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In seinem neuen Werk versucht Oscar-Preisträger Mel Gibson den Untergang der Maya-Kultur zu beleuchten. Anhand des Einzelschicksals von Jaguar (Rudy Youngblood) soll dem Zuschauer das Volk der Maya nahegebracht werden. 

Das Reich der Maya unmittelbar vor der Eroberung durch Spanien: Ein kleiner Landstrich im heutigen Mexiko. Lange ist kein Regen gefallen, die Ernte fällt mager aus und tierische Beute ist kaum in Sicht. Zwei verfeindete Gruppen der Maya stehen sich gegenüber. Der Alleingänger Jaguar wird von seinen Stammesgenossen verachtet. Er lebt mit seiner hochschwangeren Frau und seinem kleinen Sohn in einer bescheidenen Siedlung. Eines Tages wird diese von Kämpfern überfallen. Viele Einwohner des Dorfes werden getötet, die übrigen gefesselt und als Geiseln genommen. Kleine, hilflose Kinder werden allein gelassen. Nur Jaguars Frau und ihr kleiner Sohn können sich in ein Erdloch retten. 

Die Gruppe der Gefangenen muss einen beschwerlichen Weg durch reißende Fluten und durchs Gebirge hinter sich bringen. Nur die Starken überleben. In einer antiken Tempelstadt sollen die Gefangenen in einer Zeremonie vor dem applaudierenden Volk durch Köpfen geopfert werden. Durch die Opferzeremonie erhoffen sich die Ureinwohner Regen und eine reiche Ernte. 

Einige der Gefangenen sind schon geopfert, nun ist Jaguar an der Reihe, doch er wird vom Schicksal verschont, eine plötzliche Sonnenfinsternis rettet ihm das Leben. Die gläubigen Mayas sind verwirrt und halten die Sonnenfinsternis für ein göttliches Zeichen. Sie beenden die Opferung der Gefangenen und sprechen diese frei. Alle Gefangenen dürfen um ihr Leben rennen, doch keinem außer Jaguar gelingt die Flucht. Eine Gruppe macht sich auf die Suche nach ihm, eine erbarmungslose Menschenjagd beginnt. Dabei zeigt Jaguar den Jägern immer wieder, wer der wahre Herrscher des Waldes ist und sucht den beschwerlichen Weg zurück zu seiner Familie. Kaum einer seiner Peiniger wird die Menschenjagd auf ihn überleben. 

Das Ethno-Abenteuer ist im Reich der Maya angesiedelt. Die Maya werden als brutales Volk ohne Gnade dargestellt. Das Volk befindet sich schon vor der Vernichtung durch die Spanier schon im Zerfall. Mel Gibson schildert das Leben der Maya anhand eines Einzelschicksals. Um realistisch zu wirken wurde mit Laiendarstellern gedreht. Die schauspielerischen Leistungen sind passabel, stehen jedoch nicht im Mittelpunkt. Blut fließt reichlich, herausgetrennte Herzen und rollende Köpfe gehören ebenso zum Film wie Massengräber geopferter Mayas. Die Bilder gehen teilweise über die Schmerzgrenze der Zuschauer hinaus. Realistisch ist das Ganze im Endeffekt aber nicht. 

Fazit: Mel Gibsons Versuch einen authentischen Film über das Leben der Maya zu drehen misslang. „Apocalypto“ wird der Historie nicht gerecht, mit dem wirklichen Leben der Mayas hat der Film leider nichts zu tun. Die Bauten sind imposant und auch die Massenszenen können überzeugen. Der Regisseur legt viel Wert auf Brutalität und diese ist so extrem, dass das Leben der Maya viel zu kurz kommt. Die Hetzjagd, die sich Jaguar mit seinen Verfolgern liefert, sorgt für hohe Spannung. Der Film wird in den deutschen Kinos nur in der Originalsprache der Maya gezeigt. Die Darsteller sprechen auffällig langsam.   

Bewertung: 3 Punkte

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)   

 


1 Kommentar zu “Der Untergang eines Volkes: Apocalypto”

extrem brutal.

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