemeinsam, sie sind mit John Tucker befreundet. Erst in einer Unterrichtsstunde erfahren sie, dass sie von ihm betrogen werden. 

Mit tatkräftiger Hilfe der mittelmäßig begabten Kate wollen die drei unterbelichteten und äußerst ungeschickten Teenager Rache an John Tucker üben. Zunächst soll Johns Beliebtheit bei den Frauen und schließlich soll John selbst zerstört werden. Doch sämtliche Rachepläne misslingen. Mit einer angeblichen Herpes-Krankheit soll er vor der Öffentlichkeit blamiert werden, doch Johns wird mit einem Preis für seine Courrage ausgezeichnet. Die Betrogenen mischen ein Östrogen-Mittel für Frauen in sein Fitnessgetränk. Er wird weiblich und entdeckt vollkommen neue Frauen für sich. Nur mit einem Slip bekleidet soll er der Lächerlichkeit preisgegeben werden, doch John Tucker vermag daraus eine neue Unterwäschemode für Herren zu kreieren.

Da alle Pläne John zu zerstören scheitern, muss die unerfahrene Kate als Waffe eingesetzt werden. Sie soll sich auf eine Scheinbeziehung mit ihm einlassen und ihn dadurch blamieren. Doch um Johns Aufmerksamkeit auf Kate zu lenken, muss sie Mitglied der schulinternen Cheerleader-Gruppe werden, die Kate innerlich hasst. Mit ihrer Cheerleaderkarriere steigt Kates Ansehen und schon bald beißt John an. Doch was ist, wenn aus gespielter Liebe Ernst wird? 

Die Darsteller sind größtenteils viel zu alt für eine Teenagerkomödie. Hauptdarsteller, der Serienstar Jesse Metcalfe, war während des Drehs bereits 26 Jahre alt. Auch die Rivalen von John, Sängerin Ashanti (24), Sophia Bush (22), Arielle Kebbel (20) und Hauptdarstellerin Brittany Snow (19) passen nicht in eine typische Highschool, in der das Alter bei höchstens 17 Jahren liegt. Deutlich zu jung ist Kates Mutter, dargestellt von der erst 32-jährigen Jenny McCarthy. Problem des Films ist aber nicht nur das Alter der meisten Darsteller, sondern auch die schauspielerischen Leistungen. Jesse Metcalfe spielt den Schulliebling völlig lieblos. Ohne Emotionen spricht er seinen vorgegeben Text. Die weiblichen Darsteller sind viel zu dumm dargestellt. Zunächst merkt keine der Frauen, dass sie betrogen werden und später stellen sie sich bei der Rache an John mehr als dämlich an. Zudem spielen sie hysterisch und unglaubwürdig. Auch die nur dreizehn Jahre ältere Mutter von Kate kann keine Glanzpunkte setzen.  

Fazit: Ein vollkommen überflüssiges Drehbuch wird in den Sand gesetzt. Der Film bietet keine neuen Einfälle, alle Szenen hat der Zuschauer in ähnlichen Filmen besser umgesetzt gesehen. Die Darsteller spielen auf unterstem Niveau und können keine Lacher erzeugen. Über die Handlung müssen nicht viele Worte verloren werden, sie ist simpel, kein Klischee einer amerikanischen Highschool wird ausgelassen. Ein Basketballstar, viele Cheerleader, ein dicker Kumpel und viele geschmacklose und humorlose Szenen bleiben dem Zuschauer nicht erspart. Zum Ende wird der vorhersehbare Film unangenehm moralisch. Enttäuschender kann ein Film kaum sein.

Bewertung: 1 Punkt

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)   

 

Der Untergang eines Volkes: Apocalypto

Wolfram am 18. Januar, 2007

In seinem neuen Werk versucht Oscar-Preisträger Mel Gibson den Untergang der Maya-Kultur zu beleuchten. Anhand des Einzelschicksals von Jaguar (Rudy Youngblood) soll dem Zuschauer das Volk der Maya nahegebracht werden. 

Das Reich der Maya unmittelbar vor der Eroberung durch Spanien: Ein kleiner Landstrich im heutigen Mexiko. Lange ist kein Regen gefallen, die Ernte fällt mager aus und tierische Beute ist kaum in Sicht. Zwei verfeindete Gruppen der Maya stehen sich gegenüber. Der Alleingänger Jaguar wird von seinen Stammesgenossen verachtet. Er lebt mit seiner hochschwangeren Frau und seinem kleinen Sohn in einer bescheidenen Siedlung. Eines Tages wird diese von Kämpfern überfallen. Viele Einwohner des Dorfes werden getötet, die übrigen gefesselt und als Geiseln genommen. Kleine, hilflose Kinder werden allein gelassen. Nur Jaguars Frau und ihr kleiner Sohn können sich in ein Erdloch retten. 

