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In New Orleans sterben bei einem Anschlag auf eine vollbesetzte Fähre über 500 Personen. Der ATF-Agent Doug Carlin (Denzel Washington) wird mit der Ermittlung beauftragt. Fast zeitgleich wird am Flussufer eine junge Frau angespült. Sie hat dieselben Verbrennungen wie die Opfer des Attentats. Jedoch ist sie bereits kurz vor dem Anschlag auf die Fähre umgebracht worden. Für Doug steht fest, dass zwischen dem Fährunglück und der angespülten Frau eine Verbindung besteht. Zusammen mit dem FBI versucht er, die Hintergründe des Attentats zu klären. 

Das FBI hat ein neues hochtechnisiertes System entwickelt, das durch Satelliten die Wirklichkeit in New Orleans und der unmittelbaren Umgebung, versetzt um 4 Tage und 6 Stunden, nachstellt. Per Stream empfängt Doug die Vergangenheit und kann zwischen verschieden Perspektiven und Schauplätzen wechseln. Das FBI hat mit dem System einen totalen Überwachungsstaat ohne jede Privatsphäre geschaffen. Zunächst ist Doug vom Überwachungssystem begeistert. Er recherchiert in der Vergangenheit und kann schnell den wahren Täter ermitteln und eine Verbindung zwischen dem Mordopfer Claire und dem Fähranschlag nachweisen. Den Anschlag kann er jedoch nicht mehr verhindern, glaubt er. 

Vieles am neuen System kommt ihm merkwürdig vor. Spätestens bei der fulminanten Verfolgungsjagd auf dem Highway kommen ihm Zweifel an den wahren Möglichkeiten der angeblichen Überwachungskameras. Er verfolgt auf dem Highway den Attentäter in der Vergangenheit und muss seinen GM-Hummer auf dem Highway der Gegenwart steuern. Er befindet sich somit gleichzeitig in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Erst nach und nach rückt der FBI-Ermittler Pryzwarra (Val Kilmer) mit der Wahrheit heraus: Mithilfe des Systems wurde die Zeit gefaltet und so ist es möglich, die Vergangenheit zu beeinflussen. Klar, dass Doug alles versucht in die Vergangenheit einzugreifen und das Attentat zu verhindern. 

Denzel Washington spielt den Ermittler brillant. Trotz der völlig kruden These der Zeitreise nimmt man ihm den Zeitreisenden ab. Vor allem zu Beginn des Films kann er überzeugen. Auch Paula Patton als schönes Mordopfer Claire Kuchever spielt solide. Einige Nebenfiguren sind schwach besetzt. Großer Schwachpunkt in der Rollenvergabe ist Val Kilmer. Als FBI-Agent kann er keine Glanzpunkte setzen. Seine Rolle wirkt unglaubwürdig und völlig überzogen. Zudem spielt er gelangweilt und desinteressiert. 

Fazit: Tony Scott ist ein hochspannender Thriller gelungen. Es gibt zwar einige zähe Passagen, insgesamt bleibt die Spannung bis zum Schluss sehr hoch. Einige Szenen, wie z.B. die Verfolgungsjagd, sind an Spannung kaum zu überbieten. In der Mitte des Films baut der Film eine Wendung ein, die dem Fortgang der Story hinderlich ist. Die Geschichte mit der Zeitreise ist an den Haaren herbeigezogen und vollkommen lächerlich. Zudem sind viele Ideen bereits aus anderen Filmen bekannt. Die Ermittlungen erinnern an CSI, die Idee der Zeitreise und die physikalische Begründung kommt fast in exakter Form im Film „Auf der Suche nach Liebe“ und in der Serie „Seven Days“ vor. Leider verliert sich der Film zu oft in Einzelheiten. Der Ambulanzwagen, die Fingerabdrücke am Tatort, der Telefonanruf oder die Nachricht im Zimmer des Mordopfers wurden rätselhaft und bis ins Detail in die Story eingebaut. Dabei vergisst Scott leider, dass die Story vollkommen unlogisch ist und mit der Zeitreise ein Paradoxon geschaffen wurde, das nicht aufgeklärt wird. 

  

Bewertung: 3 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


1 Kommentar zu “Die Vergangenheit manipulieren: Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit”

der ganzen handlung zu folgen muss man erstmal hinkriegen..

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