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Nach fast 20 Jahren Pause kehrt die 80er Jahre Kultserie „Miami Vice“ in Spielfilmlänge zurück. Michael Mann sorgt für viel Action, jedoch werden aus der Serie nur die Namen der zwei Hauptpersonen und die Stadt übernommen. Ansonsten hat der Film nichts mit der Serie gemein und der Nostalgiefaktor bleibt gering. Von 1984 bis 1989 lösten Don Johnson als Donny Crockett und Philip Michael Thomas als Ricardo Tubbs 113 Fälle. Für die Neuauflage wurden die bekannten Mimen Colin Farrell („Minority Report“) als Crockett und Jamie Foxx („Bait – Fette Beute“) als Tubbs verpflichtet. Der aktuelle Fall führt die beiden Undercoverpolizisten in ein südamerikanisches Drogekartell. Nach einigen Treffen mit den Dealern weiß das Duo, wer die Drahtzieher der Drogenlieferungen sind. Bis sie diese hochnehmen können, müssen sie als Drogenkuriere arbeiten. Bereits beim ersten Treffen verliebt sich James in die Chinesin Isabella, die mit dem Drogenboss liiert ist. Trotz der Liaison bleiben Crockett und Tubbs Undercover im Geschäft. Erste Zweifel, ob es sich wirklich um Gangster handelt, kommen dem Drogenboss erst, als ihm alles zu professionell erscheint. Doch dann ist es bereits zu spät. 

Der Charme der Serie ist in dieser Neuauflage nicht zu spüren. Das Miami der 80er Jahre ist ein vollkommen anderes als das heutige. Insgesamt wirkt der Film düster und actiongeladen. Viele gelungene Actionszenen können nur schwer über die recht langsame Entwicklung des Films hinwegtäuschen. Die Story ist altbekannt, der bestimmt hunderste Film, der sich den Kampf gegen die Drogenmafia gesetzt hat. Spannung ist nur wenig vorhanden, alles ist vorhersehbar. Bei der Liebesgeschichte zwischen Ricardo und Isabella wird Regisseur Michael Mann zu ausführlich. Zudem wirkt diese nicht glaubhaft, da es schon beim ersten Treffen funkt. Für einen Krimi ist der Film mit einer Laufzeit von über zwei Stunden zu lang, die Story hätte auch in 90 Minuten abgearbeitet werden können. Imposant sind die Speed Boat Rennen. Maschinen mit 1700 PS rasen über das ruhige Meer. „Heat“ Regisseur Michael Mann ist für die Neuauflage wie prädestiniert, da er bereits die Originalserie produzierte. In der Darstellerriege kann keiner richtig überzeugen. Jamie Foxx macht seine Sache gut. Negativ in Erscheinung tritt Colin Farrell. Keiner nimmt ihm einen Polizisten oder einen Drogendealer ab. Er wirkt deplaziert und nicht bei der Sache. Zudem ist die Liebesgeschichte mit der Drogenbraut an den Haaren herbeigezogen. Die Liebe wirkt nicht so, als würde er es ernst meinen. Auch Gong Li in ihrem ersten amerikanischen Film als herrische Liebhaberin bleibt blass. Sie soll zugleich radikal, machtbesessen als auch zärtlich wirken. Doch sie wirkt einfach nur fehl am Platz. Die Drogenbosse spielen herrlich fies, ragen aber auch nicht heraus. 

Fazit: Eine gelungene Neuauflage der Serie sieht anders aus. Mann schuf einen neuen Film, der kaum etwas mit der Serie zu tun hat. Die Story ist nicht neu und wird über den Film arg strapaziert. Mit einigen Überraschungseffekten wartet der Film auf. Insgesamt handelt es sich vielmehr um ein Actiondrama, als um einen Polizeifilm. Es wird nicht klar, was der Film dem Zuschauer sagen will. Die Handlung des Films wird konsequent zuende geführt, der Showdown ist gelungen aber im Gegensatz zum übrigen Film übertrieben brutal.   

Bewertung: 3 Punkte    (5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


1 Kommentar zu “Die Kultserie ist zurück: Miami Vice”

jeder film von collin farrell hat stil.aber der nicht..

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