Die Gruppe der Gefangenen muss einen beschwerlichen Weg durch reißende Fluten und durchs Gebirge hinter sich bringen. Nur die Starken überleben. In einer antiken Tempelstadt sollen die Gefangenen in einer Zeremonie vor dem applaudierenden Volk durch Köpfen geopfert werden. Durch die Opferzeremonie erhoffen sich die Ureinwohner Regen und eine reiche Ernte. 

Einige der Gefangenen sind schon geopfert, nun ist Jaguar an der Reihe, doch er wird vom Schicksal verschont, eine plötzliche Sonnenfinsternis rettet ihm das Leben. Die gläubigen Mayas sind verwirrt und halten die Sonnenfinsternis für ein göttliches Zeichen. Sie beenden die Opferung der Gefangenen und sprechen diese frei. Alle Gefangenen dürfen um ihr Leben rennen, doch keinem außer Jaguar gelingt die Flucht. Eine Gruppe macht sich auf die Suche nach ihm, eine erbarmungslose Menschenjagd beginnt. Dabei zeigt Jaguar den Jägern immer wieder, wer der wahre Herrscher des Waldes ist und sucht den beschwerlichen Weg zurück zu seiner Familie. Kaum einer seiner Peiniger wird die Menschenjagd auf ihn überleben. 

Das Ethno-Abenteuer ist im Reich der Maya angesiedelt. Die Maya werden als brutales Volk ohne Gnade dargestellt. Das Volk befindet sich schon vor der Vernichtung durch die Spanier schon im Zerfall. Mel Gibson schildert das Leben der Maya anhand eines Einzelschicksals. Um realistisch zu wirken wurde mit Laiendarstellern gedreht. Die schauspielerischen Leistungen sind passabel, stehen jedoch nicht im Mittelpunkt. Blut fließt reichlich, herausgetrennte Herzen und rollende Köpfe gehören ebenso zum Film wie Massengräber geopferter Mayas. Die Bilder gehen teilweise über die Schmerzgrenze der Zuschauer hinaus. Realistisch ist das Ganze im Endeffekt aber nicht. 

Fazit: Mel Gibsons Versuch einen authentischen Film über das Leben der Maya zu drehen misslang. „Apocalypto“ wird der Historie nicht gerecht, mit dem wirklichen Leben der Mayas hat der Film leider nichts zu tun. Die Bauten sind imposant und auch die Massenszenen können überzeugen. Der Regisseur legt viel Wert auf Brutalität und diese ist so extrem, dass das Leben der Maya viel zu kurz kommt. Die Hetzjagd, die sich Jaguar mit seinen Verfolgern liefert, sorgt für hohe Spannung. Der Film wird in den deutschen Kinos nur in der Originalsprache der Maya gezeigt. Die Darsteller sprechen auffällig langsam.   

Bewertung: 3 Punkte

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)   

 

Mit einem Budget von 100 Millionen Dollar waren die Erwartungen an die Verfilmung des Bestsellers von Christopger Paolini sehr hoch. Doch der Auftakt der Trilogie enttäuscht auch eingefleischte Fans des Romans.

In ferner Vergangenheit wurde das Land Alagaesia von Drachenreitern beherrscht. Doch der Drachenreiter Galbatorix (John Malkovich) wollte alleiniger Herrscher des Landes werden und vernichtete alle übrigen Drachenreiter. Heutzutage beherrscht er Alagaesia komplett und das Volk leidet unter unerträglichen Bedingungen. Niemand scheint mächtig genug zu sein, dem Grauen ein Ende zu setzen.

Der einfache Bauernjunge Eragon (Ed Speleers) findet bei einem Jagdausflug ein großes, ovales, blaues Ei. Nach wenigen Tagen entschlüpft dem Ei ein unbekanntes Wesen, das sich bald als riesiger Drache mit Namen Saphira entpuppt. Saphira erklärt dem Helden, dass es seine Bestimmung ist, ein Drachenreiter zu sein. Zusammen wollen sie der tyrannischen Herrschaft von Galbatorix ein Ende setzen. Zuvor muss Eragon noch die Fähigkeiten des Drachenreitens und des Kämpfens erlernen. Hilfe bekommt er dabei vom Sonderling Brom (Jeremy Irons), einem ehemaligen Drachenreiter. Zunächst wenig voneinander begeistert, wächst zwischen Brom und Eragon eine innige Freundschaft. Ein weiter, kämpferischer Weg liegt vor den tapferen Helden. Um an Galbatorix zu gelangen, muss zunächst die junge Königin Arya (Sienna Guillory) aus den Klauen des Schattenmanns Durza (Robert Carlyle) befreit werden.

