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Für die Neuverfilmung der bekannten Buch- und Hörspielreihe Hui Buh konnte Sebastian Niemann eine prominente deutsche Besetzung gewinnen, kann aber dem Gespenst kein Leben einhauchen. Die Vorgeschichte des Kinderfilms spielt im Jahr 1399. Ritter Balduin spielt mit Ritter Adolar Poker und gewinnt mit einer Straight gegen ein Full House, was jeden Pokerspieler stutzig machen würde. Zunächst erkennt Adolar die Niederlage an, kann ihn aber beim Händeschütteln als Betrüger überführen. Vom Blitz getroffen muss Ritter Balduin nun auf Schloss Burgeck als einzig zugelassenes Gespenst in Gestalt von Hui Buh mit Spuklizenz spuken. Hui Buh hat die Gesichtszüge von Michael „Bully“ Herbig und spricht mit seiner Stimme, ist jedoch computeranimiert. Bully bleibt in der Rolle von Hui Buh sehr blass. Es gibt im kompletten Film keine gelungene Szene mit Hui Buh. Das Gespenst wirkt, auch auf kleine Kinder, höchstens belustigend als erschreckend. Witzig ist Hui Buh auch nicht, die paar mäßigen Gags die Hui Buh hat werden oft wiederholt, sind aber auch bei der zehnten Wiederholung nicht zum Lachen. Bereits über 500 Jahre lebt Hui Buh mit Kastellan auf Schloss Burgeck. Der Kastellan wird vom Pumuckl-Sprecher Hans Clarin in seiner letzten Rolle verkörpert. Ihm ist das Alter deutlich anzumerken. Er bewegt sich langsam und unsicher durch den Film. Eines Tages kommt König Julis CXI. mit seiner Verlobten und Gefolgschaft auf das Schloss und bringt die Welt von Hui Buh durcheinander. Dummerweise erschrickt keiner bei Hui Buhs ungeschickten Streichen. Nach anfänglichen Streiterein kann sich Hui Buh mit König Julius anfreunden. Fortan hilft Julius Hui Buh, damit er seine Geisterlizenz behalten kann. Gräfin Leonara zu Etepetete, gespielt von Heike Makatsch, will König Julius heiraten und schmiedet mit bösen Geistern Pläne, das Schloss zu übernehmen. Derweil entdeckt König Julius jedoch seine Liebe zu Konstanzia, die als Zofe mit ihrem Sohn Tommy auf Burgeck arbeitet. Konstanzia wird sehr schwach gespielt von Ellenie Salvo González in ihrer ersten großen Kinorolle. Es scheint, als würde sie die Dialoge lediglich ablesen. Sie spielt wie versteinert. Die Darstellerleistungen sind in diesem Film bemerkenswert schlecht. Lediglich Wolfgang Völz spielt gut, hat jedoch als Geist Servatius Sebaldus nur eine Nebenrolle. Christoph Maria Herbst („Stromberg“) als König Julius CXI. spielt solide, alle übrigen Schauspielerleistungen sind schwach. Auch Nebenrollen sind mit lustlosen oder schlechten Darstellern besetzt. Zum Beispiel treten zwei trottelige Geisterjäger auf. Die Rolle soll witzig sein, ist jedoch nur banal. Fazit: Die größte Enttäuschung des Kinosommers 2006. Auch Kinder können sich in diesem Film nicht amüsieren. Ein Budget von über 11 Millionen Euro stand zur Verfügung, davon wurde der größte Teil für Spezialeffekte ausgegeben. Diese sind zwar gut, aber auch nicht überzeugend. Der Nostalgiefaktor ist auf ein Minimum reduziert worden. Michael Herbigs Humor ist nicht jedermanns Sache, aber einen Kinderfilm sollte er in Zukunft besser nicht mehr drehen. Bewertung: 1 Punkt (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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