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Im Sommer 1959 stirbt der TV-Superman-Darsteller George Reeves (Ben Affleck). War es Selbstmord, ein tragischer Unfall oder sogar Mord? 

George Reeves ist mit dem Leben am Ende. Seine Karriere als Filmschauspieler kommt nicht in die Gänge. Er muss sich als Superman-Darsteller in einer zweitklassigen TV-Serie rumschlagen. In der Nacht des 16. Juni 1959 stirbt George Reeves in seinem Haus in Los Angeles an einem Kopfschuss. Es gibt keine Zeugen. Für die Polizei ist der Fall klar: Selbstmord. 

Nur Georges Mutter Helen Bessolo glaubt nicht an Selbstmord. Sie engagiert den Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody). Er entdeckt an dem Fall jede Menge Ungereimtheiten. Nacheinander geht der ambitionierte Film die drei in Frage kommenden Theorien durch: Mord, Selbstmord und Unfall. In Rückblenden durchläuft der Film die Stationen von Georges Leben. Nach einer Nebenrolle im Klassiker „Vom Winde verweht“ ist es ruhig geworden um George Reeves. Er bekommt nur kleine Nebenrollen und muss sich in trashigen Serien rumschlagen. Erst das Engagement in der billig produzierten TV-Serie „Die Abenteuer von Superman“ gibt ihm Hoffnung. 1958 wird die Serie eingestellt und George Reeves findet keine Rollen mehr. Seinen Frust ertränkt er in Alkohol. Alles spricht für einen Selbstmord, zudem seine Verlobte Leonore Lemmon (Robin Tunney) auf Selbstmord beharrt. 

Louis Simo stochert immer weiter im Leben von George Reeves herum. Wurde George erschossen? Aber warum und von wem? Tatverdächtige und Motive gibt es viele. War es wegen des Erbes, das zu hundert Prozent an seine Verlobte geht? War es ein Auftragsmord des Bosses von MGM Eddie Mannix (Bob Hoskins), da George eine Affäre mit Eddies Frau Toni (Diane Lane) hatte? War es seine Geliebte Toni Mannix? Möglich auch die Theorie, dass es ein tragischer Unfall war. Im Streit mit seiner Verlobten lösen sich mehrere Schüsse, einer tötet George. 

Der Film besticht durch perfekte Darsteller bis in die Nebenrollen. Ben Affleck spielt die Rolle des Superman-Darstellers ungewohnt unaufdringlich und einfühlsam. Eigentlicher Star des Films ist aber Adrien Brody als Privatdetektiv. Er stiehlt Ben Affleck die Show. Seine Darstellung des Detektivs, der immer mehr am Leben verzweifelt und dem der Fall aus den Fingern gleitet ist einfach super. Bob Hoskins als eiskalter Boss ist eindringlich wie immer. Auch die weiblichen Hauptrollen sind gut gewählt. Robin Tunney als Verlobte und Georges Geliebte Toni Mannix passen gut in die Handlung. 

Fazit: Allen Coulter schuf ein spannendes Thrillerdrama mit deutlichen Anleihen am Film Noir. Insgesamt ein sehr ambitionierter und wahrheitsgetreuer Film über einen der mysteriösesten Todesfälle Hollywoods. Aufschluss über den unaufgeklärten Fall gibt der Film aber leider nicht. In Rückblenden werden die drei Theorien spannend und glaubwürdig umgesetzt ohne einen endgültigen Schluss zu ziehen. Nur in der Mitte verliert der ruhige und dramatische Film etwas an Fahrt, da sich einige Szenen leicht abgewandelt wiederholen. Erst gegen Ende zieht das Tempo wieder merklich an. Die Darsteller sind hervorragend und das Gefühl der 50er-Jahre kommt dank tollem Soundtrack und Ambiente gut auf die Leinwand rüber. 

  

Bewertung: 4 Punkte 

  

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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