Die schauspielerischen Leistungen sind teilweise abgrundtief schlecht. In der Rolle des Titelhelden müssen wir Ed Speelers in seinem Debüt ertragen. Seine Mimik beschränkt sich auf einen einzigen Gesichtsausdruck. Die Wandlung vom unerfahrenen Bauernjungen zum heldenhaften Krieger ist nicht nachvollziehbar. Sein Lehrmeister Brom wird von Jeremy Irons verkörpert. Bereits in „Dungeons und Dragons“ zeigte er, wie schlecht er sein kann. Seine Leistung ist auch hier eine Katastrophe. Die Rolle des Lehrmeisters ist eine schlechte Obi Wan Kopie. Der Zuschauer hat leider nie das Gefühl, Brom würde Eragon etwas zeigen. Auch die weiteren Darsteller enttäuschen. Die unbekannte Darstellerin Sienna Guillory bleibt blass, der Schattenmann Robert Carlyle wirkt zwar fies aber nicht bedrohlich, der König John Malkovich tritt nur in wenigen Szenen in Erscheinung.

Die Dialoge der Darsteller sind viel zu einfach. Der Zuschauer könnte den Film fast mitsprechen. Große Enttäuschung ist der Film vor allem für Fans der Romanvorlage. Der 700 Seiten starke Roman wurde auf 90 Filmminuten gestrafft. Komplette Passagen wurden gestrichen, Handlungen wurden zusammengelegt und die Texte wurden geändert und vereinfacht. Höchstens kindliche Gemüter können dem Film etwas abgewinnen. Ein grausamer und aufdringlicher Soundtrack gibt dem Film den Rest.

 Fazit: „Eragon“ ist dank des mehr als dünnen Drehbuchs eine komplette Katastrophe. Schlechte Schauspieler und eine schwache Story machen den Film zum Langweiler. Ohne jede Überraschung wird der Zuschauer über 90 Minuten gequält. In der ersten Hälfte des Films passiert nichts und das Finale ist zu kurz und unübersichtlich geraten. Logische Schwachpunkte hat das Abenteuer genügend. Innerhalb von 10 Sekunden wächst Saphira von einem Baby zu einem ausgewachsenen Drachen, aber wie? Ein vollkommen unterbelichteter Held muss sich mit einem schlecht getricksten Drachen mit einer grässlichen, von Nena gesprochenen Stimme, abplagen.

Ein weiterer Flop in der Reihe der Fantasyfilme. Hoffentlich werden wir von weiteren bereits angedrohten Fortsetzungen der Trilogie verschont.

Bewertung: 1 Punkt 

 (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)     

  

 

 

