2027: Die Welt ist unfruchtbar geworden. Seit 18 Jahren hat kein Baby mehr das Licht der Welt erblickt. Kinder gibt es nicht mehr, die Menschen werden immer älter und langsam stirbt die Welt aus.
Fast sämtliche Länder der Welt sind in Anarchie und Chaos gestürzt. Nur Großbritannien versucht das gesellschaftliche Leben aufrecht zu halten. Illegale Einwanderer werden brutal in Käfigen gefangen gehalten und in Lager abgeschoben. Die Regierung hat ein Leben in einer Diktatur erschaffen. Der wirtschaftliche Fortschritt ist auf ein Minimum reduziert worden. Anschläge gehören immer mehr zum täglichen Alltag. Diese werden sowohl von Untergrundorganisationen als auch von der Regierung in Auftrag gegeben. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis auch Großbritannien vollends in der Anarchie versinkt.
Mitten im Chaos befindet sich der vom Leben enttäuschte Theo (Clive Owen). Er erledigt nur mit Widerwillen und Alkohol seine Arbeit in einer Computerfirma. Eines Tages lässt ihn seine ehemalige Freundin Julian (Julianne Moore) entführen. Sie hat einen scheinbar harmlosen Auftrag für ihn, für den er 7.000 Pfund erhält. Er hat die Aufgabe, mithilfe einer Untergrundorganisation die Einwanderin Kee (Claire-Hope Ashitey) ins „Human-Project“ einzuschmuggeln. Doch Kee birgt ein großes Geheimnis, sie ist als erste Frau seit über 18 Jahren schwanger. Schon bald will die Untergrundorganisation das Baby für sich haben und auch die Polizei ist Theo und Kee auf den Fersen. Daher sind sie auf sich allein gestellt und eine hoffnungslose Flucht beginnt. Hilfe finden sie nur in Theos Vater Jaspar (Michael Caine), der als alternder Hippie die Freude am Leben bewahrt hat.
Die Flucht führt die beiden in immer trostlosere Gegenden. Jeder Helfer entpuppt sich früher oder später als Feind. Schließlich gibt es nur eine Möglichkeit ins „Human-Project“ zu gelangen, die Flucht ins Einwandererlager. Doch ob das Projekt für eine bessere Zukunft überhaupt existiert, weiß niemand.
Allgegenwärtig ist Hauptdarsteller Theo. In Clive Owen hat Alfonso Cuarõn einen perfekten Darsteller gefunden. Er spielt die Rolle des deprimierten Helden genial. Den Film über ist er ohne Hoffnung. Clive Owen zeigt, wie realistisch man eine Rolle spielen kann. Kaum eine Szene im Film ist er nicht im Bild. Weniger gut spielt die Partnerin Claire-Hope Ashitey als schwangere Frau. Sie wirkt teilweise übertrieben nervös, die Rolle ist überzogen. Ein großer Pluspunkt bietet der Film mit Michael Caine als Jaspar. Einfach genial wirkt die Idee, einen alternden Hippie in die Story einzubauen, der die Hoffnung am Leben bis zum bitteren Ende nicht verliert. Es ist eine Freude ihm beim Spielen zuzusehen. Michael Caines Auftritt allein macht den Film sehenswert.
Fazit: Sicherlich schuf Alfonso Cuarõn aus der Romanvorlage von P.D. James eine interessante Zukunftsstudie. Sie ist realistisch und spannend. Eine Begründung, wieso die Welt unfruchtbar wurde, liefert der Film jedoch nicht. Dem Zuschauer werden nur wage Andeutungen gegeben, wie z.B. eine Grippeepidemie im Jahr 2008. Eine triste und hoffnungslose Stimmung zeichnet den Film aus. Alles ist düster und beängstigend. Die Hoffnungslosigkeit wird durch die billige Kameraführung und die bleichen Farben intensiviert. Zudem bekommt der Zuschauer einen exzellenten Soundtrack geboten. Gegen Ende baut der Film deutlich ab. In der letzten halben Stunde wird dem Zuschauer eine übertrieben wirkende Actioneinlage vorgesetzt. Die letzten Szenen sind pathetisch und nicht richtig durchdacht, somit ist der Film nicht in sich geschlossen. „Children of Men“ wird sicher nicht jedem Zuschauer gefallen; als düstere Zukunftsstudie ist die Vision aber gelungen.
Bewertung: 4 Punkte
(5 Punkte: sehr empfehlenswert; 1 Punkt: nicht empfehlenswert)
[...] Alleine die Berichte in anderen Blogs zeigen, dass der Film gut ist. [...]
Children of Men - Party-Zeiger Blog am 4. Dezember, 2006