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Eddie (Til Schweiger) steht kurz vor der Hochzeit mit Judy Birk (Stefanie von Pfetten), der Schwester seines Chefs. Doch Judys Vater Russel (Art Hindle) erlaubt die Heirat nur, wenn Eddie zuvor für seine Firma einen wichtigen Kunden gewinnen kann. Da Eddie eine heimliche Geliebte hat, kommt er zu spät zur Konferenz, kann den Auftrag dennoch durch Improvisationstalent für sich entscheiden. Nichts scheint der Hochzeit des Liebespaars im Wege zu stehen. 

Doch schon bald wird Angelina Sable (Lauren Lee Smith) von Judys Bruder Anthony (Sebastien Roberts) vergewaltigt. Zunächst will Eddie für Angelina vor Gericht aussagen. Doch er wird vom Vergewaltiger Anthony erpresst, der Beweise für Eddies Liebesaffären hat. Angelina, die bereits im Jugendalter einmal vergewaltigt wurde, ist auf sich allein gestellt und verliert den Prozess. Für sie steht eins fest: Rache an ihrem Vergewaltiger. Von nun an stellt der Film das Thema Selbstjustiz in den Vordergrund. Angelina besorgt sich eine Pistole und verabreicht Anthony auf einer Party Drogen. So macht sie Anthony gefällig und dreht den Spieß um. Sie vergewaltigt den Vergewaltiger und bringt ihn schließlich um. 

Da eine Nonne Angelina ein Alibi für die Tatnacht gibt, fällt der Mordverdacht auf Eddie. Die heimlichen Liebesaffären lassen sich nicht mehr leugnen. Seine Frau verlässt ihn und bei der Gerichtsverhandlungen stehen die Chancen auf einen Freispruch schlecht, zudem sein Alibi Judy nicht für ihn aussagen will. Angelina vertraut Eddie zwar die Wahrheit an, er will sie aber nicht belasten. Nur eine unerwartete Zeugenaussage könnte ihn vor dem Gefängnis retten. 

Im Mittelpunkt von „One Way“ steht der finanzielle Untergang des Frauenhelden Eddie. Eine scheinbar notwendige Lüge, um seine Liebesabenteuer zu verschweigen, bringt ihn immer mehr in die Bredouille. Angelina bemängelt seine fehlende Unterstützung beim Prozess und übt Rache nicht nur an ihrem Vergewaltiger sondern auch an Eddie. Der familiäre Zusammenhalt der erfolgsbesessenen Familie Birk wird im Laufe des Films immer deutlicher. Die Familie steht hinter dem Vergewaltiger, damit die Familie und somit die Firma nicht in Verruf kommt. 

„One Way“ ist eine deutsche Produktion. Die meisten Szenen des komplett in Amerika spielenden Films wurden in Nordrhein-Westfahlen gedreht, wenige der Szenen in Kanada, der Drehort seltener Autoszenen ist New York. Die schauspielerischen Leistungen sind abgesehen von Til Schweiger gut. Til Schweiger spielt bemerkenswert schwach. Er macht ein dümmliches Gesicht und scheint der zugegeben komplexen Handlung nicht immer folgen zu können. Zudem will er absolut nicht in die Rolle eines Frauenhelden passen. Den finanziellen Abstieg scheint Til Schweiger ziemlich regungslos hinzunehmen. Ein äußerst spannendes Duell liefern sich Angelina und ihr Vergewaltiger. Lauren Lee Smith spielt erdrückend realistisch und auch der noch relativ unbekannte Kanadier Sebastien Roberts kann durch sein intensives Spiel überzeugen. Art Hindle als Familienclanvater erinnert teilweise an Michael Douglas. Auch er überzeugt als machtbesessener Vater. 

Fazit: Ein deutscher Film, der amerikanisch sein will. Mit guten Darstellern betritt „One Way“ teilweise Neuland. Die Vergewaltigung eines Mannes wird in kaum einem Film behandelt. Die Gerichtsszenen sind zu zäh. Es werden zu viele überraschende Wendungen eingebaut. An Intensität, besonders während der Vergewaltigungsszenen, ist der Film kaum zu überbieten. Teilweise verliert „One Way“ an Fahrt und wird langweilig. Das Thema der Selbstjustiz wird zu unkritisch betrachtet. Trotzdem schuf der Schweizer Reto Salimbeni mit seinem ersten Kinofilm einen spannenden Thriller, der sich durchaus an amerikanischen Produktionen messen kann. 

  

Bewertung: 3 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


3 Kommentare zu “One Way: Vergewaltigungsopfer übt Rache”

Kann es mal sein dass so ziemlich ALLE Til Schweiger Filme Mist sind? Gerade auch kam FarCrz raus und der war einfach nur peinlich.

Ich werds mir bestimmt nicht anschauen.

hier konnte er zumindest mal ansatzweise überzeugen..

@Rick: FarCry war wirklich ein absolutes Highlight in Schweigers filmischem Schaffen. 🙂
Aber da kamen ja gleich zwei Probleme zusammen: Schweiger und Uwe Boll. 🙂
Gruß, Max

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