Die Historie lebt: Nachts im Museum

Wolfram am 11. Januar, 2007

Die Historie lebt: Nachts im Museum
 
Seinen neuen Job als Nachtwächter im National History Museum hat sich Larry Daley (Ben Stiller) ganz anders vorgestellt. Statt eine ruhige Kugel zu schieben erwachen die ausgestellten Exponate des Museums jede Nacht zu neuem Leben.
Larry ist der geborene Verlierer. Seine Beschäftigungen wechseln so schnell wie seine Wohnungen. Von seiner Frau ist er geschieden und seinen kleinen Sohn darf er nur am Wochenende sehen. Wenig erfolgsversprechend ist auch sein neuer Job als Nachtwächter in einem New Yorker Museum. Aus Rationalisierungsgründen werden die bisherigen drei Nachtwächter gefeuert und er muss den Job alleine bewältigen. Die ernstgemeinten Warnungen der ehemaligen Nachtwächter, nichts aus dem Museum rein- oder rauszulassen kommen Larry zwar merkwürdig vor, er beachtet die Warnung aber nicht. Auch die Papiere mit den Verhaltensregeln interessieren ihn nicht. Doch schon am ersten Abend wartet eine böse und fast tödliche Überraschung auf Larry.
Das Museum erwacht dank einer alten ägyptischen Tafel bei Sonnenuntergang zum Leben. Plötzlich sieht sich Larry mit dem gesamten Museum konfrontiert. Tiere und Personen aus den unterschiedlichsten Zeitepochen treffen aufeinander. Das Skelett vom Tyrannosaurus Rex jagt seinem eigenen Knochen hinterher. Die Miniatur-Römer jagen die Eisenbahnbauer vom Wilden Westen und Larry wird vom Hunnenkönig Attila und den gefräßigen Löwen gejagt. Schon die erste Nacht treibt den Puls von Larry in die Höhe. Wie soll er nur eine Nacht im Museum überleben, zumal der Affe ständig die Schlüssel von Larry stibitzt und die Verhaltensregeln von Larry zerreizt. Hilfe findet Larry nur in der Wachsfigur von Theodore Roosevelt, der ihm hilfreiche Überlebenstipps gibt.
Jeden Morgen bei Sonnenaufgang ist der ganze Spuk vorbei, alles ist ruhig. Die Figuren nehmen ihre gewohnte Stellung ein, ist eine Figur bei Sonnenaufgang außerhalb des Gebäudes, so zerfällt sie zu Sand. Niemand ahnt, was jede Nacht seit 52 Jahren im Museum abläuft.
Larry findet sich langsam mit dem Job ab und findet Gefallen am aktiven Museum. So verläuft der zweite Tag bereits viel geschmeidiger. Am dritten Tag will er seinem kleinen Sohn seinen aufregenden Job zeigen, doch etwas ist anders als sonst. Alles bleibt still und er ist plötzlich mit den drei alten Nachtwächtern konfrontiert, die es auf die alte Tafel von Ahkmenrah, die von zwei Schakalen bewacht wird, abgesehen haben. Zusammen mit dem kompletten Museum macht Larry sich auf die Jagd nach den Räubern.
Dank des Treibens im Museum fallen die teils sehr mäßigen Darstellerleistungen nicht schwer ins Gewicht. Hauptdarsteller Larry spielt solide wenn auch nicht herausragend. Robin Williams kann als ehemaliger Präsident nicht überzeugen. Seine Rolle ist leider nicht humorvoll und auch die Liebesgeschichte mit der Fährtenleserin Sacajawea ist langweilig.  Die drei alten Nachtwächter werden von den Serienstars Bill Crosby, Dick van Dyke und Mickey Rooney dargestellt. Ihre Geschichte wirkt aufgesetzt und ist wenig glaubwürdig. Die schauspielerischen Leistungen sind jedoch gut.
Fazit: Insgesamt zeigt der Film drei Nächte im Museum. Dabei erweist sich die erste Nacht als amüsanteste. Mit sehenswerten Special-Effects verblüfft Regisseur Shawn Levy vor allem die jüngeren Zuschauer. Der Film ist recht harmlos. Die Geschichten werden nicht richtig variiert. Ist in der ersten Nacht alles neu, so wiederholt sich in den nächsten Nächten vieles. Die Story ist einfach gestrickt und vollkommen hanebüchen. Die Moral des Films ist einfach und keineswegs überzeugend. Für Kinder ist der Film ein Riesenspaß, ältere Zuschauer werden sich vor allem ab der Mitte des Films langweilen.
 
Bewertung: 3 Punkte
 
(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Häusertausch: Liebe braucht keine Ferien

Wolfram am 7. Januar, 2007

Mit ihrem neuen Film hat Nancy Meyers eine passende Romanze für trübe Wintertage geschaffen. Ein anspruchsloses Hollywoodmärchen mit sehr viel Liebe. 

Iris (Kate Winslet) arbeitet als Kolumnistin für eine englische Zeitung. Sie lebt in einem bescheiden Cottage auf dem Land. Das Leben verläuft ohne Höhepunkte, bis eines Tages ihr Traummann sich für die falsche Frau entscheidet. Iris hegt Selbstmordgedanken, diese verflüchtigen sich im letzten Moment, da sie eine Mail von Amanda (Cameron Diaz) erhält, die mit ihr das Haus über die Ferien tauschen will. Amanda ist Produzentin von Kinotrailern und hat gerade ihren Mann rausgeschmissen. Sie lebt in einer luxuriösen Villa in Los Angeles. Auch Amanda ist verzweifelt und will raus aus der Villa. So zieht Iris also nach Los Angeles und Amanda aufs Land. 

