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Nach „The Village“ kehrt der indische Regisseur Shyamalan mit einer Gutenachtgeschichte auf die Leinwand zurück. In dem Hotel von Hausmeister Heep steigt ein nacktes Mädchen das Nachts aus dem Swimmingpool empor.

Cleveland Heep ist ein typisch amerikanischer Hausmeister. Der verzweifelte Arzt, der sich nach einem Autounfall in ein Hotel zurückzieht, arbeitet dort als stotternder Hausmeister arbeitet. Jede Menge unterschiedlicher Charaktere wohnen hier, die chinesische Studentin Young Soon, der Kreuzworträtselfan Dury, der Autor Nick, der Filmkritiker Farber, der Dauergast Leeds, fünf ständig feiernde, junge Männer, eine alte Lady und viele weitere Personen. Eines Nachts untersucht Hausmeister Heep den Swimmingpool, da einige Gäste nachts Geräusche einer badenden Person hören. Wenig später erwacht Heep neben einem nackten Mädchen, genannt Story, die sich als „Narf“ entpuppt. Bei ihr handelt es sich um ein Wasserwesen. Jahrtausende sind die Wasserwesen nicht in Kontakt mit den Menschen gekommen, lediglich aus einer Gutenachtgeschichte sind sie bekannt. Story will Kontakt mit einem Mittler, einer Kontaktperson unter den Menschen, knüpfen. Wieso, erfährt der Zuschauer aber leider nicht. Als einziger Anhaltspunkt, wer der Mittler ist, weiß Story, dass es sich um einen Schriftsteller handelt. Die Suche nach ihm gestaltet sich als kompliziert, immer mehr Personen des Wohnkomplexes sind in die Geschichte involviert, bis auch wirklich jede Nebenperson mit (der) Story zu tun hat.  Der Film reizt immer neue Aspekte der Geschichte an. Zu oft verliert der Regisseur den Faden, bis auch der letzte Zuschauer sich fragt, was er mit der Geschichte bezwecken will. Soviel wird im Film klar: Story wird von Scrunts, grüne Tiere, die sich im Gras verstecken, gejagt. Die Scrunts können von einem Wächter oder von den Tartutics bezwungen werden. Die Mission des Wesens aus dem Wasser bleibt schleierhaft. Keiner der Beteiligten zweifelt die vage Geschichte der Wasserwelt von Story an. Jeder im Haus will helfen. Die Schauspielerleistungen im Film sind bis auf wenige Ausnahmen schlecht. In der Rolle des Mädchens tritt Bryce Dallas Howard auf. Nach „The Village“ gönnte ihr Shyamalan wieder die Hauptrolle. Als Wasserwesen hat sie nichts Mystisches. Sie ist wie jede andere Frau, eher würde man ihr eine Geistesgestörte abnehmen als ein Fabelwesen. Auch der Hausmeister, dargestellt von Paul Gianatti, ist fehlbesetzt. Er wirkt total unbeteiligt. Sein ständiges Stottern wirkt gestellt. Cindy Cheung in der Rolle als nervende und ständig mit ihrer Mutter streitende Chinesin Young Soon ist vollkommen überzogen und für die Handlung unbedeutend. Die schlechteste Darstellerleistung liefert ohne Zweifel Regisseur Shyamalan ab. Schauspielerisches Talent sucht man bei ihm vergebens. Er spielt den Schriftsteller, der für das Mädchen von entscheidender Bedeutung ist. Die einzig halbwegs erträgliche schauspielerische Leistung bietet Nebendarsteller Bob Balaban als Buch- und Filmkritiker. Er will auf Klischees im Film hinweisen und merkt dabei nicht, dass er alle Klischees in sich vereint. Regisseur M. Night Shyamalan ist nach dem Durchbruch mit „The Sixth Sense“ kein guter Film mehr gelungen. Die Qualität seiner Filme sinkt immer weiter. „Unbreakable“ war noch relativ gut, aber schon „Signs“ oder „The Village“ waren enttäuschend. Mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ ist er auf dem Tiefpunkt angelangt. Fazit: Das größte Problem des Films ist die Belanglosigkeit. Keine vernünftige Story wird im Film entwickelt, die Aussage des Films ist unklar. Shyamalan verfilmte eine persönliche Gutenachtgeschichte. Bei der Geschichte hätte es auch bleiben müssen, da der Film nicht massentauglich ist. Die Story scheint unfertig, das Ende ist abrupt und der Finale Countdown ist lächerlich kurz. Der bislang wohl schwächste Film des Kinojahres 2006.

Bewertung: 1 Punkt

(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)


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