In Los Angeles angekommen ist Iris vollkommen überwältigt von dem luxuriösen Grundstück in der Stadt. Das Anwesen ist mit einem Swimmingpool, einer riesigen TV-Anlage und allem möglichen Luxus ausgestattet. Von Winter ist in Los Angeles keine Spur. Die ersten Tage verbringt sie allein. Doch schon bald lernt sie den hilflosen Arthur Abbott (Eli Wallach) kennen. Arthur hat das Leben abgeschrieben. Früher hatte er erfolgreich als Kinoproduzent gearbeitet und war eine Legende. Doch er ist in Vergessenheit geraten. Das Laufen hat er verlernt und mit der heutigen Gesellschaft will er nichts mehr zu tun haben. Mit Arthur findet Iris ihren Lebensmut zurück, indem sie dem gealterten Kinoproduzenten die Freude am Leben zeigt. Und mit dem Filmkomponisten Miles (Jack Black) verläuft sich schon bald ein Partner im richtigen Alter auf das Anwesen. Klar ist, dass sich bei den beiden eine neue Beziehung anbahnt. 

Der vollkommen hysterischen und überdrehten Amanda ergeht es in dem verschneiten England ähnlich wie Iris. Schon bei der Anreise wünscht sie sich die Villa in Amerika zurück. Alles in England ist klein und ungewohnt, als schweres Hindernis erweist sich für Amanda der Linksverkehr, das typische Klischee für England. Doch alle Zweifel über ihr neues Haus vergisst sie bereits am ersten Abend, da Graham (Jude Law), der Bruder von Iris, nach einer durchzechten Nacht, in das Haus reinschneit. Schnell zeigt sich, dass die beiden füreinander geschaffen sind. Graham ist gutmütig und sympathisch. Amanda findet bei ihm ihren Lebensmut zurück. Die Beziehung mit Graham wird immer intensiver und schon bald will Amanda gar nicht mehr weg aus ihrem neuen Zuhause. 

Cameron Diaz Darstellung der Amanda ist übertrieben hysterisch. Ihre Darstellung der verzweifelten Frau ist absolut unglaubwürdig und überzogen. Die Liebesgeschichte mit Graham ist arg redselig und viel zu romantisch. Nichts kann der Liebe im Weg stehen. Jude Law hat zwar einen ansprechenden aber keineswegs gelungenen Auftritt. Hingegen spielt Kate Winslet gut. Mit Eli Wallach ist dem Film ein richtiger Coup gelungen. Die Darstellung des alternden Produzenten ist einfach herrlich. Wie sowohl Iris als auch Arthur den Lebensmut in gegenseitiger Hilfe wiederfinden ist zwar kitschig aber schön anzusehen. Jack Black wirkt im Film deplaziert. Mit ihm hat sich Nancy Meyers einen Handlungsstrang zuviel überlegt. Die Geschichte zwischen Arthur und Iris hätte vollkommen ausgereicht. 

Fazit: Ein Hollywoodmärchen wie es im Buche steht. In Los Angeles scheinen alle beim Film zu arbeiten und in England schneit es ständig. Realität spielt für Nancy Meyers keine Rolle. Die Komik kommt in dem Film zu kurz, richtig amüsante Stellen hat der Film nicht. Es wird viel geredet, die einzelnen Handlungsstränge sind teilweise arg ausführlich und zäh. Für einen romantischen Winterabend ist dieser Film aber durchaus geeignet. 

  

Bewertung: 2 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Helge Schneider ab Donnerstag im Kino

Wolfram am 7. Januar, 2007

An diesem Donnerstag startet der vieldiskutierte Film „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“. In der Hauptrolle agiert Katzenklo-Sänger Helge Schneider, der nach dem Gastauftritt „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ im Palast der Fische als Wießer Helge, erneut im Kino zu bewundern ist. 

Schon im Vorfeld wurde viel über die neue Komödie von „Alles auf Zucker!“ Regisseur Dani Levy diskutiert. Erneut wird die Frage aufgeworfen, ob man sich über die Schrecken der Nazizeit amüsieren darf. Die alte Frage schien schon längst beantwortet. Charles Chaplin spielte bereits 1940 in „Der große Diktator“ Adolf Hitler und seinen Doppelgänger. Roberto Benigni wurde für die im KZ angesiedelte Komödie „Das Leben ist schön“ mit dem Oscar ausgezeichnet. Auch der Film „Zug des Lebens“, in dem sich Juden selbst deportieren, zeigt, wie amüsant Komödien über das Dritte Reich sein können. 

Mit „Mein Führer“ ist Dani Levy, so sind sich die Kritiker einig, kein amüsanter Film gelungen. Der schauspielerisch wenig begabte Helge Schneider müht sich durch eine krampfhafte Komödie mit zu wenig Höhepunkten. Mittlerweile hat sich Helge Schneider von dem Film distanziert. 

  

Prognose: 2 Punkte 

In New Orleans sterben bei einem Anschlag auf eine vollbesetzte Fähre über 500 Personen. Der ATF-Agent Doug Carlin (Denzel Washington) wird mit der Ermittlung beauftragt. Fast zeitgleich wird am Flussufer eine junge Frau angespült. Sie hat dieselben Verbrennungen wie die Opfer des Attentats. Jedoch ist sie bereits kurz vor dem Anschlag auf die Fähre umgebracht worden. Für Doug steht fest, dass zwischen dem Fährunglück und der angespülten Frau eine Verbindung besteht. Zusammen mit dem FBI versucht er, die Hintergründe des Attentats zu klären. 

Das FBI hat ein neues hochtechnisiertes System entwickelt, das durch Satelliten die Wirklichkeit in New Orleans und der unmittelbaren Umgebung, versetzt um 4 Tage und 6 Stunden, nachstellt. Per Stream empfängt Doug die Vergangenheit und kann zwischen verschieden Perspektiven und Schauplätzen wechseln. Das FBI hat mit dem System einen totalen Überwachungsstaat ohne jede Privatsphäre geschaffen. Zunächst ist Doug vom Überwachungssystem begeistert. Er recherchiert in der Vergangenheit und kann schnell den wahren Täter ermitteln und eine Verbindung zwischen dem Mordopfer Claire und dem Fähranschlag nachweisen. Den Anschlag kann er jedoch nicht mehr verhindern, glaubt er. 

Vieles am neuen System kommt ihm merkwürdig vor. Spätestens bei der fulminanten Verfolgungsjagd auf dem Highway kommen ihm Zweifel an den wahren Möglichkeiten der angeblichen Überwachungskameras. Er verfolgt auf dem Highway den Attentäter in der Vergangenheit und muss seinen GM-Hummer auf dem Highway der Gegenwart steuern. Er befindet sich somit gleichzeitig in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Erst nach und nach rückt der FBI-Ermittler Pryzwarra (Val Kilmer) mit der Wahrheit heraus: Mithilfe des Systems wurde die Zeit gefaltet und so ist es möglich, die Vergangenheit zu beeinflussen. Klar, dass Doug alles versucht in die Vergangenheit einzugreifen und das Attentat zu verhindern. 

Denzel Washington spielt den Ermittler brillant. Trotz der völlig kruden These der Zeitreise nimmt man ihm den Zeitreisenden ab. Vor allem zu Beginn des Films kann er überzeugen. Auch Paula Patton als schönes Mordopfer Claire Kuchever spielt solide. Einige Nebenfiguren sind schwach besetzt. Großer Schwachpunkt in der Rollenvergabe ist Val Kilmer. Als FBI-Agent kann er keine Glanzpunkte setzen. Seine Rolle wirkt unglaubwürdig und völlig überzogen. Zudem spielt er gelangweilt und desinteressiert. 

Fazit: Tony Scott ist ein hochspannender Thriller gelungen. Es gibt zwar einige zähe Passagen, insgesamt bleibt die Spannung bis zum Schluss sehr hoch. Einige Szenen, wie z.B. die Verfolgungsjagd, sind an Spannung kaum zu überbieten. In der Mitte des Films baut der Film eine Wendung ein, die dem Fortgang der Story hinderlich ist. Die Geschichte mit der Zeitreise ist an den Haaren herbeigezogen und vollkommen lächerlich. Zudem sind viele Ideen bereits aus anderen Filmen bekannt. Die Ermittlungen erinnern an CSI, die Idee der Zeitreise und die physikalische Begründung kommt fast in exakter Form im Film „Auf der Suche nach Liebe“ und in der Serie „Seven Days“ vor. Leider verliert sich der Film zu oft in Einzelheiten. Der Ambulanzwagen, die Fingerabdrücke am Tatort, der Telefonanruf oder die Nachricht im Zimmer des Mordopfers wurden rätselhaft und bis ins Detail in die Story eingebaut. Dabei vergisst Scott leider, dass die Story vollkommen unlogisch ist und mit der Zeitreise ein Paradoxon geschaffen wurde, das nicht aufgeklärt wird. 

  

Bewertung: 3 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

James Bond 007: Casino Royale

Wolfram am 19. Dezember, 2006

Daniel Craig ist Bond, James Bond. Nach Barry Nelson und David Niven ist er der dritte Bond-Darsteller für Ian Flemings Debütroman „ Casino Royale” von 1953. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen hält sich Regisseur Martin Campbell enger an die Romanvorlage, dichtet jedoch dem Film typisch exotische Schauplätze hinzu.
„Casino Royale“ erzählt die Vorgeschichte zu den James Bond-Filmen. Bond ist neu im Gewerbe der Geheimagenten und muss sich die Doppelnull-Lizenz noch erwerben. Diese bekommt er für die brutale Ermordung zweier Gangster. Als Doppelnull im Auftrag des britischen Geheimdiensts MI-6 hat er die Lizenz zum Töten und damit eine kurze Lebenserwartung. Daniel Craig geht brutaler zur Sache als sein smarter Vorgänger Pierce Brosnan. Gleich zu Beginn lässt Bond in einer brutalen Verfolgungsjagd eine komplette Botschaft in die Luft fliegen, ohne den Verbrecher lebend dem MI-6 auszuliefern. Dadurch verspielt er die Sympathiepunkte bei seiner Vorgesetzten M (Judi Dench). Trotzdem wird er mit einem neuen Auftrag betraut. Er soll den Banker Le Chiffre (Mads Mikkelsen) bezwingen.
Le Chiffre ist ein Banker der für die Terroristen der Welt Geld anlegt. Er versucht mit brutalen Anschlägen und den daraus resultierenden Kursschwankungen an der Börse gutes Geld zu machen. Da Bond den geplanten Anschlag auf einen Flugzeug-Prototyp in letzter Sekunde vereiteln kann, ernennt Le Chiffre ihn zu seinem Erzfeind.
Bei einer Pokerrunde kommt es zum erbitterten Duell. Die zehn besten Pokerspieler der Welt treten im Casino Royale an einem Turnier mit einem Buy-In von 10 Millionen Dollar (7,5 Millionen Euro) und einem Re-Buy von 5 Millionen Dollar gegeneinander an. Der Sieger des Turniers bekommt das komplette Startgeld. Gespielt wird die beliebte Variante No Limit Texas Hold´em. Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten. Auf dem Tisch werden bis zu fünf Karten aufgedeckt. Sieger ist, wer zum Schluss die beste Kartenkombination vorlegen kann. Zunächst sieht alles nach einer Niederlage von Bond aus. Er interpretiert den Bluff von Le Chiffre falsch und verliert sein komplettes Startgeld. Erst nach und nach kommt er dahinter, dass in den eigenen Reihen ein Maulwurf stecken muss. Die Pokerszenen sind leider Hollywood-Like dargestellt. Zu viele Spieler schauen sich den Flop an, besonders in der finalen Hand kommt es zu einer unglaublichen Steigerung perfekter Hände.
Ein Bond Film, an dem fast alles stimmt. Der neue Darsteller Daniel Craig bewältigt den Job erstaunlich souverän. In den letzen Bond Filmen entstanden immer mehr Special-Effekte am Computer. Dieser Film ist eine Abkehr vom Computer hin zu realistischer Action. Der Film gipfelt in vielen Höhepunkten. Einige Actionszenen sind schier unglaublich und an Spannung kaum zu übertreffen. So liefert sich Bond bereits zu Beginn eine wilde Verfolgungsjagd in schwindelnder Höhe. Gelungen ist auch die Flughafenszene und der finale Showdown in Venedig, bei dem ein komplettes Haus in den Kanälen versinkt.
Nur Grundzüge des Romans von Ian Fleming sind übernommen worden, die exotischen Schauplätze sind zwar teilweise überflüssig, gehören aber in einen Bond-Film rein. Der Film bricht mit vielen Traditionen, die der Zuschauer jedoch nur teilweise vermisst. Im Vorspann tanzen keine nackten Frauen, die Liebesgeschichte ist nur wenig ausgereift, keine Miss Moneypenny und auch kein Q. Somit verzichtet James Bond auf technische Spielereien, die auch in der Ian Flemings Vorlage nicht vorgesehen sind. Beim Wodka Martini gönnt sich der neue Darsteller einen genüsslichen Seitenhieb auf die früheren Filme.
Die Darsteller sind gut gewählt. Einen besseren Mann als Daniel Craig hätte Martin Campbell nicht finden können. Er erweist sich als perfekter Ersatz für Pierce Brosnan.  Madds Mikkelsen als blutweinender Bösewicht Le Chiffre spielt fies, wenn er auch kleine darstellerische Schwächen hat. Gute Nebenfiguren wie z.B. Judi Dench als M oder Jeffrey Wright als Bankier Felix Leiter runden das Vergnügen ab.
Fazit: Ein fast rundum gelungener Film. Realistische Action, hohe Spannung, gute Darsteller und wohldosierter Humor machen den neuen Bond zu einem der besten Bond Filme. Die Story ist ausnahmsweise mal realistisch und verzichtet auf unnötige Spielereien. So kann es mit Bond gerne weitergehen. 
Bewertung: 5 Punkte
 
(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)

Karl (Daniel Brühl) arbeitet erfolgreich für eine Versicherungsgesellschaft. Bei seinem neuen Auftrag lernt er den enthusiastischen Hans (Jürgen Vogel) kennen. Zunächst wenig begeistert, finden die beiden langsam zusammen. 

Der Diplom-Mathematiker Karl muss für seine Versicherungsfirma Undercover in einem Autoüberführungsbetrieb jobben, wo er die Zuverlässigkeit der Firma überprüfen soll. Beim Bewerbungsgespräch lernt er Hans kennen. Hans liebt Autos, Frauen und das Leben. Im Berufsleben ist er zwar wenig erfolgreich, jedoch hat er eine positive Lebenseinstellung und redet sehr gern. Genau das Gegenteil ist bei Karl der Fall. Er ist zwar auf der Karriereleiter hoch gestiegen, privat läuft alles seinen geregelten Gang, die Freude am Leben fehlt ihm jedoch komplett. Zurückgezogen und wenig gesprächsbereit begegnet er Hans, der ein ums andere mal das Gespräch mit Karl sucht. 

Beide bekommen den Job. Hans liebt Autos, Karl macht den Job nur widerwillig. Nur nach und nach kann Hans ihn mit seiner Lebensfreude anstecken. Langsam reift zwischen den beiden eine innige Freundschaft. Sie überführen zusammen Autos, fahren nackt im Porsche und Hans zeigt ihm Stelle, eine von seinen vielen Freundinnen, in die sich Karl verliebt. Doch leider fliegt Stelle bald nach Barcelona. 

Mit „Ein Freund von mir“ inszenierte „Absolute Giganten“-Regisseur Sebastian Schipper ein ruhiges aber abwechslungsreiches Roadmovie. Im Vordergrund steht eine emotionale und lebensnahe Handlung. Bei der Wahl der Schauspieler hatte der Regisseur viel Glück. Dies liegt vor allem daran, dass der Zuschauer sich in den Hauptdarstellern wiederfinden kann. Der Film ist auf die beiden Hauptpersonen zugeschnitten. Daniel Brühl überzeugt als zurückgezogener, aber im Leben unerfahrener Versicherungsangestellter. Er spielt den traurigen und deshalb im Job erfolgreichen Mathematiker glaubwürdig und lebensecht. Jürgen Vogel, der zurzeit auch im misslungenen „Wo ist Fred?“ im Kino zu sehen ist, spielt einfach perfekt. Er legt einen Lebensmut an den Tag, der schier unglaublich ist. Hans hat im Leben zwar noch nichts erreicht, geht aber jeden Tag freudig und zuversichtlich an. Seine Jobs wechseln so oft wie seine Frauen, dies scheint ihm aber nichts anhaben zu können. Diese Rolle verkörpert Jürgen Vogel brillant und glaubwürdig. Als Freundin Stelle ist Sabine Timoteo zu bewundern. Sie kann sich nicht recht zwischen den Männern entscheiden. Auch ihre Rolle passt gut in die Geschichte. 

Fazit: In diesem Jahr hat der deutsche Film bislang nur wenige Höhepunkte erlebt. Der große Teil der deutschen Produktionen war unterirdisch schlecht. „Ein Freund von mir“ ist nach langer Zeit wieder eine positive Ausnahme. Glaubwürdige Charaktere, eine in sich geschlossene und spannende Geschichte und perfekte Darsteller ergeben einen schönen Film. Auf Action wird komplett verzichtet. Im Mittelpunkt steht Freundschaft, Emotionalität und Gelassenheit. Der Film ist ruhig und schön anzusehen. Die Spannung baut sich bewusst langsam auf. Ein bewegender Film zum Genießen. 

  

Bewertung: 4 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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